„Skrupellose Ausbeutung“ – ver.di prangert Paketdienste an

14. Februar 2019
Der Internet-Handel sorgt für große Nachfrage nach Paketdiensten. Doch wie sieht es mit der Bezahlung der Fahrer aus? Symbolfoto: Archiv
Region. "Die aktuellen Kontrollen des Braunschweiger Zolls bei Kurier-, Express- und Paketdiensten bringen es an den Tag: In der Branche läuft vieles schief. Verstöße und Verdachtsfälle, die Notwendigkeit von Nachermittlungen in jedem vierten Fall belegen das", befindet die Dienstleistungsgewerkschaft ver.di im Bezirk Süd-Ost-Niedersachsen.

Wie ver.di in einer Pressemitteilung mitteilt, wundere man sich nicht: „Wir wissen, dass es viel zu wenig Kontrollen gibt und wir wissen, dass in der Branche vieles gewaltig schief läuft,“ so Sebastian Wertmüller, ver.di-Geschäftsführer für Süd-Ost-Niedersachsen. Es gehe immer wieder um den gesetzlichen Mindestlohn, der nicht eingehalten werde, um die Arbeitszeiten, um Scheinselbständigkeit und die sonstigen Arbeitsbedingungen. „Migranten, die über Agenturen in Osteuropa angeheuert werden, werden hier zum Teil skrupellos ausgebeutet“, so die Gewerkschaft.

Maßgeblich dafür sei, dass mehrere große Paketdienste (Hermes, DPD und GLS) ausschließlich mit Subunternehmern arbeiteten, für diese aber keine Verantwortung übernehmen würden, so ver.di. Neben den vielfach prekären Arbeitsbedingungen bedeute das auch eine unfaire Konkurrenz für die Betriebe, die tariflich bezahlten und die ihre Fahrer selber beschäftigten. Die regulären Arbeitsplätze dort (unter anderem bei der Post und bei UPS) würden so unter Druck gesetzt.

ver.di fordert Generalunternehmerhaftung

Wertmüller: „Die Branche boomt in Folge des zunehmenden Internet-Handels, aber keiner will Verantwortung für die Arbeitsbedingungen übernehmen.“ ver.di fordert mehr Kontrollen durch den Zoll. Und vor allem fordert ver.di, dass die Paketdienste endlich Verantwortung übernehmen: „Es braucht ein Gesetz mit dem eine Generalunternehmerhaftung geregelt wird,“ fordert Wertmüller. „Die Branche sucht händeringend Fahrer, dann soll sie sie auch anständig bezahlen und menschenwürdige Arbeitsbedingungen bieten.“

Medienpartner
Anzeigen
Veranstaltungen
Anzeigen
Kontakt zur Redaktion
Sie erreichen unsere Redaktion 24 Stunden am Tag, 7 Tage die Woche per
E-Mail: wolfenbuettel@regionalheute.de
und montags bis freitags von 9 Uhr bis 17.30 Uhr per
Telefon 05331 / 88 27-21
Telefonnummern
Apotheken-Notdienst: 22 8 33
Ärztliche Bereitschaftspraxis: 05331-8553990
Elterntelefon: 0800 111 0 550

Deutsches Rotes Kreuz
- Servicestelle: 05331/ 9750 200
- Tafel: 05331/ 94 86 55
- Kleiderkammer: 05331/ 927 846 4
- ITZ: 05331/ 927 847-0
- Solferino: 05331/ 927 84 2880
- Pflege+Betreuung: 05331/ 9750 714
- Rettungsdienst: 05331/ 9750 612

Feuerwehr-Notruf: 112
Frauenschutzhaus Wolfenbüttel: 05331-41188
Gift-Notruf: 0551 / 19 24 0
Hospizverein Wolfenbüttel: 0171/6226606
Kartensperrungs-Notruf (für alle): 116 116
Kinder- und Jugendtelefon: 0800 / 111 0 333
Klinikum Wolfenbüttel: 05331-9340
Landkreis Wolfenbüttel: 05331-840
Polizei-Notruf: 110
Rettungsdienst-Notruf: 112
Stadt Wolfenbüttel: 05331-860
Strom-Gas-Wasser-Störungsstelle der Stadtwerke Wolfenbüttel: 05331-408111
Technisches Hilfswerk (THW) Wolfenbüttel: 05 33 1 / 96 99 40
Telefonseelsorge (evangelisch): 0800 / 111 0 111
Telefonseelsorge (katholisch): 0800 / 111 0 222
Weisser Ring Opfertelefon: 116 006