Forschungssensation: Kaiserpfalz Werla aus Gips gegossen

25. April 2017 von
Muss die Baugeschichte der Kaiserpfalz Werla umgeschrieben werden? Symbolfoto: Archiv
Schladen. Im Rahmen der Jahreshauptversammlung des Fördervereins Archäologie- und Landschaftspark Kaiserpfalz Werla e. V. am Dienstagabend konnte Bezirksarchäologe Dr. Michael Geschwinde eine kleine Sensation verkünden: Große Teile der Kaiserpfalz waren offenbar in Gips gegossen.

„Alles was über die Architekturgeschichte der Werla geschrieben wurde, kann man vergessen“, ist sich Geschwinde sicher. Ausgangspunkt für die neue Entdeckung waren die zahlreichen Gipstrümmer, die bei den Ausgrabungen 2015/2016 gefunden wurden. Auf diese konnten sich die Wissenschaftler zunächst keinen Reim machen. „Erst im November letzten Jahres habe ich den entscheidenden Hinweis bekommen, der sich auf alte Kirchenbauten in Schleswig-Holstein bezog“, erzählt Geschwinde. Diese seien nicht aus Stein gebaut sondern in der sogenannten Kletterschaltechnik in Gips gegossen. 

Dr. Michael Geschwinde Foto: Alexander Dontscheff

Repräsentative Bauten in kurzer Zeit

Auf diese Weise ließen sich in kürzester Zeit und auch mit ungelernten Arbeitern repräsentative Gebäude errichten. Dass dies auch für Kaiser Heinrich I. und die Kaiserpfalz Werla gilt, da ist sich Michael Geschwinde sicher. Schon ein Bericht des Bauforschers Uvo Hölscher aus dem Jahr 1924 gibt Hinweise auf die Gips-Bauweise. Und die Nachteile der witterungsanfälligen Kletterschaltechnik könnten ein Hinweis darauf sein, dass die Kaiserpfalz später nach Goslar verlagert wurde. „Der Gips ruhte auf einer Holzkonstruktion. wenn diese nach 50, 60 Jahre anfing zu verrotten, ließ sich das Gebäude kaum mehr reparieren“, so der Archäologe. 

Vor allem der Zentraltrakt und die Kirche waren nach Geschwindes Ansicht aus Gips, das neu errichtete Westtor sei wohl authentisch, da es damals der Verteidigung diente und daher aus Stein gewesen ist.

Medienpartner
Anzeigen
Kontakt zur Redaktion
Sie erreichen unsere Redaktion 24 Stunden am Tag, 7 Tage die Woche per
E-Mail: wolfenbuettel@regionalheute.de
und montags bis freitags von 9 Uhr bis 17.30 Uhr per
Telefon 05331 / 88 27-21
Anzeigen
Telefonnummern
Apotheken-Notdienst: 22 8 33
Ärztliche Bereitschaftspraxis: 05331-8553990
Elterntelefon: 0800 111 0 550

Deutsches Rotes Kreuz
- Servicestelle: 05331/ 9750 200
- Tafel: 05331/ 94 86 55
- Kleiderkammer: 05331/ 927 846 4
- ITZ: 05331/ 927 847-0
- Solferino: 05331/ 927 84 2880
- Pflege+Betreuung: 05331/ 9750 714
- Rettungsdienst: 05331/ 9750 612

Feuerwehr-Notruf: 112
Frauenschutzhaus Wolfenbüttel: 05331-41188
Gift-Notruf: 0551 / 19 24 0
Hospizverein Wolfenbüttel: 0171/6226606
Kartensperrungs-Notruf (für alle): 116 116
Kinder- und Jugendtelefon: 0800 / 111 0 333
Klinikum Wolfenbüttel: 05331-9340
Landkreis Wolfenbüttel: 05331-840
Polizei-Notruf: 110
Rettungsdienst-Notruf: 112
Stadt Wolfenbüttel: 05331-860
Strom-Gas-Wasser-Störungsstelle der Stadtwerke Wolfenbüttel: 05331-408111
Technisches Hilfswerk (THW) Wolfenbüttel: 05 33 1 / 96 99 40
Telefonseelsorge (evangelisch): 0800 / 111 0 111
Telefonseelsorge (katholisch): 0800 / 111 0 222
Weisser Ring Opfertelefon: 116 006