Unternehmensabend über die Generation Z im Arbeitsleben

11. September 2019
Vortragsthema auf dem Unternehmensabend des Landkreises war die Generation Z. (v.l.) Wirtschaftsförderin des Landkreises Wolfenbüttel Ina Hallmann, Referentin Professorin Dr. Antje-Britta Mörstedt, Landrätin Christiana Steinbrügge, Volksbank-Vorstand Ernst Gruber. Foto: Landkreis Wolfenbüttel
Wolfenbüttel. Rund 90 Gäste haben sich auf dem 1. Unternehmensabend im Neubau der Volksbank in Wolfenbüttel über die Generation Z informiert. Professorin Dr. Antje-Britta Mörstedt von der Privaten Hochschule Göttingen gab erste Hilfe für den Umgang mit der jungen Generation, die klare Grenzen zwischen Arbeit und Freizeit fordert, aber auch Sinn und Sicherheit im Arbeitsleben sucht. Dies teilt der Landkreis Wolfenbüttel mit.

Der Unternehmensabend wurde von der Wirtschaftsförderung im Landkreis Wolfenbüttel geplant und ist als regelmäßiges Format gedacht.

Mitarbeiter verschiedener Generationen

„Viele von Ihnen beschäftigen in Ihren Betrieben Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter verschiedener Generationen und dabei kommt es mit einiger Wahrscheinlichkeit dann auch zu Konflikten. Heute wollen wir den „Fachkräftemangel“ nicht zum wiederholten Mal beklagen, sondern darüber sprechen, wie Fachkräftegewinnung und -bindung konkret aussehen kann und welche Lösungen denkbar sind“ sagte Landrätin Christiana Steinbrügge in ihrer Begrüßung. In Zeiten des Fachkräftemangels sei es wichtig, zu verstehen, welche Werte und Erwartungen diese jungen Menschen mitbringen und wie Arbeitgeber sich darauf einstellen können.

„Der Wunsch sich untereinander zu vernetzen ist sehr groß. Das stelle ich immer wieder in meinen Gesprächen mit Unternehmerinnen und Unternehmern fest“, erklärte die Wirtschaftsförderin des Landkreises Ina Hallmann. Daher sollen die Unternehmensabende regelmäßig angeboten werden. Nach dem Vortrag nutzte ein Großteil der Gäste die Gelegenheit zu angeregten Gesprächen. Die Veranstaltung der Wirtschaftsförderung hat in Kooperation mit dem Beraternetzwerk „Existenz und Zukunft e.V.“ stattgefunden.

Generation Z: Digital und auf der Suche nach Sicherheit und Sinn

Die Generation Z ist von Widersprüchen geprägt zeigte Mörstedt auf. Mörstedt hat für ihre Forschung rund 4.500 junge Menschen der so genannten Generation Z befragt. Vor allem seien die jungen Menschen, die zwischen 1995 und 2010 geboren sind, digital aufgewachsen und immer online, so Antje-Britta Mörstedt. „Die Generation Z sind Informationsjunkies“, sagte Mörstedt. Das gehe aber einher mit einem großen politischen Interesse, denn die Generation Z informiert sich besonders oft über Umwelt- und Klimathemen.

Junge Menschen von heute wachsen in einer komplexen Welt mit vielen und schnellen Veränderungen auf. Daher gebe es einen starken Wunsch nach Sicherheit und Sinn. Das erkläre auch den Trend, dass viele junge Menschen zum Zoll oder zur Polizei gehen möchten, sagte Mörstedt. „Jugendliche, die Sinn, Spaß und Sicherheit auf der Arbeit suchen – damit lässt sich arbeiten“, zeigte Mörstedt auf.

Aber einige Dinge müssten beachtet werden: Die Arbeit müsse zum Leben der jungen Menschen passen, nicht umgekehrt. Eine Anwesenheitskultur vergangener Zeiten, Überstunden oder eintönige Arbeiten sind nichts für diese Generation. Außerdem erwarteten sie regelmäßiges positives Feedback. Dafür geben sie selbst auch schon mal ungefragt Tipps in der Firma. So kann es sein, dass der neue Mitarbeiter nach zwei Wochen seiner Chefin Hinweise gibt, wie etwa die Unternehmensstrategie verbessert werden kann. „Das hätten wir uns als junge Menschen damals nicht getraut“, so Mörstedt.

Generation Z: An Entscheidungen beteiligt

Die Generation Z sei es gewöhnt, an Entscheidungen beteiligt zu sein. Das kennt sie so von zu Hause. Wohin geht es in den Urlaub, was gibt es am Wochenende zu Essen – all dies wird in vielen Familien heute gemeinsam beschlossen. Diese Erfahrung übertragen die jungen Leute dann in ihr Unternehmen und stoßen damit auch mal auf Unverständnis.

Viele Eltern wiederum halten eine schützende Hand über ihre Kinder. Sie begleiten ihre Kinder in die Schule, nehmen an Bewerbungsgesprächen teil und leiden, wenn die Kinder dann tatsächlich von zu Hause ausziehen. Für Unternehmen bedeute dies, auch den Eltern Informationsangebote zu machen, um überhaupt an die junge Generation heranzukommen. Denn für fast 80 Prozent der jungen Menschen sind Familie, Freunde und Bekannte die wichtigste Orientierungsquelle in einer Multioptionsgesellschaft.

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