Neuer naturwissenschaftlicher Trakt der Großen Schule übergeben

8. Februar 2019
Bürgermeister Thomas Pink übergab den symbolischen Schlüssel für den sanierten Trakt an Schulleiterin Dr. Ute Krause. Fotos: Stadt Wolfenbüttel
Wolfenbüttel. Den 28. Juni 2017 hat man bei der Stadt Wolfenbüttel und bei der Großen Schule noch ganz genau in Erinnerung. Es war der Tag, an dem das Hochwasser den Rosenwall und auch die naturwissenschaftlichen Räume der Schule überflutete – und komplett unbrauchbar machte. Jetzt, rund eineinhalb Jahre später, wurde der beschädigte Trakt nach einer umfänglichen Sanierung wieder offiziell an die Schule übergeben.

Wolfenbüttels Bürgermeister Thomas Pink erinnerte bei der Übergabe am gestrigen Donnerstag an das Bild, das sich ihm damals bot. Kniehoch stand das Wasser im Gebäude. Zwei Chemieräume, drei Physikräume und jeweils drei Sammlungsräume wurden vollständig zerstört. Technische Apparaturen der Fachsammlungen wurden weitgehend unbrauchbar (Nettogeschossfläche rund 1070 Quadratmeter), auch die gesamte Medienausrüstung ist zerstört worden. Ebenso das gesamte Mobiliar.

Sanierung kostet rund 3,6 Millionen Euro

Unmittelbar nach dem Hochwasser wurde die Sanierung eingeleitet. Als Ersatz für die fehlenden Schulräume wurden zwei Klassenraumcontainer angemietet. Die Ausmaße des Schadens wurden erst im Laufe der Abriss- und Entkernungsarbeiten nach und nach sichtbar, was den angestrebten Zeitrahmen der Bauarbeiten immer wieder verlängerte. War ursprünglich geplant die Fertigstellung im August 2018 feiern zu können, dauerte es letztendlich bis Ende 2018. Nach den Weihnachtsferien konnte der Trakt Anfang Januar von der Schule in Betrieb genommen werden. Lediglich Restarbeiten im Außenbereich stehen noch an. Die Gesamtkosten der Sanierung werden voraussichtlich rund 3,6 Millionen Euro betragen.

Natürlich gab es auch Führungen durch die neuen Räume.

Die Renovierung in der Übersicht

Entstanden sind nach der Renovierung insgesamt sechs Fachräume für Physik und Chemie, zwei Sammlungsräume sowie ein MINT-Labor. Zudem wurde ein neuer Haupteingang mit Windfang und integriertem Aufzug (damit erreicht die Schwerpunktschule endlich ihre Inklusionsfestigkeit) installiert. Ebenso entstanden sind ein behindertengerechter Sanitärraum. Das Gebäude wurde zudem energetisch und in Sachen Brandschutz ertüchtigt – was sich auch im Erscheinungsbild widerspiegelt: Weg von der alten Klinker- und Betonfassade, hin zu einer modernen Vorhangfassade beim eingeschossigen Baukörper und Vollwärmeschutzfassade (Steinwolle mit echter Putzfassade) im zweigeschossigen Baukörper. Auch die Klassenräume wurden zeitgemäß gestaltet – weg von Unterrichtsräumen mit aufsteigenden Stuhlreihen, nicht zu öffnende Oberlichtbändern und schlecht funktionierender Lüftungsanlage zu geräumigen Klassenräumen mit modernen, abdunkelbaren Fensterelementen mit Wärmeschutzglas. Natürlich seien auch diverse Hochwasserschutzmaßnahmen umgesetzt worden, damit das Gebäude künftig für ein 100-jähriges Hochwasser gerüstet ist.

Neuer Trakt – Neue Schulleiterin 

Dr. Ute Krause freute sich gleich in zweierlei Hinsicht über den neuen Trakt. Zum einen, da sie, als eben erst in Wolfenbüttel angekommene Schulleiterin weder das Hochwasser noch die Bauphase mitmachen musste, die neuen Räume nun aber ihr naturwissenschaftliches Herz höher schlagen lassen. Die Schüler können ihren Worten zufolge nun Laboratmosphäre schnuppern. Dies sei wichtig, denn nur durch Experimente würden Naturwissenschaften leben. Und je mehr Schülerinnen und Schüler Spaß an Naturwissenschaften entdecken würden, umso größer werde die Basis für den benötigten Fachkräftenachwuchs in diesem Bereich.

Gemeinsam wurde das rote Band durchschnitten.

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