stars@ndr2: Von Lebensrettern und Ordnungshütern

10. August 2019 von
Das DRK ist auf seinem Stützpunkt im Behandlungszelt auf alles vorbereitet. Foto: Marvin König
Wolfenbüttel. Mit einem gewaltigen Applaus wurden sie gefeiert, als Wolfenbüttels Bürgermeister Thomas Pink sich auf der Bühne für ihren Einsatz beim stars@ndr2 Festival am heutigen Samstag bedankte. Gemeint sind diesmal nicht die Musiker, sondern die Einsatzkräfte von DRK, Feuerwehr und Polizei. Sie sorgen heute den ganzen Tag für die Sicherheit und das Wohlbefinden der Festivalbesucher.

Gesund durch den Festivaltrubel

Das DRK Wolfenbüttel bereitet sich seit Wochen auf den anspruchsvollen Einsatz am Exer vor. Schon früh am Morgen, lange bevor die ersten Gäste anrücken wurde der Behandlungsplatz eingerichtet, der von dienstfreien Mitarbeitern des Rettungsdienstes besetzt wird – die eigentlich heute frei hätten.“Wir machen das ja jetzt schon im vierten Jahr. Es ist nicht alltäglich, aber es ist eine gewisse Routine da“, beschreibt Heiner Schumacher, Kreisbereitschaftsleiter des Deutschen Roten Kreuzes die Situation. Man ist für das Wohlergehen von Besuchern und Crew zahlreich vertreten: „Wir haben 75 Helferinnen und Helfer im Einsatz, drei Notärzte, einen leitenden Notarzt, ein Kriseninterventionsteam“, zählt Schumacher auf. Ein Rettungswagen vor Ort gewährleistet einen kurzen Anfahrtsweg zum Krankenhaus, falls eine stationäre Behandlung notwendig werden sollte.

Alles greift ineinander

Es gibt eine übersichtliche, aber perfekt funktionierende Strukturierung. „Wir haben Fußtrupps und Sanitätsstationen auf dem ganzen Festivalgelände, die als Anlaufpunkte dienen für Leute die hilfsbedürftig sind“, erklärt Schumacher. Sollten die Sanitäter vor Ort nicht weiter kommen, bringen die Fußtrupps die Patienten zum Behandlungsplatz. „Am Behandlungsplatz können wir vom Insektenstich, bis zum intensivpflichtigen Patienten alles versorgen“, weiß André Willich. Er leitet heute das geräumige Behandlungszelt. Kompressen, Verbände, Kühlakkus, Beatmungsgeräte, Defibrillatoren. Alles findet man hier. Ab wann man den Patienten lieber ins Krankenhaus bringt, kann Willich ganz genau sagen: „Jeder, der innerhalb einer Stunde nicht eigenständig den Behandlungsplatz verlassen kann, wird von uns ins Krankenhaus gebracht.“ Laut Heiner Schumacher wird es übrigens meistens noch mal stressig, sobald das Festival zu Ende geht: „Wenn auf einmal 20.000 bis 30.000 Leute nach Hause wollen, das geht nicht ohne Blessuren ab. Ob es gestürzte Radfahrer sind oder ob an der Bierbude Leute stehen, die nach dem letzten Drink nicht mehr wissen, wie sie nach Hause kommen sollen.“ Insgesamt blieb es heute aber relativ ruhig. Die häufigsten Probleme waren Insektenstiche, kleine Schürf- und Schnittwunden. Eine Patientin mit umgeknicktem Fuß kam ins Krankenhaus. 

Brandschutz auf der Party des Jahres

Die Feuerwehr ist auf dem Festival hauptsächlich für einen Fall vor Ort, der hoffentlich nie eintritt. „Dieses Jahr herrscht natürlich nicht unbedingt die Brandgefahr, die letztes Jahr aufgrund der Trockenheit herrschte“, erklärt Tobias Stein von der Stadtfeuerwehr Wolfenbüttel. 70 Kräfte von allen Freiwilligen Feuerwehren des Landkreises sind vor Ort – Insgesamt zehn Ortsverbände, die heute Personal beisteuern. „Ab einer bestimmten Größenordnung von Veranstaltung sind Brandsicherheitswachen gefordert. Um eben schnell handeln zu können, wenn es denn zu irgendwelchen Vorfällen kommt. Die ganzen Ortsfeuerwehren hätten allein schon ein großes Problem, diesen Ort hier rechtzeitig zu erreichen, falls mit mehreren 10.000 Personen an einem Ort etwas passieren sollte. Darum sind wir heute hier.“

Das Schlimmste wäre laut Tobias Stein eine Massenpanik. „Man muss in der heutigen Zeit alle Szenarien durchspielen. Da gibt es Risikoanalysen für solche Veranstaltungen und denen folge eine Bewertung – womit muss man rechnen? Hier zum Beispiel zu später Stunde mit alkoholisierten Teilnehmern. Das Schlimmste für uns vorstellbare wäre eben eine große Anzahl von verletzten Besuchern.“ Aber auch für diesen Fall gibt es einen Plan, kann Tobias Stein beruhigen. „Im Rahmen des Sicherheitskonzeptes gibt es ausgeklügelte Evakuierungspläne für solch einen Fall. Dafür arbeiten dann alle Einsatzkräfte vor Ort zusammen.“

Die Polizei im Einsatz, wo es Freude macht

Auch die Polizei hat sich auf Basis der Erfahrungen aus den letzten vier Festivals umfassend auf das Event vorbereitet. Abgesehen von den Bereitschaftskräften ist dieses Jahr aber vor allem das Social-Media-Team der Polizei mit Begeisterung auf dem Gelände unterwegs. „Es ist eine sehr ausgelassene Stimmung hier. Wir reden mit den Leuten, wir machen nette Fotos und das alles in einem sehr entspannten Rahmen. Ich bin sehr froh heute hier bei den Kollegen sein zu dürfen“, freut sich Matthias Pintak, Pressesprecher der Polizei: „Es gab bisher nur unwesentliche Vorfälle. Einmal ist ein Kind verloren gegangen, konnte aber zum Glück gleich wieder zu seinen Eltern gebracht werden“, erläutert Pintak die Situation. „Ansonsten ist es wirklich ein absolut friedfertiges Fest mit einer tollen Stimmung!“

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