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23. Juni 2015
„Weniger ist besser“ – Aktionswoche Alkohol der Lebenshilfe

Viele Werkstatt-Mitarbeiter nahmen an der Veranstaltung teil. Foto: Lebenshilfe

Wolfenbüttel. Unter dem Motto „Weniger ist besser“ startete am 13. Juni die deutschlandweite Aktionswoche Alkohol, deren Ziel es war, das Problembewusstsein für den Alkoholkonsum in der Gesellschaft durch allerlei Aktionen und Veranstaltungen zu fördern. Durchschnittlich zehn Liter reinen Alkohol trinkt jeder Mensch jährlich in Deutschland, berichtet eine Studie der Bundesregierung. Im Rahmen dieser Aktion referierte Carsten Feilhaber vom Lukas-Werk in der Lebenshilfe-Werkstatt für Industriearbeit (WIR) in Wolfenbüttel über Alkohol als Selbstmedikation.


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„Wir wollen die Leute auf ihren täglichen Alkoholkonsum und die dadurch entstehenden Wechselwirkungen mit Medikamenten aufmerksam machen“, erklärte Feilhaber zu Beginn. „Diese Woche ist ein guter Anlass, das Thema noch mal anzusprechen und über die Risiken und Nebenwirkungen zu informieren“, sagte die Sozialpädagogin der Lebenshilfe Helmstedt-Wolfenbüttel, Sabrina Schulze.

Feilhaber steigt mit einem Bild in die Veranstaltung ein, darauf zu sehen ist eine Figur, die den Kopf nach unten gerichtet hat und ein gefülltes Glas in der Hand hält. „Manchmal ist das Leben schwer, und viele Leute lindern diesen Schmerz durch Alkohol“, beschreibt er das Bild. „Auch Harald Juhnke definierte Glück über den Konsum von Alkohol“, führt er das nächste Beispiel an. „Keine Termine und leicht einen sitzen“, zitierte Feilhaber den inzwischen verstorbenen Entertainer Juhnke, der auf diese Weise antwortete, als man ihn nach seinem perfekten Tag fragte. Doch nicht nur um den emotionalen Schmerz zu vergessen, werde zur Flasche gegriffen. „Auch wegen körperlicher Schmerzen wird getrunken.“

„Doch gerade in Verbindung mit Medikamenten gegen Bluthochdruck, Epilepsie oder Allergien wird Alkohol unberechenbar“, warnte der Pädagoge. Denn beide Stoffe würden von der Leber auf ähnliche Weise abgebaut und beeinflussen sich dadurch gegenseitig. Die Mitarbeiter der Werkstatt für Industriearbeit fragten sich deshalb, warum es trotz dieser bekannten Schwierigkeiten keinen Beipackzettel für Alkohol gibt oder die Flaschen mit Warnhinweisen wie Zigarettenschachteln bedruckt werden.

Zum Schluss appellierte Feilhaber an die Mitarbeiter, ihre Probleme nicht mit Alkohol zu lösen. Und er zitierte den Komiker Heinz Erhardt: „Mit den Menschen ist es wie mit den Autos, Laster sind schwer zu bremsen.“


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