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Projekt „Sozio-Med-Mobil“ des DRK Wolfenbüttel gestartet

15. Dezember 2017
Das Team des Sozio-Med-Mobils (von links): Anna Horstmann, Projekt-Leiterin Inna Ekkert, der ehrenamtliche Mitarbeiter Detlev Prescher und Katharina Günter. Foto: DRK
Wolfenbüttel. Nahezu unbemerkt von der breiten Öffentlichkeit, ist jetzt die Probephase des Sozio-Med-Mobils (SMM) angelaufen. Dabei handelt es sich nur vordergründig um einen behindertengerechten Kleinbus mit acht Sitzplätzen.

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Im Hintergrund steht ein komplexes Projekt, das ein großes Ziel verfolgt: die medizinische und soziale Versorgung der Menschen in unterversorgten Gemeinden.

Inna Ekkert arbeitet als Projektleiterin beim DRK-Kreisverband Wolfenbüttel. Mit ihrem Team beackert sie seit Wochen die Samtgemeinde Elm-Asse, denn dort soll es im Februar richtig losgehen. „Bis dahin suchen wir Nutzer, Kooperationspartner und Kümmerer“, sagt sie, denn genau diese drei Gruppen will das Mobil zusammen bringen.

„Unsere Homepage ist das Kernstück des Projekts“, erläutert Ekkert mit Blick auf die Internetseite (sozio-med-mobil.de). Dort werden schrittweise mehr und mehr Partner gelistet – von Facharztpraxen bis zu Samtgemeinde-Verwaltung, vom Physiotherapeuten bis zum Sanitätshaus und dem Hörgeräte-Akustiker. Wer sich als Nutzer auf der Seite registriert hat, kann in einem Kalender sehen, wann die jeweiligen Partner Termine frei haben – und sofort einen Fahrdienst für diesen Tag buchen. Der Termin beim Partner allerdings muss wie bisher direkt gebucht werden.

„Wir bieten mit unserem Sozio-Med-Mobil die Abholung von zu Hause und den kostenlosen Transport für bedürftige Menschen“, erklärt die Projektleiterin. Allerdings gebe es zwei Einschränkungen: „Unser Bus ist nicht für akute Erkrankungen geeignet. Und der Abholdienst soll nicht für Fahrten sein, die Patienten von einer Krankenkasse erstattet bekommen.“

Zur Zielgruppe gehören alle Menschen, die in der Samtgemeinde Elm-Asse wohnen und auf die ein oder andere Art immobil oder bedürftig sind. Also Ältere und chronisch Kranke ebenso wie Menschen mit Behinderung oder Flüchtlinge. Doch der Fahrdienst ist nicht der einzige Aspekt des SMM. „Unser Motto lautet: Beratung kommt zu Ihnen – Sie kommen zum Arzt“, zitiert Inna Ekkert. Tatsächlich soll der Bus auch ein rollendes Beratungsbüro werden, mit festen Haltestellen nach festem Fahrplan. Im Gegensatz zu den ganz individuellen Routen des Fahrdienstes.

Weitere Fahrten geplant 

„Außerdem planen wir für das Frühjahr 2018 die Aufnahme der Fahrten zu teilnehmenden Beratungseinrichtungen, ins Rathaus oder zu Kursen.“ Darüber hinaus werde dann auch die Online-Beratung auf der Internetseite möglich sein. „Und schließlich planen wir mittelfristig auf der SMM-Homepage eine Suchmaschine über alle Anbieter in der Region.“

Weil gerade ältere und kranke Menschen oft Probleme mit der Internetnutzung haben, kommen als Mittler die Kümmerer ins Spiel. „Sie sollen unsere Nutzer beim Umgang mit der Internetplattform unterstützen oder die Buchungen im Auftrag des Nutzers übernehmen“, verdeutlicht Inna Ekkert. Das können Familienmitglieder sein, müssen aber nicht. „Das kann jeder machen, der ein digitales Grundverständnis hat und mit dem Internet umgehen kann – und auf diese Weise seinem Nachbarn hilft.“ Ganz nebenbei sorge das Sozio-Med-Mobil dadurch für die Belebung des Sozialgefüges in den Dörfern.

Gerade in der Gruppe der Kümmerer verzeichnet das SMM-Team bislang die größten Erfolge. Gleichwohl sucht das Ekkert-Team auch nach weiteren Kümmerern, die das Projekt unterstützen wollen.

Schon jetzt können sich Interessierte auf der Internetseite registrieren, doch läuft der Probebetrieb derzeit erst mit einer Handvoll von Partnern. Gleichwohl sind alle Informationen online fein aufbereitet, und bis zur großen Auftaktveranstaltung im Februar sind sicherlich die Listen voll. Dann stehen auch die Haltestellen des Busses und seine Fahrpläne für den Beratungsdienst fest. „In jedem Fall freuen wir uns über jeden, der beim Sozia-Med-Mobil mitmachen möchte – ob als Nutzer, Kümmerer oder Partner“, betont Inna Ekkert. „Vor allem Ärzte sollen sich unbedingt bei uns melden, wenn sie mitmachen wollen.“

Der DRK-Kreisverband Wolfenbüttel übrigens ist ausgesprochen stolz auf das erste Sozio-Med-Mobil in ganz Deutschland – und dass es überregional schon so viel positive Resonanz eingeheimst hat. Man rechnet mit vielen weiteren Sozio-Med-Mobilen, die dann alle über die Zentrale in Wolfenbüttel implementiert und angeleitet werden. Aber was ist, wenn der erste Bus in der Samtgemeinde Elm-Asse an seine Kapazitätsgrenzen stößt? „Mit dem Projekt und seiner wissenschaftlichen Begleitung wollen wir auch die Bedarfe im Rahmen des demografischen Wandels ermitteln“, sagt DRK-Vorstand Andreas Ring. „Wenn wir von der gefühlten Unterversorgung zu einer wissenschaftlich belegten Bedarfsfeststellung kommen, werden wir Wege für eine Kapazitätsaufstockung finden.“ Dieses Thema steht Ende 2018 auf der Agenda, da bereits weitere Samtgemeinden Interesse am Sozio-Med-Mobil bekundet haben.

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