Hochwasser-Freitag: Weiterhin Katastrophenalarm in der Stadt

28. Juli 2017 von
regionalHeute.de hält Sie auf dem Laufenden. Fotos: Nick Wenkel
Wolfenbüttel. In Wolfenbüttel herrscht auch am Freitag Ausnahmezustand. In der Nacht waren die Einsatzkräfte der Feuerwehr im Dauereinsatz. Überall sind Sirenen zu hören. Am frühen Freitagmorgen wurde eine Krisensitzung im Wolfenbütteler Rathaus einberufen. regionalHeute.de informiert Sie über die aktuellen Geschehnisse in der Lessingstadt.

Schützenempfang abgesagt: Auf Grund der Hochwasserlage sieht sich die Stadt nicht im Stande, den Schützenempfang am heutigen Abend durchzuführen. Sämtliche Kollegen sind und waren im nächtlichen Einsatz um Sandsäcke zu füllen und zu verteilen oder auch um die fleißigen Helfer zu verpflegen und zu unterstützen. Um 20 Uhr soll es aber dennoch die Feier im Schützenhaus geben – auch mit den Schützenkönigen.

Försterling lobt Helfer gegen Hochwasser: „Dafür gebührt ihnen unser Dank“, sagt der FDP-Kreistagsabgeordnete Björn Försterling im Bezug auf die Einsatzbereitschaft der freiwilligen Helfer in den letzten Tagen. „In Tagen wie diesen wird deutlich, wie wichtig ehrenamtliches Engagement ist“, findet Försterling. „Es ist beeindruckend zu sehen, wie die Gesellschaft in solchen Situationen zusammenhält.“ Die aktuelle Lage zeige aber auch: Im Hochwasserschutz des Landkreises gibt es Verbesserungsbedarf. „Die Maßnahmen der Vergangenheit haben sich bewährt, aber offensichtlich werden wir sie angesichts solcher Wetterlagen noch verstärken müssen“, sagt Försterling, der Teil des Katastrophenstabs des Landkreises ist. Die dringendste Aufgabe sei nun das Aufräumen. Danach müsse man sich aber der Analyse widmen „und damit können wir uns dann hoffentlich besser auf das nächste Hochwasser vorbereiten.“

Bürgertelefon eingerichtet: Für Fragen rund um das aktuelle Hochwasser und daraus resultierende Beeinträchtigungen wurde vom Katastrophenstab des Landkreises bei der Stadt Wolfenbüttel ein Bürgertelefon eingerichtet. Dieses ist heute ab 9 Uhr bis 16 Uhr unter der Rufnummer 05331 86-150 beziehungsweise -151, -152, -153 oder 154 erreichbar.

Zughaltestelle wird nicht angefahren: Der Halt Börßum der RB 42/43 kann leider noch nicht wieder angefahren werden, da das Wasser in der Bahnhofsunterführung noch nicht abgelaufen ist. Die Züge können auch weiterhin nur mit verminderter Geschwindigkeit fahren, daher ist mit Verspätungen zu rechnen.

Die Stadt schickt einen Appell an die Arbeitgeber. Die Mitteilung im Wortlaut:

Ohne die Hilfsbereitschaft und das Entgegenkommen seitens der Arbeitgeber wäre ehrenamtliche Feuerwehrarbeit nicht möglich. Das wird einmal mehr in der aktuellen Hochwassersituation deutlich. Neben der Bereitschaft der Feuerwehrmitglieder, im Einsatzfall zu jeder Tages- und Nachtzeit alles stehen und liegen zu lassen, sind es auch die Firmen und Unternehmen der bei ihnen beschäftigen Feuerwehrleute, die im Ernstfall eine schnelle Hilfe möglich machen.

„Natürlich hoffen wir, dass diese Bereitschaft auch in der derzeitigen Ausnahmesituation von den Firmen und Unternehmen beibehalten wird“, appellieren Landrätin Christiana Steinbrügge und Bürgermeister Thomas Pink an die Arbeitgeber. „Die zahlreichen Helferinnen und Helfer der Feuerwehren haben ihr Engagement in den vergangenen Tagen schon bis an die persönliche Leistungsgrenze unter Beweis gestellt und werden es leider in den nächsten Stunden und Tage weiter tun müssen, um die eingetretene Situation zu bewältigen“.

Stadt und Landkreis wüssten genau, was sie den ehrenamtlichen Helfern aber auch den Arbeitgebern zumuten. Die Verwaltungschefs seien aber auch stolz darauf, wie die Gesellschaft zusammen stehe, wenn es darauf ankäme.

Die Pressekonferenz ab 10 Uhr im Live-Ticker.

Pressekonferenz zur Wasser-Katastrophe: Um 10 Uhr gab es im Wolfenbütteler Rathaus eine Pressekonferenz zur aktuellen Lage in Wolfenbüttel. regionalHeute.de berichtete live. Lesen Sie hier weiter.

Rundgang mit Steinbrügge und Pink: Im Anschluss zur Pressekonferenz begleiteten Vertreter der Presse Landrätin Christiana Steinbrügge und Bürgermeister Thomas auf einen Rundgang zu den kritischsten Zonen in Wolfenbüttel. Besucht wurden unter anderem der Rosenwall, das Seniorenheim an den Steinhäuser Gärten und Groß Stöckheim. Lesen Sie hier weiter.

Wasserpegel gesunken: Der Wasserpegel scheint zumindest in der Innenstadt ein wenig zurückgegangen zu sein. An einer Hauswand am Stadtmarkt sieht man an dem Feuchtigkeitsrand die geringe Veränderung des Wasserstands. Eine Tendenz, ob das Wasser weiterhin sinkt, können die Einsatzkräfte derzeit jedoch nicht geben.

An der Hauswand kann man einen leichten Wasserrückgang erkennen. Foto: Werner Heise

Lage am Rosenwall unverändert: Die Situation am Rosenwall bleibt kritisch. Unverändert zur Nacht steht das Wasser immer noch bis zum Amtsgericht. „Das haben wir so in Wolfenbüttel noch nicht gesehen“, erzählte eine schaulustige Passantin unserem Reporter vor Ort. Die Frage der Bürger bleibt aber weiterhin: Wie geht es weiter? Wie gefährlich wird die Situation?

Passanten vor dem Amtsgericht machen sich ein Bild über die aktuelle Lage. Foto: Werner Heise

Die Fußballplätze am Okerstadion gleichen aktuell eher einem See.

Sandsäcke bei der SBW: Die Sandsack-Station an der SBW, Neindorfer Straße, ist derzeit verlassen. Die Abfüllstation ist abgebaut. Weiterhin stehen hier jedoch Sandsäcke zur Abholung bereit. Am gestrigen Donnerstag haben Mitarbeiter der Stadt und Geflüchtete aus Unterkunft Okeraue tatkräftig zusammengearbeitet, um eine Vielzahl an Sandsäcke vorzubereiten. Diese wurden von der Feuerwehr an die jeweiligen Stellen transportiert.

Die Sandsack-Station an der SBW.

Versorgungszentrale in der Lindenhalle: Die DRK-Kräfte haben ganze Arbeit geleistet. In der Lindenhalle wurde alles für die erwarteten Einsatzkräfte vorbereitet – die Feldbetten stehen. Die Unterbringung erfolgt seit dem heutigen Morgen mit einem Frühstück für die Einsatzkräfte. Einsatzkräfte befinden sich mittlerweile vor und in der Lindenhalle.

Einsatzkräfte der Feuerwehr vor der Lindenhalle.

Großes Medieninteresse: Das Medieninteresse während des Hochwassers in Wolfenbüttel ist weiterhin riesig. Am gestern evakuierten Wohnheim am Grünen Platz ist mittlerweile ein Übertragungswagen von N24 vor und berichtet über die aktuellen Ereignisse in Wolfenbüttel. Die Einsatzkräfte waren die ganze Nacht am Grünen Platz vor Ort. Nach Angaben der Feuerwehr sickert das Wasser zwar an einigen Stellen des Deiches durch, aber größtenteils werde die Flut zurückgehalten.

Das Medieninteresse ist weiterhin groß. Foto: Werner Heise

Nächste Regenfront erwartet? Ein Blick in den Himmel lässt aktuell Schlimmes vermuten. Schwarze Wolken ziehen über die Region, die erste Regentropfen sind bereits gefallen. Nach Angaben des Deutschen Wetterdienstes sei ein größerer Schauer derzeit aber nicht zu erwarten. „Der große Regen ist Vergangenheit. Heute sind nur noch einzelne Schauer rund um Wolfenbüttel zu erwarten. Die Regenmenge sollte gering bleiben. Als Flächenniederschlag erwarten wir unter zwei Liter pro Quadratmeter“, erklärt DWD-Pressesprecher Rüdiger Hartig gegenüber regionalHeute.de.

Der schwarze Himmel über Wolfenbüttel – Stand: 7.36 Uhr.

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Der Bericht zur Katastrophen-Nacht in Wolfenbüttel

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- Rettungsdienst: 05331/ 9750 612

Feuerwehr-Notruf: 112
Frauenschutzhaus Wolfenbüttel: 05331-41188
Gift-Notruf: 0551 / 19 24 0
Hospizverein Wolfenbüttel: 0171/6226606
Kartensperrungs-Notruf (für alle): 116 116
Kinder- und Jugendtelefon: 0800 / 111 0 333
Klinikum Wolfenbüttel: 05331-9340
Landkreis Wolfenbüttel: 05331-840
Polizei-Notruf: 110
Rettungsdienst-Notruf: 112
Stadt Wolfenbüttel: 05331-860
Strom-Gas-Wasser-Störungsstelle der Stadtwerke Wolfenbüttel: 05331-408111
Technisches Hilfswerk (THW) Wolfenbüttel: 05 33 1 / 96 99 40
Telefonseelsorge (evangelisch): 0800 / 111 0 111
Telefonseelsorge (katholisch): 0800 / 111 0 222
Weisser Ring Opfertelefon: 116 006