Salzgitter rätselt über das Todesdrama vom Fredenberg

18. April 2019 von
Peter K. starb bei einem Polizeieinsatz am Hans-Blöckler-Ring (l.). Vor seiner Wohnung in der Einsteinstraße (r.) wurden mittlerweile Blumen niedergelegt, ebenso wie ein Blatt Papier auf dem „Peter K. ist unschuldig" geschrieben steht. Fotos: Rudolf Karliczek
Salzgitter. Genau eine Woche ist es nun her, dass der 28-jährige Peter K. bei einem Polizeieinsatz in Salzgitter-Fredenberg ums Leben kam und wenig später in seiner Wohnung die Leiche des 22-jährigen Stefan M. gefunden wurde. Obwohl die Staatsanwaltschaft Braunschweig mittlerweile viele Fragen beantworten konnte, bleiben weiterhin Ungereimtheiten, über die auch die Bürger in Salzgitter rätseln.

Am vergangenen Donnerstag überschlugen sich die Ereignisse in Salzgitter-Fredenberg. Zunächst wurde die Polizei gegen Nachmittag zu einem Einsatz an den Hans-Blöckler-Ring gerufen, in dessen Verlauf sich der 28-jährige Peter K. in einer Wohnung von Bekannten verschanzte und wenig später von Spezialeinheiten der Polizei erschossen wurde. In den Abendstunden folgte dann die nächste tragische Erkenntnis. In der Wohnung des Erschossenen wurde die Leiche des 22-jährigen Stefan M. gefunden. Laut Staatsanwaltschaft habe der leblose Körper des jungen Mannes bereits mehrere Tage in der Wohnung von Peter K. gelegen.

Kein natürlicher Tod

Während sich am vergangenen Donnerstag die Ereignisse überschlugen und großes Rätselraten über die Hintergründe der Tat herrschte, sind heute viele Fragen beantwortet. Wie die Staatsanwaltschaft Braunschweig kürzlich mitteilte, starb Stefan M. nicht an einem natürlichen Tod. Nach Informationen der Salzgitter Zeitung sei der 22-Jährige erschossen worden, vermutlich vom später ebenfalls verstorbenen Peter K. Dies habe der 28-Jährige auch Beamten der Polizei angedeutet, während er sich in der Wohnung verschanzte.

Aber wie starb Stefan M. wirklich?

Neue Informationen der Staatsanwaltschaft Braunschweig sorgen nun allerdings für weiteres Rätselraten in Salzgitter. Demnach war Peter K. beim Einsatz am Hans-Blöckler-Ring nämlich nicht wirklich bewaffnet und trug lediglich eine Spielzeugpistole bei sich. Diese Erkenntnisse wirft nun nicht nur weitere Fragen zum Tod von Stefan M. auf, sondern ungeklärt ist auch weiterhin, wie es zur vermeintlichen Schussverletzung von Peter K. kam. Auslöser für den Polizeieinsatz am vergangenen Donnerstag war nämlich der Anruf eines Bekannten des 28-Jährigen, der meldete, der junge Mann sei durch einen Schuss verletzt worden.

War eine dritte Person involviert?

Eine Möglichkeit ist, dass Peter K. zwar in Besitz einer Waffe war, diese jedoch kurz vor seinem Tod entsorgte. Eine andere, oft in der Bevölkerung thematisierte Theorie ist, dass vermutlich noch eine dritte Person in den Tod von Stefan M. involviert war. Auf Nachfrage von regionalHeute.de hält sich die Staatsanwaltschaft Braunschweig bedeckt. Ausgeschlossen werden kann demnach lediglich, dass beim SEK-Einsatz am Hans-Blöckler-Ring eine dritte Person involviert war. Zum Leichenfund von Stefan M. könne man derzeit keine weiteren Informationen herausgeben, ebenso wenig wie zu der Wohnungsdurchsuchung in der Einsteinstraße. Vorerst bleibt also unklar, ob Peter K. in Besitz einer Schusswaffe war.

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