„Aufsatz eines Verschwörungstheoretikers“ – Pink kontert Ordon-Kritik

15. Mai 2019 von
Rudolf Ordon (re.) unterstellte Thomas Pink indirekt persönliche Gründe für die Ablehnung eines Antrags des Kulturstadtvereins. Dieser bezeichnet die Vorwürfe als "an den Haaren herbeigezogen". Fotos: Archiv
Wolfenbüttel. Der Ausschuss für Kultur, Tourismus und Städtepartnerschaften gab Ende April einstimmig seine Beschlussempfehlung, einen Antrag des Kulturstadtvereins Wolfenbüttel zur Förderung des Michael Praetorius-Jubiläums 2021 abzulehnen. Die betreffende Beschlussvorlage hatte Bürgermeister Thomas Pink ausführlich schriftlich begründet. Ratsherr Rudolf Ordon bezeichnet Pinks Argumente in einer Presseerklärung allerdings als "wenig stichhaltig" und wirft dem Bürgermeister indirekt persönliche Motive vor. Dieser bezeichnet dies als "an den Haaren herbeigezogen".

Rudolf Ordon erinnert in seiner mit „Der Prätorius-Preis muss zurück“ betitelten Erklärung an einen Bericht der Braunschweiger Zeitung aus dem Januar 2008, in dem über die Präsentation einer Monografie über den früheren Hofkapellmeister Prätorius im Wolfenbütteler Rathaus im Beisein von Bürgermeister Pink berichtet wurde. „Bürgermeister Thomas Pink will die Musiktradition der Stadt stärker herausstellen. Er fordert, den Prätorius-Preis wieder in Wolfenbüttel zu verleihen“, habe es da geheißen. Deshalb verwundere es nun, mit welch wenig stichhaltigen Begründungen Thomas Pink den Antrag des Kulturstadtvereins, zum Prätoriusjahr 2021 einen städtischen Zuschuss in Höhe von 90.000 Euro zu erhalten, ablehne.

„Wenig überzeugende Argumente“

„Wir können uns deshalb des Eindrucks nicht erwehren, dass es noch andere Gründe gibt, warum das ehemalige CDU-Mitglied Thomas Pink den Wunsch des ehemaligen CDU-Fraktionsvorsitzenden im Rat der Stadt und jetzigen Vorsitzenden des Kulturstadtvereins, Dr. Christoph Helm, mit wenig überzeugenden Argumenten ablehnt. Helm musste dieses Amt nach der letzten Kommunalwahl auf Druck einzelner Fraktionsmitglieder aufgeben“, heißt es in der Pressemitteilung der FDP.

Nach mehr als elf Jahren gäbe es doch jetzt eine gute Gelegenheit, Pinks Wunsch aus dem Jahr 2008 in die Tat umzusetzen.
Auch Pinks weiteres Argument zur Ablehnung, es gebe keinen juristisch erkennbaren Ansprechpartner, sei an den Haaren herbeigezogen. Im November 2018 sei im Ausschuss für Sport und Freizeit eine nicht organisierte Gruppe jüngerer Menschen aufgetreten, die die Errichtung einer Calisthenics-Anlage gewünscht habe. Hier habe es nur eine lose Gruppe gegeben und keinen „juristisch erkennbaren Ansprechpartner“, doch wurde der Verwaltung ein Prüfauftrag erteilt. „Ergebnis: Die Anlage wird unter Federführung des MTV Wolfenbüttel in den Neubau der Meesche integriert, die Stadt beteiligt sich mit 20 Prozent der Kosten, also etwa 12.000 Euro“, so Ordon.

„Warum fällt Pink erst im Zusammenhang mit dem Antrag des Kulturstadtvereins ein, dass mit Steuergeldern sorgsam umgegangen werden müsse?“, fragt die FDP. Die Baukosten für den Schlossplatz und die Sanierung der Meesche überträfen die geplanten Kosten um Millionen. Die Beleuchtung innerstädtischer Laufstrecken verschlinge sechsstellige Beträge, von den Folgekosten ganz zu schweigen.

Meinungswechsel bei der FDP

„Zugegeben: Auch die FDP stand dem ursprünglich eingereichten Konzept des Kulturstadtvereins ablehnend gegenüber. Im Verlauf der Diskussion sind wir jedoch zum Ergebnis gekommen, dass die Stadt Wolfenbüttel und der Kulturstadtverein sich zusammensetzen sollten, um ein schlüssiges und finanzierbares Konzept für das Prätoriusjahr und den Prätorius-Preis zu erarbeiten, um – im Sinne Pinks – das Kulturprofil Wolfenbüttels zu schärfen und die Musiktradition der Stadt stärker herauszustellen“, heißt es in der Presseerklärung abschließend.

„Mit aller Macht Aufmerksamkeit erhaschen“

regionalHeute.de bat Thomas Pink zu den vorgebrachten Kritikpunkten Stellung zu nehmen. Eine Gelegenheit, die der Bürgermeister gerne wahrnehme. „Schon aus dem Grund, dass die Wechselhaftigkeit der politischen Meinung von Herrn Ordon in letzter Zeit (Parken auf dem Stadtmarkt, Kitagebühren und jetzt Praetorius) nicht nachvollziehbar ist. Es kommt einem so vor, als wolle Herr Ordon mit aller Macht Aufmerksamkeit erhaschen, um zu zeigen, dass es die FDP auch noch gibt“, erklärt Thomas Pink.

Bürgermeister mit telepathischen Kräften?

Alleine schon die Tatsache, dass der Kulturausschuss sich einstimmig für die Vorlage der Stadt entschieden habe, den eingereichten Antrag abzulehnen, sollte schon deutlich unterstreichen, dass die von Ordon angeführten Behauptungen an den Haaren herbeigezogen seien. „Oder ist Herr Ordon der Meinung, der Bürgermeister hätte telepathische Kräfte? Sein Schreiben liest sich jedenfalls wie der Aufsatz eines Verschwörungstheoretikers“, so der Bürgermeister.

„Da Herr Ordon leider nicht in der Sitzung des Kulturausschusses anwesend war, konnte er seine Überlegungen dort nicht mitteilen. Dann hätte er jedoch auch die Diskussion verfolgen können, in der deutlich wurde, dass der Antrag sich – wie in der Vorlage in Detail beschrieben – als nicht ausreichend erwiesen hat“, erklärt der Verwaltungschef weiter. Allgemein bekannte Anforderungen wie ein detaillierter Finanzierungsplan oder klar formulierte Ziele würden in Gänze fehlen.

Persönliches Gespräch zwischen Pink und Helm

„Mehr gibt es dazu allerdings auch derzeit nicht zu sagen, die Vorlage spricht wie erwähnt für sich. Vielleicht noch der Hinweis, dass es – ganz ohne Zutun des Herrn Ordon bereits das Angebot zu einem persönlichen Gespräch zwischen dem Bürgermeister und Herrn Helm gibt, um einen Kompromiss in der Angelegenheit zu finden und um auf Sachebene zu diskutieren. Briefe, wie der von Herrn Ordon, tragen dazu leider nicht bei, da sie Antworten wie diese erfordern“, so Pink abschließend.

Erst im März hatte Rudolf Ordon Bürgermeister Pink in einer anderen Sache kritisiert. 

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Ordon kritisiert Pink: „Schuster bleib bei deinen Leisten“

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