Welttag der Patientensicherheit: „Digitalisierung? – Aber sicher!“

26. September 2019
Ulf Glockenthör vom Qualitäts- und Risikomanagement des Klinikums, Annette Seyffert, Apothekerin im Klinikum, Isabel Abel, Stationsleitung in Klinikum und Dr. Christian Gubbe, Oberarzt der Inneren Medizin - Kardiologie im Klinikum (v. li.). Fotos (3): Städtisches Klinikum Wolfenbüttel
Wolfenbüttel. Anlässlich des Welttags der Patientensicherheit 2019 lud das Klinikum Wolfenbüttel unter dem Titel „Digitalisierung? - Aber sicher!“ jüngst zu einer Veranstaltung ein. Am Beispiel der eingeführten Medikationssoftware wurde dargestellt, wie Patientensicherheit durch Digitalisierung praktisch gefördert werden kann. Das teilt das Städtische Klinikum mit.

Bereits seit vielen Jahren steht das Thema Digitalisierung auf der Agenda des Klinikums. In den vergangenen fünf Jahren rückte ein „digital unterstützter Medikationsprozess“ in den Fokus.

Ulf Glockenthör aus dem Qualitäts- und Risikomanagement des Klinikums stellte in einem Vortrag die Planung, Umsetzung und Steuerung des Projektes vor. Das Ziel, einer seit Oktober 2015 eingesetzten interdisziplinären Projektgruppe, war es, alle sicherheitserhöhenden Vorteile des digital unterstützenden Medikationssystems für Patienten und Mitarbeiter voll auszuschöpfen. Die Herausforderung war es, die moderne Technik im Sinne der Patienten und Mitarbeiter im klinischen Alltag zu integrieren und den bisher analogen Prozess der Medikation in einen digital unterstützten Medikationsprozess zu wandeln. Hierbei stellte Glockenthör besonders die enge Zusammenarbeit mit dem Softwarehersteller und die Notwendigkeit zahlreicher Testphasen heraus. Erst danach konnte das Programm vorerst stationsweise in die Echtbetriebsphase gehen und nach weiteren Anpassungen im Februar 2017 erfolgreich im gesamten Klinikum in Betrieb genommen werden.

An den digitalen Arbeitsplätzen konnten sich die Gäste des Abends von der praktischen Umsetzung überzeugen.

Im Anschluss daran erläuterte Dr. Christian Gubbe, Oberarzt der Klinik für Innere Medizin – Kardiologie, die Funktionen des Programms aus ärztlicher Sicht. Schon bei der Medikamentenanamnese unterstützt das Programm die ärztliche Arbeit durch hilfreiche Hinweise z.B. bei fehlerhaften Dosierungen oder Doppelverordnungen und ist bei der Umsetzung der sogenannten Hausmedikation auf die stationäre Medikation behilflich. Gubbe stellte die Vorteile des digitalen Medikationsprozesses für die Arzneimitteltherapie im Klinikum heraus. So entstehen immer lesbare, präzise und eindeutige Verordnungen, die transparent und nachvollziehbar für die behandelnden Ärzte, das Pflegepersonal und die Pharmazeuten sind. Durch das Programm wird die abgestimmte Medikation dargestellt, bei der die Ärzte zahlreiche Informationen zu den Medikamenten abrufen können. Dies ist Dank des digitalen Prozesses von jedem beliebigen Computer im Klinikum möglich. Zuvor war es immer notwendig, dafür die Papier-Patientenakte auf der zugehörigen Station einzusehen. Weiterhin unterstützt die Software auch bei der Erstellung der Entlassmedikation mit dem Ziel einer lückenlosen Überleitung in die ambulante Versorgung.

Aus Sicht von Annette Seyffert, Apothekerin im Klinikum, entlastet die Umstellung ins Digitale auch die Arbeit in der klinikumseigenen Apotheke. Durch die Software können sicherheitsrelevante, pharmazeutische Aspekte zügig ermittelt werden, so dass schneller die individuelle Arzneimitteltherapie angewendet werden kann. Durch fortlaufende Aktualisierung sind die medizinischen Daten dabei immer auf aktuellem Stand. Die Zeitersparnis durch den digitalen Prozess kommt direkt dem Patienten zugute. Laut Seyffert ermöglicht dies einen „pharmazeutischen Blick über jeden Patienten im Hause“. Hierbei wird der Medikamentenplan der Patienten überprüft und bei pharmazeutischen Fragestellungen noch einmal Rücksprache mit dem behandelnden Arzt gehalten.

Patientenkurven nicht mehr handschriftlich übertragen

In einem weiteren Vortrag gab Isabel Abel, Stationsleitung im Klinikum, Einblick in die pflegerische Umsetzung der digitalen Medikation. Sie schilderte die Verbesserung der Patientensicherheit und den Informationsvorteil für die Pflege. Die Pflegekräfte müssen nun keine Patientenkurven mehr vorbereiten und handschriftlich übertragen. Die digitalen Daten sind immer gut lesbar, jederzeit verfügbar und jede Vorbereitung und Verabreichung eines Medikaments wird nachvollziehbar dokumentiert. Diese Daten sind jederzeit von jedem an der Behandlung Beteiligten an den Computern verfügbar. Dies unterstützt die korrekte Dosierung der Medikamente und verbessert die Behandlungssicherheit.

Isabel Abel gab einen Einblick in die pflegerische Umsetzung der digitalen Medikation.

Im Anschluss an die Vorträge standen die Referenten noch für Fragen bereit. Es bestand die Möglichkeit, sich an den digitalen Arbeitsplätzen direkt praktisch zeigen zu lassen, wie Patientensicherheit digital unterstützt werden kann.

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