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Asse II: Der Berg drückt

4. Juli 2018
Mitglieder des Asse II-Koordinationskreises beim BGE-Fachworkshop Gebirgsbeobachtung am 28. Juni: Hilmar Nagel, Jürgen Wiegel, Heike Wiegel, Peter Wypich und Andreas Riekeberg (v. li.). Foto: privat
Remlingen. Am öffentlichen Fachworkshop zur Gebirgsbeobachtung in der Schachtanlage Asse II nahmen am 28. Juni Mitglieder des Asse II-Koordinationskreises (A2K) teil. Der Betreiber von Asse II, die BGE, hatte zu einer Reihe von Berichten zur geotechnischen Überwachung des Betriebs und zu einem Bericht über das Monitoring der Salzlösungen eingeladen. Das teilt der A2K mit.

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Asse II wird auf verschiedene Weise geotechnisch überwacht: Gemessen werden zum einen die Spannungen, unter denen die Pfeiler und andere tragende Elemente stehen, zum anderen die stattfindenden Verformungen und oberirdische Hebungen oder Senkungen, des weiteren sogenannte „mikroseismische Ereignisse“ (Erschütterungen) und akustische Ereignisse, also Geräusche, die beispielsweise bei Rissbildungen entstehen.

Alle Ergebnisse deuten darauf, dass das Bergwerk nach wie vor unter hohen Spannungen steht und weiterhin Stabilisierungsmaßnahmen erforderlich sind, um die Rückholung des Atommülls durchführen zu können, so die abschließende Bewertung durch das Institut für Gebirgsmechanik Leipzig. Vor allem nicht verfüllte Abbaukammern, die sich über zwei Sohlen erstrecken, müssten dringend verfüllt werden.

Auffälliges Cluster von mikroseismischen Ereignissen 

Den A2K-Vertretern erscheint es widersprüchlich, dass in den letzten Jahren nicht vordringlich genau diese Kammern – etwa in den Abbaureihen 2 und 4 auf der 679-Meter-Sohle und oberhalb davon – verfüllt wurden, sondern die Verfüllung der Strecke auf der 750-Meter-Sohle vor den Atommüll-Einlagerungskammern vorangetrieben wurde. Diese Strecke hatte keinen großen Hohlraum, sie war aber wichtig, um Laugen auf der 750-Meter-Sohle beobachten und abfahren zu können. Eine stabilisierende Wirkung der Verfüllung dieser Strecke konnte nach den Messdaten nicht gezeigt werden. Insbesondere das auffällige Cluster von mikroseismischen Ereignisse bei der Atommüllkammer 4 auf der 750-Meter-Sohle hat sich danach kaum verändert.

Bedenklich erscheint dem Asse II-Koordinationskreis, dass immer weniger Salzlösung vor der Atommüllkammer 12 auf der 750-Meter-Sohle gefasst und abgepumpt wird. Dort war in der Vergangenheit ein Teich mit 50 Kubikmeter radioaktiver Lauge (mit achtfacher Grenzwertüberschreitung) entstanden und abgepumpt worden. Die Gefahr ist, dass – wovor der A2K deutlich gewarnt hatte – Lauge in die Kammer 12 eintritt, jetzt nach der Verfüllung der 750-Meter-Sohle nicht mehr abfließen kann, in der Atommüllkammer ansteigt und der Atommüll nach und nach in Lösung geht.

Keine Überwachung des Laugenpegels

Die BGE sucht zwar nach Wegen, den Zufluss in die Kammer 12 zu unterbinden und hofft, dies vor allem durch eine Laugenfassung im Kalibaufeld zu erreichen. Die BGE hat allerdings noch nicht die Absicht, den Laugenpegel in der Kammer 12 zu überwachen, wie auf Nachfrage bestätigt wurde. Hier sieht der A2K dringenden Handlungsbedarf: Ein Monitoring-Programm für Lauge in der Atommüll-Kammer 12/750m muss entwickelt und umgesetzt werden.

Der Jahresbericht 2017 zur Standortüberwachung, der den Referate zugrunde liegt, ist noch nicht freigegeben; er soll aber laut BGE nach der Freigabe auf die BGE-Internetseiten zu über Asse II eingestellt werden, wie auch schon der Jahresbericht 2016.

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