Fastenbrechen – Gemeinsam „Nacht der Bestimmung“ gefeiert

22. Juni 2017 von
Am Mittwochabend fand in der Lindenhalle das gemeinsame Fastenbrechen statt. Fotos: Anke Donner
Wolfenbüttel. Bereits Ende Mai begann der Fastenmonat Ramadan. Da in der Stadt rund 4000 Menschen mit einem muslimisch geprägten Hintergrund leben, hatte die türkisch-islamische Gemeinde zu Wolfenbüttel eingeladen, ein gemeinsames öffentliches Fastenbrechen zu feiern. Gestern Abend wurde es mit rund 700 Gästen in der Lindenhalle gefeiert.

Unter den Gästen waren zahlreiche Vertreter aus Rat und Politik. Darunter Wolfenbüttels Bürgermeister Thomas Pink und die stellvertretende Landrätin Christiane Wagner-Judith.

Als interreligiöses Fest für Muslime und Nicht-Muslime sollte die Veranstaltung in der Lindenhalle für Toleranz stehen. Dies machte auch Mustafa User von der türkisch-islamische Gemeinde zu Wolfenbüttel während seiner Begrüßung deutlich. Ziel der Veranstaltung sei es, eine Plattform zum gesellschaftlichen Dialog zu bieten.

Im Zukunftsprofil des Landkreises

Auch die stellvertretende Landrätin Christiane Wagner-Judith betonte, wie wichtig das Miteinander unterschiedlicher Kulturen ist. So sei diese Vision sogar im Zukunftsprofil des Landkreises verankert. Dabei sprach Wagner-Judith auch Diskussionen an, die sich darum drehten, ob Kreistagsabgeordnete oder Vertreter der Stadt an dem Fastenbrechen teilnehmen dürften. Die Situation in der Türkei und die momentane Entwicklung in der Weltpolitik hätten rein gar nichts mit dem Angebot der türkisch-islamischen Gemeinde Wolfenbüttel zu tun, die zum gemeinsamen Fastenbrechen einlädt. „Wenn die türkisch-islamische Gemeinde zum Fastenbrechen einlädt, dann nehmen wir das selbstverständlich an. Und wir freuen uns über die große Bereitschaft, mit uns in den Dialog zu treten“, so Wagner-Judith. 

Die osmanische Musikkapelle sorgte für die musikalische Unterhaltung.

Klare Worte von Pink

Noch deutlichere Worte fand Bürgermeister Thomas Pink. Als das Angebot kam, ein gemeinsames Fastenbrechen zu veranstalten, habe er keine Sekunde gezögert und zugesagt. „So weh es manchmal tut – ja, die sind in den Parlamenten. Und man muss in der Demokratie diese Meinungsfreiheit manchmal einfach schlicht und ergreifend ertragen. Auch wenn es manchmal weh tut. Aber diese Bezüge, die da hergestellt werden. Diese Bezüge, die da zwischen uns aufgemacht werden, haben nur eins im Sinn. Sie wollen unsere Gesellschaft, uns alle, wie wir hier zusammensitzen, spalten. Und das, meine Damen und Herren, lassen wir nicht zu“, so Pink und erntete Applaus für seine klaren Worte. „Ich lasse mir weder von einer AfD, noch von einer anderen Partei vorschreiben, zu was für einer Veranstaltung ich gerne mit Freuden komme“, schloss Pink und wünschte einen schönen Abend und dankte für die Einladung. 

Die Rede von Thomas Pink im Podcast: 

Regionale Gäste

Grußworte überbrachten auch der Vorsitzende der türkisch-islamischen Gemeinde, Abdulvahap User und der Religionsattaché des türkischen Generalkonsulates in Hannover, Yusuf Ay. Beide wünschten einen schönen Abend und machten noch einmal die Bedeutung des Fasten im Islam deutlich. Der Abend wurde abgerundet von Video-Beiträgen und einem musikalischen Beitrag der Osmanische Musikkapelle Wolfenbüttel sowie einem Beitrag des Kinderchors. Der Höhepunkt der Veranstaltung war dann das gemeinsame Fastenbrechen zum Sonnenuntergang.

Wichtiger Tag

Der 21. Juni ist die „Lailat al-Qadr“, die „Nacht der Bestimmung“ oder die „Nacht der Allmacht“. Muslime weltweit gedenken dann jener Nacht, in der dem Propheten Mohammed die ersten Verse des Korans offenbart wurden. Der Monat Ramadan hat für alle muslimisch geprägten Menschen eine ähnliche Bedeutung wie hier Weihnachten, wenn Menschen, die das Jahr über nicht in die Kirche gehen, sich intensiv mit den Ritualen dieser Zeit beschäftigen. Am Wochenende endet die Fastenzeit dann mit dem „Zuckerfest“.

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