Geldtransporte-Streik: Banken und Geschäfte ohne frisches Bargeld

1. Januar 2019
Symbolbild. Foto: Anke Donner
Region. Hunderte Geldtransporte in ganz Deutschland werden ab Mittwochmorgen bestreikt. Die Vereinte Dienstleistungsgewerkschaft (ver.di) hat die 12.000 Beschäftigten der Geld- und Wert-Branche zu den Arbeitsniederlegungen aufgerufen. Das teilt die Gewerkschaft am Dienstagnachmittag mit.

Nach fünf ergebnislosen Runden mit den Arbeitgebern werden die Tarifverhandlungen am 3. und 4. Januar in Bad Nauheim fortgesetzt. Auch in Bremen und Niedersachsen wird gestreikt: „Unsere Botschaft an die Arbeitgeberseite ist klar: Wenn wieder kein verhandlungsfähiges Angebot auf dem Tisch liegt, werden die Arbeitsniederlegungen ausgeweitet“, erklärte ver.di-Landesfachbereichsleiterin Ute Gottschaar.

„Erhebliche Störung des Bargeldverkehrs“

Durch die Streiks wird der Bargeldverkehr in Deutschland laut ver.di erheblich gestört. Viele Banken und Einzelhandelsgeschäfte bekämen nach den Feiertagen kein frisches Bargeld. Geldautomaten, die nach dem Jahreswechsel vielfach leer sind, würden nicht neu befüllt werden. Auch die Abholung der Tageseinnahmen bei Warenhäusern und Discountern, Möbel- und Baumärkten sowie anderen großen Unternehmen sei demnach nicht sichergestellt.

250 Euro mehr pro Monat gefordert

ver.di fordert eine Erhöhung des Stundenlohns um 1,50 Euro pro Jahr, beziehunsgweise eine Gehaltserhöhung um 250 Euro pro Monat, sowie die Angleichung der Gehälter in den neuen Bundesländern bei einer Laufzeit von zwei Jahren. Außerdem soll eine Allgemeinverbindlichkeit des Tarifvertrages für die gesamte Branche erreicht werden. Durch die

Angebote der Arbeitgeberseite würden sich die Verdienstunterschiede zwischen den einzelnen Bundesländern noch vergrößern. „ver.di hat sich in den Verhandlungen kompromissbereit gezeigt, aber solche Vorschläge sind nicht kompromissfähig“, sagte Peukes. „Die Gehälter für die Geldzähler und Geldtransportfahrer, die bewaffnet sind und einer hohen körperlichen und psychischen Belastung ausgesetzt sind, liegen im Osten bei 1.800 bis 2.400 und im Westen bei 2.200 bis 2.900 Euro brutto pro Monat. Die Beschäftigten der Branche leben in der Regel in Ballungsgebieten mit hohen Mieten und Lebenshaltungskosten. Die Gewinne der Unternehmen der Geld- und Wert-Branche sind in den letzten Jahren kontinuierlich gestiegen“, heißt es in der Pressemitteilung.

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