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WAAG fordert weitere Maßnahmen in Sachen Umgebungsbelastung

22. November 2017
Im Nachgang der Veranstaltung zur Umgebungsbelastung der Asse stellt die WAAG weitere Forderungen. Foto: Eleonore Bischoff
Wolfenbüttel. Am vergangenen Mittwoch fand in Remlingen eine Informations- und Diskussionsveranstaltung zum Thema Umgebungsbelastung durch Strahlung in der Asse-Region statt (regionalHeute.de berichtete). Hierzu erreichte uns eine Ergänzung von Eleonore Bischoff von der Wolfenbütteler AtomAusstiegsGruppe (WAAG).

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Zum einen fühlte sich Bischoff mit der Aussage „Eleonore Bischoff von der Wolfenbütteler AtomAusstiegsGruppe (WAAG) wies in ihrem Impulsvortrag auf die vermeintlichen Fehler bei der Qualitätskontrolle der Strahlungsmessungen hin. Dort hätte der damalige Betreiber auf allen Ebenen versagt“ verkürzt wiedergegeben. „Ich sagte, dass bei der Qualitätskontrolle der Umgebungsüberwachung alle Ebenen versagt haben und nannte konkret das Bundesamt für Strahlenschutz, das Niedersächsische Landesumweltministerium und die Untere Wasserbehörde des Kreistages. Es bezog sich also nicht nur auf den damaligen Betreiber, das BfS“, so Bischoff.

Zum anderen habe die Veranstaltung wegen der fortgeschrittenen Zeit ohne die vorgesehene Abschlussrunde geendet. So habe die WAAG ihre konkreten Forderungen dort nicht vortragen können. Diese wurden in einer Pressemitteilung zusammengefasst, die wir hier ungekürzt veröffentlichen.

Umgebungsüberwachung, Gefahrenanalyse, Risikominimierung

2010 wurde festgestellt, dass es in der ehemaligen Samtgemeinde Asse von 2002 bis 2009 dreimal so viele Schilddrüsenkrebsfälle bei Frauen und doppelt so viele Leukämie-Fälle bei Männern auftraten. Für die anderen Gemeinde um die Schachtanlage Asse II wurden immer noch keine Zahlen beim Krebsregister angefordert.

Statistiken besagen nur etwas über die Vergangenheit. Um gegebenenfalls weitere Erkrankungen verhindern zu können, hatte die Wolfenbütteler AtomAusstiegsGruppe (WAAG) dem Kreistag und der Landrätin im April dieses Jahres ein Papier zu den Themen Gesundheitsmonitoring, Umgebungsüberwachung, Gefahrenanalyse und Risikominimierung übersandt. Der Radioökologe Dr. Gellermann hatte zuvor auf Wunsch der WAAG die Daten der Umgebungsüberwachung um die Schachtanlage Asse II überprüft und kam zu dem Ergebnis, dass von keiner der verantwortlichen Stellen eine Qualitätskontrolle der Daten vorgenommen wird.

Aus diesem Anlass fand am 15.11.17 eine Veranstaltung zum Thema Umgebungsüberwachung statt. Im Gegensatz zu den dort gemachten Aussagen von Dr. Kunze von der Bundesgesellschaft für Endlagerung (BGE), dem jetzigen Betreiber der Schachtanlage, steht sowohl auf der Internetseite des Bundesamtes für Strahlenschutz*, als auch in der Entschließung des Deutschen Ärztetages 2017, dass es keine Unbedenklichkeit von ionisierender Strahlung gibt. In der Entschließung des Ärztetages heißt es weiter wörtlich, dass „auch durch vermeintlich geringe Strahlenmengen gesundheitliche Schäden und Spätfolgen über Generationen entstehen können“. **

Deshalb ist jegliches Risiko durch Strahlung, aber auch durch chemotoxische Stoffe zu minimieren – für die heutige Generation und für die zukünftige Generationen, für die Anwohner und für die Beschäftigten der Schachtanlage.

Die WAAG fordert deshalb unter anderem:

  • die weitere Bestimmung des Inventars
  • Neutronenmessungen und weitere Möglichkeiten der Tritium-Bestimmung
  • vollständige Erfassung der Isotope u. a. C14 und Jod 129
  • Beschäftigung mit der Abluftproblematik
  • Verbesserung der Qualitätskontrolle
  • ein Messlabor vor Ort für zeitnahe Bearbeitung der Proben, das auch von der Bevölkerung in Anspruch genommen werden kann
  • meldepflichtige Ereignisse müssen innerhalb einer festzulegenden Zeit auf einer gesonderten Internetseite veröffentlicht werden
  • und weiterhin endlich ein umfassendes Gesundheitsmonitoring.

Schon im „Experten-Bericht Asse“, der zu den signifikant erhöhten Zahlen von Krebsneuerkrankungen vom Landkreis 2013 herausgegeben wurde, stand, dass eine kontinuierlich arbeitende Expertengruppe zu bilden sei und ein Beirat, der die Ergebnisse der Expertengruppe bewertet und die Verbindung zu Politik und Öffentlichkeitsarbeit herstellt. Das wurde leider nicht umgesetzt.

* 2. und 3. Absatz auf https://www.bfs.de/DE/themen/ion/strahlenschutz/grenzwerte/grenzwerte.html

** S. 240 unten und 241 oben auf http://www.bundesaerztekammer.de/fileadmin/user_upload/downloads/pdf-Ordner/120.DAET/120DaetBeschlussProt_2017-05-26.pdf

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