Regionalverband stellt neue Daten zum Einzelhandelskonzept vor

13. November 2018
Der Regionalverband Großraum Braunschweig hat nach einer aktuellen Untersuchung umfangreiche Daten für die Zukunft des Einzelhandels der Region bekanntgegeben. Symbolfoto: Pixabay
Region. Der Regionalverband Großraum Braunschweig hat nach einer aktuellen Untersuchung umfangreiche Daten für die Zukunft des Einzelhandels der Region bekanntgegeben. Darin werden die gefühlten Veränderungen in Bezug auf Einkaufsverhalten und Einkaufsorte auf eine solide Datenbasis gestellt. Die Erhebung erfolgte durch das Gutachterbüro Stadt + Handel.

Der Regionalverband hat auf einer Abschlussveranstaltung in der Braunschweiger Stadthalle die Fortschreibung des Regionalen Einzelhandelskonzepts (REHK) einem Fachpublikum vorgestellt. Auf 182 Seiten finden sich verlässliche Zahlen, Grafiken und Analysen zu den wichtigsten Rahmenbedingungen für die verträgliche und nachhaltige Entwicklung des großflächigen Einzelhandels im Großraum Braunschweig. Die 2017 erhobenen Daten liefern ein komplettes Bild des Ladeneinzelhandels und geben Aufschluss über die Verkaufsflächen, sowie die Verteilung von Warensortimenten oder Leerständen in der Region. Ebenfalls wurden 67 detaillierte Steckbriefe für Kommunen, Landkreise und Innenstädte erstellt, die online für jeden einzusehen sind.

Neue Daten als Entscheidungsgrundlage

Manuela Hahn, Erste Verbandsrätin, fasst das Papier zusammen: „Damit steht für unsere Region eine aktualisierte, den bestehenden rechtlichen Grundlagen angepasste und fachlich fundierte Datenbasis zur Verfügung. Für uns als Regionalverband ist sie die Grundlage der regionalen Abstimmung im Einzelhandel, die auf den Vorgaben des Landesordnungsprogramms 2017 fußt.“

Das Kaufkraftniveau 2016 im Großraum Braunschweig. Ein entscheidender Faktor zeichnet sich ab. Quelle: Regionalverband Großraum Braunschweig

Der angepasste Meldebogen für Einzelhandelsgroßvorhaben ist beispielsweise eines der wichtigsten Instrumentarien für die Arbeit des Regionalverbands. „Wir haben den Auftrag, Planungsvorhaben von Geschäften über 800 Quadratmeter Verkaufsfläche raumordnerisch abzustimmen. Die neuen Daten sind dabei eine Entscheidungsgrundlage.“

Weiterhin können so die regionalen Entwicklungen mit den bundesdeutschen Trends verglichen werden. „Die Einschätzung, wo wir im bundesweiten Vergleich stehen, hilft bei zukunftsorientierten Konzepten,“ beschreibt Hahn den Nutzen solcher Datenerhebungen.

Besonders wichtig sei Manuela Hahn der Service für die Kommunen. Die detaillierten Daten für bestimmte Gebiete, Innenstädte oder sogar heruntergebrochen bis zu einzelnen Straßen können von den jeweiligen Gemeinden kostenfrei angefordert werden. Dies spare Zeit und Geld bei dem Vorhaben kommunaler Einzelhandelskonzepte. Hahn sieht darin einen großen Mehrwert für die Kommunen: „Wir haben schon die ersten Nutzer dieser Erhebung und es werden sicherlich weitere Städte und Gemeinden davon profitieren, um damit ihre Innenstädte lebendig zu halten und die Nahversorgung aller Bevölkerungsgruppen vor Ort zu planen.“

Kaufkraft stark von Wohnort abhängig

Aus den Erhebungen ergeben sich, bezogen auf eine Übersicht aus dem Jahr 2016, eindeutige Unterschiede im Großraum Braunschweig sowohl in Bezug auf Kaufkraft als auch Quantität der Einkaufsmöglichkeiten. Während bei der Kaufkraft rund um Wolfsburg ein ganz klarer Effekt durch den Standort VW zu sehen ist, was sich in den Geldbörsen der Beschäftigten und umliegend Ansässigen klar widerspiegelt, haben andere Gebiete, insbesondere am Rand des Großraumes, weniger finanzieller Optionen.

Für die Anzahl der Betriebe sieht es hingegen flächendeckend eher düster aus. Mit nur zwei Ausnahmen sinkt die Gesamtmenge im gesamten Großraum unterschiedlich stark (siehe Grafik).

Die Anzahl der Betriebe nimmt fast flächendeckend ab. Quelle: Regionalverband Großraum Braunschweig

Hintergrund des REHK

Ziel des REHK ist es, dem seit vielen Jahren erfolgenden Strukturwandel im Handel und der Entwertung von Innenstadtlagen zu begegnen, um der tradierten europäischen Stadtkonzeption und den Leitvorstellungen der Raumordnung, die eine nachhaltige Raumentwicklung mit gleichwertigen Lebensverhältnissen in den Teilräumen vorsieht, Rechnung zu tragen.

Dazu gehört der Erhalt und die Förderung ausgewogener Versorgungsstrukturen und in Bezug auf den Einzelhandel die Entwicklung und Sicherung zentraler Versorgungsbereiche mit kurzen Wegeverbindungen, sowie die Förderung einer wohnortnahen Grundversorgung auch für mobilitätseingeschränkte Bevölkerungsgruppen.

Das REHK dient somit der Steuerung großflächiger Einzelhandelsansiedlungen auf der Ebene der Regionalplanung, um die Zentren zu stärken. Mit dem Konzept werden einheitliche Regeln für die Beurteilung von Einzelhandelsgroßprojekten aufgestellt. Durch die im niedersächsischen Raumordnungsgesetz normierte Mitteilungs- und Auskunftspflicht kann eine frühzeitige Beurteilung/Abstimmung von Projekten gewährleistet und eine Verfahrensvereinfachung und -beschleunigung erreicht werden. Dies geschieht mittels des eigens entworfenen Mitteilungsbogens und ermöglicht eine einheitliche Informationsgrundlage.

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