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Spenden-Pulling für Jannes: WolfenbüttelHeute.de hat die Familie des kleinen Jungen besucht

18. September 2013 von
Klaus-Dieter Asche besuchte die Familie Müller heute in Bornum am Elm. WolfenbüttelHeute.de durfte ihn begleiten. Foto: Anke Donner

Auch in diesem Jahr ziehen Dieter Asche und Denis Brüggendick wieder an einem Strang. Am 6. Oktober treten 34 Mannschaften zum Buspulling am E-Center Schweigerstraße an und helfen mit ihren Spenden dem kranken Jannes und seiner Familie.


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Schon im letzten Jahr floss der Erlös aus den Startgeldern in eine karitative Einrichtung. Die „Weggefährten e.V“ konnte sich damals über einen Spendenbetrag über 539 Euro freuen. Auch in diesem Jahr wollen die Organisatoren und Initiatoren Klaus-Dieter Asche und Denis Brüggendick vom E-Center Schweigerstraße den Erlös für einen guten Zweck spenden. Klaus-Dieter Asche und Denis Brüggendick machen gemeinsame Sache. Sie organisieren das Buspulling und helfen mit ihrer Aktion, Träume zu erfüllen.

Organisator Klaus-Dieter Asche zog im vergangenen Jahr auch kräftig mit. Foto: Archiv

Organisator Klaus-Dieter Asche zog im vergangenen Jahr auch kräftig mit. Foto: Archiv

Mit den Spendengeldern helfen sie Jannes Müller und seiner Familie. Der 9-jährige Junge aus Bornum am Elm ist seit seiner Geburt geistig- und körperlich behindert. Der Kontakt zwischen Klaus-Dieter Asche und Familie Müller entstand durch den Eintracht Braunschweig Fan-Club „Cattiva Brunsviga“. „Wir haben nach einem Kind, oder einer Familie gesucht, die wir in diesem Jahr unterstützen können. Durch „Cattiva Brunsviga“, insbesondere durch den Cattiva-Vorsinger  Benny Riefenberg, sind wir auf Jannes gestoßen und haben entschieden, dass wir hier helfen wollen“, erklärt Klaus-Dieter Asche. All die Arbeit und die viele Vorbereitungszeit nimmt der Wolfenbütteler Feuerwehrmann gerne in Kauf. „Wenn man solch eine Sache anpackt, muss man auch damit rechnen, dass Arbeit anfällt. Aber wir machen das sehr gern für Jannes und seine Familie. Der Junge hat es verdient, dass man ihm diese Therapie ermöglicht“, so Asche weiter.

WolfenbüttelHeute.de hat die Familie, gemeinsam mit Klaus-Dieter Asche, besucht.

Wir haben Ute, Michael, Jannes und Jendrik Müller in ihrem Haus in Bornum besucht und trafen auf eine Familie, die nicht mit ihrem Schicksal hadert, sondern es annimmt. Eine Familie, die ihren Alltag meistert und versucht, trotz aller Schwierigkeiten, „normal“ zu sein.

Auf den ersten Blick mögen viele Menschen denken: „Die armer Familie. Die haben es sicher nicht leicht.“ Und leicht haben es die Müllers wahrlich nicht. Seit seiner Geburt vor neun Jahren ist Jannes schwer geistig-und körperlich behindert. „Aber wir wollen eine ganz normale Familie sein. Wir machen genau die gleichen Ausflüge, wie andere Familien. Bei uns dauert es manchmal nur etwas länger, einen Ausflug, oder eine Reise zu organisieren. Und wir haben mehr Gepäck“, lacht Ute Müller. Ute Müller, ihr Mann Michael und die Zwillinge Jannes und Jendrik möchten keine mitleidigen Blicke. „Unsere Kinder sind glücklich und zufrieden. Jannes ist ein sehr fröhliches und ausgeglichenes Kind“, fügt sie an. Die Öffentlichkeit dennoch um Hilfe zu bitten, fiel der jungen Familie anfangs sehr schwer. „Wir wollten nicht den Eindruck vermitteln, zu betteln. Es war ein komisches Gefühl, fremde Menschen um Hilfe zu bitten. Aber letztendlich haben wir es getan. Für Jannes.“

Eine Frühgeburt mit schweren Folgen

Jannes (links unten) mit seinem Zwillingsbruder Yendrik, seinen Eltern Ute und Michael Müller und Klaus-Dieter Asche. Foto: Anke Donner

Jannes (links unten) mit seinem Zwillingsbruder Jendrik, seinen Eltern Ute und Michael Müller und  Pulling-Organisator Klaus-Dieter Asche. Foto: Anke Donner

Als Jannes und sein Bruder im Februar 2004 in der 25. Schwangerschaftswoche auf die Welt kommen, wiegen die Brüder gerade einmal 620, beziehungsweise 680 Gramm. Die Ärzte gaben Jannes, der während der Geburt eine Hirnblutung erlitt, kaum eine Überlebenschance. Und wenn, dann mit weitaus schwereren Behinderungen, als sie der Junge heute hat. Jannes ist körperlich extrem eingeschränkt. Er kann nur wenig sprechen und nicht laufen. Seine Sehkraft in stark beeinträchtigt und er ist Epileptiker. Er muss rund um die Uhr gepflegt werden. „Das ist manchmal wirklich nicht leicht. Aber wir haben gelernt, damit umzugehen und versuchen, ein normales Leben zu führen“, erklärt Mutter Ute. Sie ermöglichen Jannes neben den normalen Therapien auch eine Reit-Therapie. „Einmal in der Woche geht er zum Reiten. Das findet er richtig toll“, fährt sie fort. Aber das Größte wäre für Jannes eine Delphin-Therapie.

„Jannes und Jendrik sind totale Wasserratten und Jannes mag Tiere unwahrscheinlich gerne. Eine Delphin-Therapie schien uns damals genau das Richtige. Wir hatten davon gehört, dass so eine Therapie erfolgsversprechend ist. Aber sie kostet auch viel Geld. Geld, das wir nicht hatten“, erklärt Ute Müller. Für 10 Tage Delphin-Therapie auf der Insel Curacao müsste die Familie rund 15.000 Euro aufbringen.

Nach vielen Überlegungen folgten die Müllers dem Rat ihrer Freunde und schrieben viele Vereine und Betriebe an. Damals kam die Spendensuche nur langsam in Gang. Ute und Michael Müller erfuhren große Hilfe aus dem Ort und ihrem Familien- und Bekanntenkreis. Der große „Durchbruch“ kam dann vor drei Jahren. Der Eintracht Braunschweig-Fan-Club „Cattiva Brunsviga“ interessierte sich für das Schicksal des Jungen  und organisierte ein Hallenturnier zu Gunsten Jannes. Seitdem hat der Fan-Club insgesamt 20.000 Euro erspielt und der Familie bereits zwei Delphin-Therapien ermöglicht. Die Spenden- und Hilfsbereitschaft hat seither hohe Wellen geschlagen. „Es ist unglaublich, was fremde Menschen für uns und Jannes tun. Das ist kaum zu fassen und erfüllt uns mit sehr großer Dankbarkeit. Stellen Sie sich das nur einmal vor: Da organisiert ein Fan-Club ein Spenden-Turnier, für Menschen wie uns. Die kannten uns nicht einmal. Was dann später während der Hallenturniere passierte, war unglaublich. Menschen, Vereine und Firmen haben dafür gesorgt, dass wir diese Therapie in Curacao machen durften“, so Ute Müller fassungslos.

Die Therapie mit den sanften Riesen zeigte Erfolge

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Jannes während seiner Delphin-Therapie auf Curacao. Ein Trainer begleitet den Jungen. Foto: Fam. Müller

Im Jahr 2011 durfte die Familie zum ersten Mal nach Curacao fliegen und die ersehnte Therapie mit den 200-Kilo-Riesen machen. Die Insel in der Karibik hat die Familie mit Bedacht ausgewählt. Zwar bieten auch Länder wie Spanien und die Türkei Delphin-Therapien an, aber nur auf Curacao findet die Therapie im natürlichen Lebensraum der Delphine statt.  „Beim ersten Mal konnten wir uns gar nicht so richtig vorstellen, was nun geschieht. Wir hatten zwar schon viel über die Therapie gelesen und gehört und wussten, dass sie eine echte Chance für Jannes ist. Trotzdem waren wir sehr gespannt auf das, was uns erwarten würde“, erzählt Michael Müller. Der erste Erfolg setzte schon nach kurzer Zeit auf der karibischen Insel ein. „Wir haben den Schwerpunkt der Therapie auf die Mund-Motorik gesetzt. Jannes kann nur schlecht kauen und schlucken. Er konnte bis dahin nur zerdrückte Speisen zu sich nehmen. Nach der ersten Therapie konnte er dann auch mal ein Brot oder einen Keks essen. Für uns ist das ein großer Erfolg“, erklärt Ute Müller.

Die Delphin-Therapie ist individuell auf die kleinen Patienten zugeschnitten. In Jannes Fall sollte das Schwimmen mit den großen Meeresbewohnern eine Art Ansporn und Belohnung für erzielte Erfolge sein. Nach seinen Therapie-Sitzungen wurde der Junge mit dem Delphin-Schwimmen belohnt. „Jannes hatte den Dreh sehr schnell raus. Er wusste, wenn er sich während seiner Übungen anstrengt, darf er zu den Delphinen“, strahlt Jannes Mutter.

Im Juli diesen Jahres war die Familie wieder auf Curacao. Dieses Mal durfte auch Bruder Jendrik mit und an der Therapie teilnehmen. Jendrik ist weder geistig, noch körperlich Behindert. Der Junge ist ein aufgeweckter und neugieriger Junge, der jedoch zu Hyperaktivität neigt. Auch das ist eine Folge der Frühgeburt. Für Jendrik war die Reise zu den sanften Riesen das reinste Abenteuer. Noch heute erzählt er aufgeregt von der Zeit, als er mit den Delphinen schwimmen konnte. Er fragt schon, wann es wieder zu seinen Freunden ans Meer geht.

Yendrik und der Delphin. Die Therapie mit den sanften Riesen tut auch dem Zwillingsbruder gut. Foto: Fam. Müller

Jendrik und der Delphin. Die Therapie mit den sanften Riesen tut auch dem Zwillingsbruder gut. Foto: Fam. Müller

Für Jannes waren beide Therapien ein großer Erfolg. „Seine motorischen Fähigkeiten habe sich sehr gut entwickelt. Seine Reaktion und Kommunikation ist deutlich besser geworden und er kann nun etwas kauen. Ich kann nicht erklären, was zu dieser Verbesserung beigetragen hat. Vielleicht ist es die entspannte Atmosphäre die während der Therapie herrscht. Vielleicht ist es die Ausgeglichenheit von uns und den Kindern. Vielleicht  liegt es aber auch an diesen wunderbaren und sanftmütigen Tieren. Ich weiß nicht, ob es nur mir so ging. Aber ich war noch nie in meinem Leben so entspannt, wie in dem Augenblick, als ich mit diesen Tieren im Wasser war“, so Ute Müller.

„Mit ging es genauso. Ich konnte es vorher nicht glauben, aber der Kopf ist total frei. Es ist der totale Wahnsinn. Man steigt aus dem Wasser und merkt, dass man an nichts denkt. Den ganzen Tag über ist der Kopf einfach leer“, beschreibt Michael Müller das Gefühl nach dem Erlebnis mit den Delphinen.

„Wenn Jannes und Jendrik auch nur etwas von der Entspannung gespürt haben, die wir empfanden, dann hat es sich schon gelohnt. Noch lange nach der Reise hält diese Entspannung bei den Kindern an“, schließt die junge Mutter ab.

Warum noch eine Therapie?

Vielleicht fragen Sie sich nun: Warum noch eine Therapie? Für Kinder wie Jannes, ist jede Therapie ein Schritt ins Leben. Sie blühen auf, finden zu Fähigkeiten, die bis dahin im Verborgenen lagen. Es sind kleine Erfolge, die vielleicht auch nicht für Jedermann sichtbar sind. Aber sie sind wichtig für Jannes und seine Familie. Jeder noch so kleine Erfolg bedeutet für die Familie einen Sieg über die Widrigkeiten des Lebens. Fachleute und Ärzte empfehlen sogar jährlich solch eine Therapie, die in keinster Weise von den Krankenkassen unterstützt wird. Deshalb braucht dieses Kind die Hilfe von Menschen wie Klaus-Dieter Asche und Denis Brüggendick und von Menschen, die mit einem noch so kleinen Beitrag helfen, einen Kinder-Traum zu erfüllen.

Hilfe für Jannes 

Das Pulling im Gewerbegebiet Schweigerstraße findet am 6. Oktober statt. Ab 12 Uhr treten die Teams gegen einen 12-Tonner Reisebus an. Dann heißt es wieder „Ziehen für den guten Zweck“. Für die diesjährige Veranstaltung sind die Organisatoren auf  einen Bus des Reisebüros Schmidt ausgewichen. Das Wolfenbütteler Reiseunternehmen stellt den Bus für das Kräftemessen. Auf die Teilnehmer warten tolle Sachpreise, viel Spaß und zahlreiche Leckereien an den Ständen. Außerdem sorgt eine Hüpfburg für Spaß bei den kleinen Besuchern. „Anmeldungen sind noch bis zum letzten Tag möglich. Wir freuen uns über jeden Teilnehmer“, versichert Klaus-Dieter Asche. Die Startgebühr beträgt 20 Euro je Mannschaft. Die Anmeldung kann über Klaus-Dieter Asche unter 01757884189, oder per Email (Dieter2330@arcor.de) erfolgen.

Die Einnahmen des Tages fließen zu 100 Prozent an die Familie Müller. Damit Jannes mit seiner Familie bald weider nach Curacao reisen und mit den Delphinen schwimmen kann. Jannes und seine Familie werden auch beim Pulling dabei sein und am Abend die Siegerehrung vornehmen.

Wer nicht am Pulling teilnehmen kann, der darf am Veranstaltungstag trotzdem etwas in den Spendentopf stecken, oder seinen Beitrag auf das Spendenkonto der Familie Müller einzahlen. Jannes und seine Familien bedanken sich schon jetzt bei allen freundlichen Unterstützern.

Spendenkonto Jannes und Jendrik Müller:

Dolphin-Aid e.V, BLZ: 30050110 Stadtsparkasse, Konto: 2000 24 24, Verwendungszweck: Jannes und Jendrik Müller (bitte unbedingt den Verwendungszweck angeben!)

 

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