Vier Verkehrstote 2018 im Landkreis – Drei davon waren Biker

6. April 2019
Insgesamt ging die Anzahl der schweren Verkehrsunfälle im Landkreis Wolfenbüttel zurück. Motorradfahrer waren dabei aber überproportional stark vertreten. Symbolfoto: Rudolf Karliczek
Wolfenbüttel. Die Polizei Wolfenbüttel hat jetzt die Unfallzahlen des Jahres 2018 für den Landkreis bekannt gegeben (Autobahnen nicht mit eingerechnet). Demnach verloren vier Menschen im Straßenverkehr ihr Leben. Zwei weniger als 2017. Auffällig allerdings: Drei davon waren Motorradfahrer (2017: 0). Das teilt die Polizei Wolfenbüttel mit.

Insgesamt wurden der Polizei im letzten Jahr 2.631 Verkehrsunfälle und damit 125 Unfälle weniger als im Jahr 2017 bekannt. Dies entspricht einem Rückgang um 4,5 Prozent. Es handelt sich um die niedrigste Zahl an Verkehrsunfällen seit 2014.

Die Zahl der Unfälle, bei denen als schwerste Unfallfolge mindestens ein Mensch schwer verletzt wurde, sank deutlich von 70 auf 57. Es handelt sich um den niedrigsten Wert der letzten fünf Jahre. Hierbei wurden 62 Verkehrsteilnehmer schwer verletzt. Im Jahr 2017 waren es 83. Auch hier gehörte fast jeder Dritte (20) der Risikogruppe der motorisierten Zweiradfahrer an.

Bei den Unfällen, bei denen als schwerste Unfallfolge mindestens eine Person leicht verletzt wurde, war im vergangenen Jahr ein Rückgang um acht Prozent, also von 301 auf 276 zu verzeichnen. Auch hier handelt es sich um den niedrigsten Wert der letzten fünf Jahre. Waren es 2017 noch 410 leicht verletzte Personen, so sank die Zahl auf 384.

Zahl der Unfallfluchten gestiegen

Die Zahl der angezeigten Unfallfluchten stieg im Vergleich zum Vorjahr von 532 Fälle auf 556 Fälle und erreichte damit den zweithöchsten Stand im langfristigen Vergleich. Im Jahr 2004 waren es noch 402 Straftaten. 228 Fluchten konnten aufgeklärt werden (41,0 Prozent). Von den 14 Fluchten mit Personenschaden konnten zehn Fälle aufgeklärt werden (71,4 Prozen). 

29 Kinder wurden bei Unfällen verletzt

Bei 43 (2017: 40) Unfällen wurden 2 (4) Kinder (0 – 14 Jahre) schwer und 27 (28) leicht verletzt. Von den als Fußgänger verletzten Kindern, war in keinem (2) Fall das Kind Verursacher. In 3 (6) Fällen lag die Verursachung bei einem anderen Verkehrsteilnehmer. Von den als Radfahrer verletzten Kindern, war in 4 (5) Fällen das Kind Verursacher. In 5 (8) Fällen lag die Verursachung bei einem anderen Verkehrsteilnehmer.

Kein (2) Kind wurden als Fußgänger schwer verletzt und 3 (6) wurden leicht verletzt. Zwei (1) Kinder wurden bei der Benutzung eines Fahrrades schwer und 7 (12) Kinder leicht verletzt. Elf (10) Kinder wurden als Mitfahrer im PKW leicht verletzt. Diese Unfallzahlen sind in Relation zur Zahl der Mitglieder dieser Personengruppe, der Verkehrsmenge, der Verkehrsdichte und der von allen Teilnehmern am Straßenverkehr gefahrenen Kilometer, als sehr gering einzustufen.

Es ereigneten sich 9 (5) Schulwegunfälle bei denen 1 (1) Schulkind schwer und 12 (4) Schulkinder leicht verletzt wurden. In 4 (4) Fällen waren sie Haupt – oder Mitverursacher, in 5 (1) Fällen waren andere Verkehrsteilnehmer Verursacher. 6 (4) Kinder waren auf Fahrrädern, 2 (1) als Fußgänger, und 5 (0) gemeinsam in einem Schulbus auf dem Weg zur Schule als es zum Unfall kam.

Kinder besser nicht mit dem Auto zur Schule bringen

Polizeichef Bernhard Bergmann appelliert an die Erziehungsberechtigten, mit den Kindern das Verhalten im Straßenverkehr zu üben und selbst ein positives Vorbild zu sein. Er nennt fünf gute Gründe, warum Kinder die Schule möglichst zu Fuß, mit dem Fahrrad oder dem Bus erreichen sollten:

  • Elterntaxis stellen eine Gefahr für die zu Fuß gehenden Schülerinnen und Schüler dar
  • Der Schulweg zu Fuß steigert die Konzentrations- und Leistungsfähigkeit und beugt Bewegungsmangel vor
  • Lärm und Abgase der Elterntaxis schaden der Umwelt
  • Als Mitfahrer im Auto bleiben Kinder passiv, als Fußgänger lernen sie Verantwortung im Straßenverkehr, erleben aktiv ihre Umwelt und haben Kontakt- und Kommunikationsmöglichkeiten
  • Kinder kopieren gern das Verhalten der Erwachsenen – auch im Straßenverkehr – seien Sie bitte Vorbild

Sollte es einmal nötig sein, das Kind mit dem PKW zur Schule zu bringen, lassen Sie es einige Gehminuten von der Schule entfernt aussteigen, um Fahrzeugansammlungen zu vermeiden, mahnt Bergmann. „Achten Sie bitte auch darauf, dass Ihre Kinder anhand ihrer Kleidung von anderen Verkehrsteilnehmern rechtzeitig erkannt werden können. Auch ein verkehrssicheres Fahrrad, das mit funktionierenden Bremsen, eingeschalteter Beleuchtung sowie mit vorgeschriebenen Reflektoren ausgestattet ist, sollte selbstverständlich sein.“

107 Unfälle mit Radfahrern

Radfahrer waren in 107 Unfälle (105) verwickelt, dabei wurden 12 (10) von ihnen leicht und 63 (67) schwer verletzt. In 20 (15) Fällen wurden Radfahrer Opfer ihres eigenen Fehlverhaltens durch Benutzung des Radweges entgegen der zulässigen Richtung beziehungsweise durch unzulässiges Befahren des Gehweges. Insbesondere an Einmündungen und Ausfahrten kommt es hierdurch häufig zu solchen Unfallsituationen. 

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Gift-Notruf: 0551 / 19 24 0
Hospizverein Wolfenbüttel: 0171/6226606
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