Protokoll deckt auf: Wasserzufluss in Asse schon 1964 bekannt

29. Januar 2019
Ein altes Protokoll zeigt, dass die damaligen Betreiber der Asse von Anfang an wussten, dass Flüssigkeit eintritt. Symbolfoto: Archiv/Alexander Panknin
Remlingen. Bislang war man offiziell davon ausgegangen, dass erst seit 1988 (zehn Jahre nach Ende der Einlagerung von Atommüll) Lauge in die Schachtanlage Asse II eintritt. Doch die Analyse eines Befahrungsprotokolls ergibt: Schon 1964 wusste man, dass täglich drei Kubikmeter Wasser eindringen. Also bevor am 4. April 1967 das erste Atommüllfass nach unten gebracht wurde. Das teilt der Asse II-Koordinationskreis mit.

Am 29. Januar 1964, heute vor 55 Jahren, besichtigten Vertreter des Forschungsministeriums, der Gesellschaft für Kernforschung Karlsruhe (GfK) und des damaligen Eigentümers die Schachtanlage Asse II, um die Eignung zur Atommüll-Deponierung festzustellen. Es wurde notiert, dass pro Minute zirka zwei Liter Wasser durch den Schacht hineinlaufen. Das sind etwa drei Kubikmeter pro Tag. Man könne den Wasserzulauf eindämmen, sorgte sich aber nicht um den weiteren Verbleib dieses Wassers.

Auch weitere Formulierungen lassen nur den Schluss zu, dass es allein darum ging, die kostengünstige Einlagerung von Atommüll zu rechtfertigen, nicht aber um eine wissenschaftlich fundierte Beurteilung der Eignung des Salzbergwerks Asse II für Atommüll-Endlagerung. So heißt es: „Positiv zu werten ist vor allem der Preis, der auf 600.000 DM beziffert wurde.“

„Forschungsministerium ließ wider besseres Wissen einlagern“

„Im Forschungsministerium hätten angesichts dieser Beurteilung schon im Frühjahr 1964 (verfasst wurde das Protokoll am 3. März 1964) alle Alarmglocken schrillen müssen“, so der Asse II-Koordinationskreis. Stattdessen habe man die Umrüstung der Schachtanlage Asse II geschehen und durch die Münchner GSF in fast zwölf Jahren 50.000 Kubikmeter Atommüll einlagern lassen. „Vermutlich immer mit der Angst im Nacken, noch während des Einlagerungsbetriebs könnte sich die Wassermenge den Weg in das Bergwerk hinein suchen, denn tausend Kubikmeter pro Jahr mussten ja irgendwo bleiben“, so der Koordinationskreis.

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