Wolf, Apfel, Wilhelm Busch – Wohin mit der Kunst?

27. November 2019 von
Generationen von Kinderhänden, die den Wolf reiten durften, hielten seine Ohren blank. Doch was wird nun aus ihm? Jetzt, wo das Hertie-Kaufhaus zum Löwentor geworden ist. Foto: Jan Borner
Wolfenbüttel. Viel hat sich getan. Der Schlossplatz zeigt sich neu, das Löwentor ersetzt das Hertie-Kaufhaus. Nicht nur die Wolf-Skulptur des Bildhauers Erich Schmidtbochum ist im Zuge der Bauarbeiten aus dem Stadtbild verschwunden, auch der "Apfel" von Hubertus von Löbbecke und die Wilhelm-Busch Skulptur fehlen. Lediglich für letzteren steht bereits ein neuer Standort fest - bei den anderen beiden Bildnissen wird sich noch beraten.

Die Skulptur von Wilhelm Busch, die erst im Oktober 2016 auf dem Schlossplatz feierlich enthüllt wurde, musste den Bauarbeiten am neuen Schlossplatz weichen. Derzeit sind Wolf, Apfel und Wilhelm Busch bei den städtischen Betrieben untergekommen. Obwohl er zuletzt aufgestellt wurde, wird Wilhelm Busch zuerst wieder aufgestellt – er findet seinen neuen Standort im Dezember zwischen Bürgermuseum und Kornspeicher aufseiten des Lessingplatzes, wenn die Arbeiten im entsprechenden Bereich abgeschlossen sind. 

Wilhelm Busch findet seinen neuen Standort unweit des Schlossplatzes. Grafik: Stadt Wolfenbüttel

Apfel und Wolf müssen warten

Standorte für Apfel und Wolf sollen sorgfältig geplant werden. Foto: Max Förster

Anders sehe es beim Apfel und beim Wolf aus, wie die Stadt Wolfenbüttel mitteilt. Im Dezember 2018 entschloss sich der Rat der Stadt Wolfenbüttel dazu eine sinnvolle und durchdachte Herangehensweise für Kunst und Denkmäler im öffentlichen Raum zu finden. Den Anfang bildete eine Fachtagung in Kooperation mit der Bundesakademie und dem Kunstverein, welche am 26. Juni dieses Jahres stattfand. Die Bildung einer Fachkommission, wie sie die Ratsvorlage vorsieht, stehe laut der Stadt Wolfenbüttel allerdings noch aus.

Die erarbeiteten Konzepte sollen demnach eine allgemeine Grundlage für jegliche Kunst im öffentlichen Raum bilden und helfen, über zukünftige Ankäufe oder Ablehnungen zu entscheiden. Eine Ideensammlung, die im Jahr 2016 (regionalHeute.de berichtete) veranstaltet wurde, sei in die bisherige Entwicklung im Rahmen des ersten Fachtages eingeflossen. „Sicherlich wird auch die noch einzurichtende Expertenkommission diese besprechen“, so der Stadtpressesprecher Thorsten Raedlein. Bis dies geschehen ist, bleiben die Objekte sicher verwahrt.

Für Apfel und Wolf heißt es also noch warten – die nächste Fachtagung findet am 15. April 2020 in der Bundesakademie statt.

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