Glosemeyer: Ostfalia als neuer Standort für Hebammenausbildung

7. November 2019
Immacolata Glosemeyer hofft, das beim Übergang in die Akademisierung des Hebammenberufs alles reibungslos ablaufen kann. Foto: regionalHeute.de
Wolfsburg. „Die Bereitschaft der Ostfalia, von 2021 an einen Studiengang für Hebammenwissenschaften anbieten zu wollen, freut uns sehr! Gemeinsam mit den Kommunen und der Region Braunschweig wollen wir in Zukunft einen nahtlosen Übergang von der Hebammenschule zur akademischen Ausbildung gewährleisten“, erklärte Immacolata Glosemeyer, Landtagsabgeordnete für Wolfsburg und Mitglied im Ausschuss für Soziales, Gesundheit und Gleichstellung in einer Pressemitteilung.

Einen großen Schritt weiter ist man auch bei der Besetzung der Professuren. Die Ostfalia hat sich nach eigenen Aussagen mit den bereits feststehenden Ausbildungsstandorten in Osnabrück, Hannover, Göttingen und Oldenburg ausgetauscht, um eine gemeinsame Lösung zu entwickeln, damit einem Engpass in der Besetzung der Professuren entgegengewirkt werden kann. Jetzt muss noch das Ministerium für Wissenschaft und Kultur grünes Licht geben, damit ab dem Wintersemester 2021/22 die ersten Studienanfänger in der Region ihr Studium aufnehmen können.

Planungssicherheit muss gewährleistet sein

„Ich hoffe, dass Minister Thümler Wort hält und die Region nun auch einen eigenen Ausbildungsstandort erhält. Der nächste Schritt wäre die Entwicklung eines niedersachsenweiten Curriculums, welches einen einheitlichen hochwertigen Ausbildungsstandard sichert“, so Annette Schütze, SPD-Landtagsabgeordnete für Braunschweig und Mitglied im Ausschuss für Wissenschaft und Kultur. „Notwendig ist auch die Einrichtung einer Koordinierungsstelle. Ein schnelles Signal des Ministeriums bezüglich der Finanzierung ist dringend erforderlich, damit die Ostfalia und die Lehrkräfte der Hebammenschule Planungssicherheit erhalten.“

Optimale Voraussetzungen

Die ersatzlose Schließung der Hebammenschule in Braunschweig drohte bisher das bereits bestehende Defizit an Geburtshelferinnen und Geburtshelfern weiter zu verschärfen. „Schon heute ist der Betreuungsschlüssel in der Geburtshilfe kritisch. Der Beitrag der Hebammenschülerin zum reibungslosen Ablauf in den Kliniken ist daher nicht zu unterschätzen“, betont Immacolata Glosemeyer. „Der Pflegecampus der Ostfalia in Wolfsburg bietet optimale Voraussetzungen für ein praxisnahes Studium der Hebammenwissenschaften. Sollte die Region trotz der Bereitschaft der Ostfalia einen Ausbildungsweg anzubieten nicht berücksichtigt werden, würde eine erhebliche Lücke in dem Versorgen klaffen.“ Dies, so sind sich die Abgeordneten einig, wäre eine nicht hinnehmbare Situation.

Um die Betreuungssituation werdender Eltern weiter zu verbessern, werden sich die Abgeordneten Schütze und Glosemeyer auch für die Einrichtung von Hebammenzentralen einsetzen. Die regional zentralisierte Erfassung der Kapazitäten freiberuflicher Hebammen, vereinfacht die Suche nach einer Geburtsbegleiterin erheblich. Auch die Hebammen selbst werden dadurch entlastet. „In verschiedenen Regionen Niedersachsens existieren bereits solche Hebammenzentralen. So wurde in Hannover erst im August dieses Jahres eine entsprechende Einrichtung eröffnet“, berichtet Glosemeyer. „Wir fordern ein solches Angebot flächendeckend in Niedersachsen aufzubauen und werden uns politisch dafür einsetzen,“ ergänzt Schütze.

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