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Fotografie: Was meint „Deutsch-Sein“?

21. April 2016 von
Was meint ”Deutsch-Sein"? Der Fotograf Boris Mikhailov hat die "Mitte Deutschlands" porträtiert. Foto: Sina Rühland
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Wolfenbüttel. Was ist die Mitte einer Gesellschaft? Wie sieht die deutsche Mitte aus? Was meint ”Deutsch-Sein“? Einfache, eindeutige Antworten gibt es auf diese Fragen nicht. Der ukrainische Fotograf Boris Mikhailov zeigt in seiner aktuellen Ausstellung „mit meinen EIGENEN augen“ die bürgerliche Mitte Braunschweigs in Begegnung mit Aufnahmen jüdischer Bürger der Ukraine. Die Fotografien sind vom 24. April bis 29. Mai im Kunstverein, Reichsstraße 1, in Wolfenbüttel zu sehen.


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Profilaufnahmen Braunschweiger Bürger, gestellt, aber ungeschönt. 2008 wurde Boris Mikhailov eingeladen die Erarbeitung des Stücks „Die Perser“ mit Laiendarstellern am Staatstheater Braunschweig für drei Monate künstlerisch zu begleiten. Herausgekommen sind Profilaufnahmen von 300 Personen; „Die Mitte Braunschweigs ist die Mitte Deutschlands“, erklärt Elisabeth Vorderwülbecke, Kunstverein Wolfenbüttel. Die Serie der „German Portraits“ zeigt strenge, gleichgroße Profilaufnahmen der Laienschauspieler vor schwarzem Hintergrund. Die Porträts untersuchen, auch unter Anspielung auf Bildtraditionen, ein „Deutsch-Sein“ hinsichtlich physiognomischer Linien, folgen dabei aber keinem klassischen Schönheitsideal, sondern lassen die Vielschichtigkeit des Seins, des Individuellen aufscheinen.

Günther Langner vor einer Aufnahme aus Mikhailovs Serie "Case History". Foto: Sina Rühland

Günther Langner vor einer Aufnahme (r.) aus Mikhailovs Serie „Case History“. Foto: Sina Rühland

In Wolfenbüttel treffen diese Arbeiten auf die Werkserie der „Jewish Portraits“ (2015) – Abzüge unterschiedlichen Formats werden ungerahmt, unmittelbar präsentiert. Männliche Besucher einer Synagoge in Kiew stehen in traditioneller jüdischer Kleidung vor einem schwarzen Vorhang. Attribute wie Einkaufstüte oder Kopfhörer sind der Gegenwart zuzuordnen – Gegenwart und Geschichte überlagern, vermischen sich.

Aus dem facettenreichen, 2015 mit dem Kaiserring der Stadt Goslar ausgezeichneten Ouevre Mikhailovs ist in Wolfenbüttel auch eine Arbeit aus der Werkserie der „Case History“ von 1997/98 zu sehen, die den Ruf des Künstlers als Chronist der sowjetischen beziehungsweise der postsowjetischen Gesellschaft mit begründet hat. Aufnahmen aus der Serie „When my Mama was young“ (2011-12), die die gesellschaftliche Entwicklung der 50er Jahre in der Sowjetunion in den Blick nimmt, zeigen ebenso den Mensch im Kontext politischer, kultureller und sozialer Rahmenbedingungen.

Zur Ausstellung gibt es ein umfangreiches Begleitprogramm. Die Ausstellung findet im Rahmen des Lessingfestival 2016 statt. Öffnungszeiten des Kunstvereins und weitere Informationen finden Sie hier.

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