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Wie sicher ist unser Netz? Die Stadtwerke stellen sich vor

3. Mai 2018 von
Die Stadtwerke stellen sich vor. Netzwärter Jens Bielau, Geschäftsführer Matthias Tramp, Guido Kempter, Abteilungsleiter des Netzmanagements, Ioannis Lipidakis, technische Führungskraft im Bereich Strom und Kerstin Hecker, Leiterin des Marketings und Öffentlichkeitsarbeit präsentieren die erst kürzlich fertiggestellte Netzleitwarte. Fotos: Jonas Walter
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Wolfenbüttel. Wofür sind eigentlich die Stadtwerke zuständig? Welche Zuständigkeiten fallen in ihren Aufgabenbereich, was passiert bei Störungsmeldungen und wie wird diesen begegnet? Dies und mehr hat regionalHeute.de nachgefragt und mit den Zuständigen besprochen. Wie sich die Versorgung im Stadtgebiet dabei gestaltet, lesen Sie nachfolgend ausführlich.

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„Unsere Hauptaufgabe ist es erstmal die Voraussetzung dafür zu schaffen, dass die Menschen hier in Wolfenbüttel mit Strom, Gas und Wasser versorgt werden können“, erklärt Geschäftsführer Matthias Tramp. Mittlerweile müsse man sich aber auch mit dem Thema der Telekommunikation auseinandersetzen. Neben der Grundversorgung kümmern sich die Stadtwerke aber auch um Aufgaben in der Betriebsführung.

So findet man auch Ansprechpartner in Abwasserbelangen oder öffentlichen Betrieben der Stadt, wie beispielsweise das Stadtbad oder das Parkhaus am Rosenwall. Außerdem würden die Straßenbeleuchtung und die Lichtzeichenanlagen in Wolfenbüttel in das Verwaltungspaket der Stadtwerke fallen, ergänzte Guido Kempter, Abteilungsleiter des Netzmanagements.

Übersicht in der neuen Netzleitwarte

Netzwärter Jens Bielau und Ionannis Lipidakis vom Netzmanagement sind mit den Überwachungssystemen bestens vertraut.

Gesteuert werden alle eingehenden Störungsmeldungen, Kameraüberwachungen und die Kommunikation über die erst im Dezember 2017 um- beziehungsweise fast neugebaute Netzwarte, in die wir ebenfalls einen Blick werfen konnten.

„Im Ernstfall brennt es hier richtig“, erklärt Geschäftsführer Matthias Tramp. „Dann ist jeder Platz besetzt und auch die Telefone klingeln am laufenden Band. Hier laufen auch die Anrufe von besorgten Bürgern auf, die zu Hause keinen Strom mehr haben.“ Doch in Wolfenbüttel passiert das eigentlich gar nicht so häufig. Nach einem Bericht über Stromausfallzeiten im Stadtgebiet mussten die Menschen in Wolfenbüttel in den vergangenen Jahren im bundesweiten Vergleich wenig Zeit ohne Strom verbringen.

Wolfenbüttel steht im bundesweiten Vergleich gut dar

Bei den nachfolgenden Zahlen handelt es sich um einen Durchschnittswert je angeschlossenem Endverbraucher. Nieder- und Mittelspannung zusammengerechnet waren es im Jahr 2014 3,77 Minuten ohne Strom (Bundesdurchschnitt 12,28 Minuten), im Jahr 2015 3,73 Minuten (Bundesdurchschnitt 12,7 Minuten) und im Jahr 2016 3,63 Minuten (Bundesdurchschnitt 12,8 Minuten). Im Jahr 2017 war es aufgrund des schweren Sommerhochwassers natürlich außergewöhnlich viel Zeit.

Auch die beiden Fälle aus März und April diesen Jahres seien eine Art Novum. Nach Angaben der Stadtwerke seien es die ersten beiden Störungen, die im Zusammenhang mit Kabelverlegeverfahren entstanden seien. Davor habe es nur vereinzelt Fälle gegeben, wo bei dieser Verlegeart Hausanschlussleitungen der Abwassersysteme tangiert worden waren.

Die kurzen Ausfallzeiten liegen auch an einer kleinen Besonderheit in Wolfenbüttel: Die Stadt ist durch zwei Umspannwerke zweigliedrig versorgt. Bei geplanten Wartungsarbeiten oder kalkulierten Ausfällen könne der Strom, wie zum Beispiel auch im Straßenverkehr, umgeleitet werden. „Unser Netz besteht weitgehend aus Ringen; so können wir den Strom fast überall von zwei Seiten zu den Verbrauchenden transportieren“, berichten die Stadtwerke. Ioannis Lipidakis, technische Führungskraft im Bereich Strom ergänzt: „Viele Unterbrechungen bekommt der Kunde gar nicht mit. Bei kalkulierten Ausfällen oder Unterbrechungen wird das betroffene Gebiet über das entsprechend andere Umspannwerk versorgt.“

Was passiert bei einem Stromausfall?

Ronny Künnemann von der Steuerungs- und Messabteilung kennt sich mit dem Kabelmesswagen aus.

Doch welche Maßnahmen werden bei Ausfällen nun ergriffen? Dazu weiß Guido Kempter, Abteilungsleiter des Netzmanagements, mehr: „Wir haben zum einen unsere 24 Stunden, 365 Tage besetzte Netzleitwarte, die ein System im Einsatz hat, aus dem Alarme in unseren Netzen generiert werden.“ Falls Strom-, Gas- oder Druckschwierigkeiten auftreten, würde ein Alarmsignal ausgelöst, welches in der Warte bearbeitet würde und über das System lokalisiert werden könne. „Derjenige, der da oben Dienst hat, kann dann sofort handeln. Das passiert natürlich ad hoc, weil die Fehler sofort sichtbar sind. Es gibt aber auch Fälle, wo im Niederspannungsnetz Fehler auftreten, das bekommen wir dann erstmal nicht mit. Bis dann doch jemand aus der betroffenen Region in unserer Notrufzentrale anruft und das Problem meldet. Dann beginnt ein bei uns fest definierter Ablauf“, führt Kempter weiter aus.

Bevor weitere Maßnahmen eingeleitet würden, wird die Störungsmeldung klassifiziert. Dabei werde danach unterschieden, wie viele Personen von der Störung betroffen seien. Das sei auch unabhängig vom Medium. Nur bei Gas-Störungen müsse etwas sensibler gehandelt werden. Der Bereitschaftsleiter würde anschließend das weitere Vorgehen koordinieren, erklärt Kempter. Innerhalb einer halben Stunde müssten die Bereitschaftskräfte, sowie tagsüber auch die regulär Arbeitenden, im Netz, beziehungsweise in der Warte sein.

Kabelmesswagen für den Außeneinsatz unverzichtbar

So sieht das Interieur des Kabelmesswagens aus. Über einen Computer kann die komplette Fehlersuche gesteuert werden.

Auch für den Außeneinsatz ist man bei den Stadtwerken gut gerüstet. Der sogenannte Kabelmesswagen ist vor zirka zehn Jahren ein großes finanzielles Projekt gewesen, welches sich durch die Möglichkeiten, die das Fahrzeug bietet, allerdings schnell refinanziert hat, erklärt Tramp. Knapp 280.000 Euro habe der Wagen gekostet, der im Stadtgebiet mit modernster Technik Störungsstellen orten kann.

Der Vorgänger des Kabelmesswagens war im Vergleich noch recht unpraktisch. „Da musste man über ein riesiges Schaltfeld noch alles per Hand einstellen“, erinnert sich Ronny Künnemann von der Steuerungs- und Messabteilung. Das könne man jetzt alles über einen integrierten Computer steuern.

Weitere Gerätschaften zur genauen Ortung der Fehlerstelle befinden sich im hinteren Teil des Fahrzeugs.

Geschäftsführer Matthias Tramp und Ronny Künnemann von der Steuerungs- und Messabteilung präsentieren das Innere des Fahrzeugs im Wert eines Einfamilienhauses.

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