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Neue Mobilität für Evessen und seine Nachbardörfer

9. Februar 2018
„Die Evesser AUNO DOMO-Arbeitsgruppe entwirft ein komplettes alternatives Mobilitätssystem für die Gemeinde“. Foto: Merkwatt
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Evessen. „Damit ist mir meine letzte Angst genommen, so könnte ich mein Auto sogar abschaffen!“, sagte eine Teilnehmerin, nachdem die AUNO-DOMO-Gruppe Evessen auf Einladung des Netzwerks Tumulus ein komplettes alternatives Mobilitätssystem entworfen hatte.

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Dafür aber müsste schon viel schiefgehen, denn das in der Entwicklung befindliche Evesser Mobilitätssystem besteht aus zahlreichen aufeinander abgestimmten Bausteinen. Dass die Busanbindung nach Braunschweig inzwischen eine gute Qualität hat, wurde von allen Teilnehmern der Arbeitsgruppe anerkannt. Dennoch bleiben viele Wünsche offen, manche Bedarfe können damit nicht gedeckt werden.

Das beginnt bereits bei der fehlenden Möglichkeit der Mitnahme von Fahrrädern im Bus. Doch Sabine Neef und Michael Fuder vom Büro merkWATT als Projektträger von AUNO DOMO („Autonome Dorfmobilität“) hatten ein Bonbon im Gepäck: „Es gibt seitens des Landkreises und des Regionalverbandes die Überlegung, eine Anzahl von Faltfahrrädern zur Verfügung zu stellen. Diese sind das perfekte Verkehrsmittel für den letzten Kilometer zum Ziel und dürfen kostenlos im Bus mitgenommen werden“, sagte Michael Fuder. Nach einem Ausprobieren für eine begrenzte Zeit dürfte sich der eine oder andere Pendler zum Kauf eines solchen Gefährts entschließen, für Gelegenheitsfahrer könnten in Evessen Faltfahrräder zum Ausleihen bereitstehen.
Das Faltfahrrad könnte neben einem Lastenfahrrad und einem Kleintransporter ein weiteres Verkehrsmittel sein, das den klassischen Carsharing-Pool ergänzt. Auch E-Bikes zum Ausleihen wurden diskutiert. Diese könnten angesichts der steilen Strecken in Evessen auch innerhalb des Dorfes hilfreich sein. „Man stelle sich vor, man könnte sich in der Dorfmitte für Ziele in der Obstbausiedlung oder der etwas weiteren Umgebung eines von mehreren E-Bikes ausleihen, und andersherum aus der Obstbausiedlung mit einem E-Bike zum Bäcker, Schlachter oder Blumenladen ins Dorf hinunter und vor allem wieder die steile Sülze hoch zurückfahren“, sagte Sabine Neef.

Der Start des Carsharings könnte mit privaten Autos erfolgen, waren sich die Arbeitsgruppen- Teilnehmer einig, denn das würde große Investitionen unnötig machen. Manche der Anwesenden hatten bereits ihre ganz persönlichen – durchweg positiven – Erfahrungen mit dem Teilen von Autos in der Nachbarschaft oder im Freundeskreis gesammelt. „Es ist schon toll, wenn sich die Kosten des Autos halbieren“, sagte etwa Heiner Medefind-Germer aus Gilzum. Um das Carsharing von der privaten Ebene auf eine Einrichtung für das ganze Dorf zu heben, wurde die Gründung eines Vereins als Träger diskutiert. Für Buchungen und die Abrechnung stehen einfach zu handhabende Systeme zur Verfügung, wussten die Fachleute von merkWATT zu berichten.

Mitfahrbänke für alle

Großen Wert legt die Evesser AUNO-DOMO-Gruppe auf Menschen ohne Führerschein und Auto. Deshalb wurde ein ausgefeiltes System von Mitnehm- und Mitbringdiensten entworfen. Für Nahziele wird ein System von Mitfahrbänken angepeilt. „Das kann funktionieren, wenn die Ausstattung der Bänke und die Ortswahl stimmen. Außerdem sind alle Bedenken von Fahrgästen und Mitnehmern, insbesondere was das Thema Sicherheit angeht, auszuräumen“, wusste Sabine Neef zu berichten. Also müsse es um eine entsprechende Versicherung und ein Kennzeichnungssystem für Teilnehmer gehen. Auch hier könnte ein Verein eine wichtige Rolle spielen. Ergänzt werden könnten die Mitfahrbänke durch Fahrgemeinschaftsbildungen über eine dörfliche Mobilitäts-App und auch Anzeigetafeln: In den Evesser Geschäften könnten auf Bildschirmen Mitfahrten angeboten werden. „Fahrer xy fährt um 10 Uhr nach Schöppenstedt, bei Bedarf gerne anrufen“, könnte dort etwa zu lesen sein.

„Unser System hat so viel Netz und doppelten Boden und ist finanziell fast für jeden hoch attraktiv“, waren sich die Teilnehmer der Arbeitssitzung einig. Und damit trotzdem niemand davor zurückschrecken muss, im Einzelfall mal auf ein Taxi zurückgreifen zu müssen, kam die Idee der drei Freifahrten pro Jahr auf. Diese Regelung kann für alle gelten, die sich dem Mobilitätssystem anschließen, beispielsweise über eine Vereinsmitgliedschaft. Am 26. Februar um 19 Uhr wird die Planung des Evesser Mobilitätssystems der Zukunft im Dorfgemeinschaftshaus weitergehen. Interessierte sind herzlich eingeladen zur Arbeitsgruppe dazuzustoßen, auch aus den Nachbardörfern. Bis dahin wird merkWATT einige offene Fragen klären, damit es zügig weitergehen kann. „Denn bis zur Jahresmitte sollen die Planungen stehen und der Praxistest beginnen“, sagt Hans-Peter Sauer, Sprecher des Tumulus-Netzwerks.

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