Praetorius-Streit: Das sagt Dr. Christoph Helm

20. Mai 2019 von
Prof. Dr. Christoph Helm möchte zu seinem Abschied aus der CDU-Fraktion nichts mehr sagen. In Sachen Praetorius-Jahr zeigt er sich aber zuversichtlich. Archivfoto: Anke Donner
Wolfenbüttel. Vergangene Woche sorgte eine Presseerklärung der städtischen FDP-Fraktion für Aufsehen. Anlässlich der Ablehnungsempfehlung eines Antrags für ein Praetorius-Jahr durch die Verwaltung, hatte Ratsherr Rudolf Ordon (FDP) die Ablehnung durch Bürgermeister Thomas Pink mit dessen CDU-Vergangenheit und dem früheren CDU-Fraktionsvorsitzenden und heutigen Vorsitzenden des Kulturstadtvereins in Verbindung gebracht. regionalHeute fragte nun bei Dr. Christoph Helm selbst nach.

Dr. Christoph Helm war im Oktober 2016 nicht nur vom CDU-Fraktionsvorsitz zurückgetreten, sondern hatte auch sein Ratsmandat abgegeben. Während Rudolf Ordon nun in seiner Erklärung behauptet, Helms Rücktritt sei durch einzelne CDU-Fraktionsmitglieder erzwungen worden, bestritt dies der heutige Fraktionsvorsitzende Winfried Pink vehement. Er wirft Ordon und der FDP die Verbreitung von Unwahrheiten vor und bittet Helm, dieses zu bestätigen.

Doch Helm möchte sich hierzu nicht weiter äußern. Auf Anfrage unserer Redaktion schreibt er: „Auf die Darstellung von Herrn W. Pink gehe ich nicht weiter ein, sondern verweise auf meine ausführliche Stellungnahme bei regionalWolfenbuettel.de vom 12. Oktober 2016. Dem ist auch aus heutiger Sicht nichts hinzuzufügen“. In diesem Statement begründet Helm seinen Rückritt vor allem mit dem schlechten Wahlergebnis unter seiner Verantwortung.

Planungsgruppe steht hinter dem Praetorius-Antrag

Zum Anlass des Streits, dem Antrag 2021 ein Praetorius-Jubiläumsjahr zu begehen, äußert sich der Vorsitzende des Kulturvereins folgendermaßen: „Es ist zunächst festzustellen, dass dies kein Antrag des Kulturstadtvereins Wolfenbüttel ist, sondern der einer Planungsgruppe unter meinem Vorsitz, der affine Kulturvereine, Musikwissenschaftler etc. angehören.“

Die Planungsgruppe sei von Beginn an an sachorientierten Gesprächen mit der Verwaltung interessiert gewesen. „Deshalb begrüßen wir es, dass das Gesprächsangebot der Planungsgruppe zwischenzeitlich von Bürgermeister Pink angenommen wurde, so dass am 13. Juni 2019 ein Vermittlungsgespräch im Rathaus stattfinden kann“, erklärt Dr. Helm. Weiterhin sei erfreulich, dass aus dem überwiegenden Teil der Fraktionen des Rathauses zu hören sei, dass sie ein Praetorius-Jubiläumsjahr 2021 befürworten.

Rückenwind aus Hannover

Darüber hinaus sei der Planungsgruppe in diesen Tagen ein befürwortendes Schreiben des Niedersächsischen Wissenschaftsministers Björn Thümler, datiert vom 7. Mai 2019, zugegangen, der wörtlich schreibe: „ Das im Jahr 2021 anstehende Praetorius-Jubiläumsjahr bietet eine hervorragende Chance, Michael Praetorius als einen bedeutenden Komponisten und Hofkapellmeister zu würdigen und den Blick der Musikwelt auf Wolfenbüttel und Niedersachsen zu lenken. Daher begrüße ich Ihr großes Engagement, ein Konzept für das Jubiläumsjahr zu erstellen und umzusetzen.“

Die zahlreichen Bemühungen, der Musiktradition der Residenzstadt Wolfenbüttel, die sich unter anderem mit dem Namen Praetorius verbindet, stärkeres Gewicht zu verleihen, hätten zu zahlreichen auch überregional erkennbaren Erfolgen geführt. Die Planungsgruppe sei davon überzeugt, dass durch sachorientierte Arbeit und Argumente diese erfolgreiche Arbeit im Interesse der Kulturstadt Wolfenbüttel weiter geführt werden könne.

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