Übung im Brandcontainer – Feuertraining wird zum Höllenritt

11. September 2017 von
Die Kameraden der Feuerwehr bekämpfen den simulierten Wohnungsbrand. Fotos: Nick Wenkel
Wolfenbüttel. Am vergangenen Wochenende versammelten sich Kameraden der Ortsfeuerwehren aus Wolfenbüttel am Feuerwehrhaus in Ahlum. Der Grund: Die Heißausbildung im Brandcontainer. Für die 76 Teilnehmer handelt es sich dabei um das Bindeglied zwischen Theorie und Praxis. Auch regionalHeute.de durfte in den Container. Die Eindrücke waren beängstigend.

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Die Heißausbildung im Brandcontainer wird jedes Jahr von der Stadt Wolfenbüttel angeboten. Dabei versuchen acht vollausgebildete Trainer den teilnehmenden Kameraden wertvolle Tipps für die richtigen Einsätze zu geben. Vorteil hier: Die Feuerwehrleute können die Simulation abbrechen, sollte es dann doch zu brenzlich werden. Für Uwe Frobart, Ausbildungsleiter der Ortsfeuerwehr Wolfenbüttel, ist die Heißausbildung genau das Richtige, seinen Kameraden wichtige Praxistipps zu geben. „Vom bestanden Lehrgang bis zum ersten Einsatz fehlt etwas. Nämlich die Handhabung mit dem Werkzeug. Das kriegen sie hier beigebracht“, erklärt Frobart. Für die 18- bis 54-Jährigen teilnehmenden Feuerwehrleute war es so möglich, die eigenen Grenzen kennenzulernen – und zwar bei der einfachen Wärmegewöhnung bis hin zum komplexen Kellerbrand mit Gasaustritt.

Übung für einen fehlerlosen Einsatz

Die Container gibt es in verschiedenen Ausführungen, zum Beispiel mit Gas oder Feststoff. Vorteil beim Gascontainer: Die Ausbilder können gezielt und kontrolliert eingreifen. Damit die Übungen kontrolliert ablaufen, begleiten zwei Moderatoren das Training und überwachen den simulierten Einsatz. Im Anschluss gibt es dann ein Feedback, was verbessert werden muss und natürlich, was gut lief. „Wichtig ist es, anschließend darüber zu reden, die Fehler zu verbessern und beim richtigen Einsatz dann 100 Prozent abzuliefern“, erklärt Uwe Frobart.

Über die Brücke auf das Dach: Der Brandcontainer bietet ein vielfältiges Übungsangebot.

Trainerverbund mit „Geben und Nehmen“

Angefangen hatte die Heißausbildung mit je einem Ausbilder pro Stadt. Laut Uwe Frobart war das aber eine fast unmögliche Aufgabe, da man bei den Übungen seine Augen überall haben muss. So initiierte Frobart vor rund sechs Jahren einen Trainerverbund, mit Ausbildern aus Bad Harzburg, Celle, Wolfsburg, Salzgitter, Wolfenbüttel und Braunschweig. Alle Trainer begleiten die Übungen ehrenamtlich und bilden sich selber weiter. Aus dem Verbund entwickelte sich so im Laufe der Jahre ein „Geben und Nehmen“, erklärt Frobart.

Über die Schaltzentrale können die Ausbilder verschiedene Szenarien simulieren.

regionalHeute.de im Brandcontainer

Zehn Kilogramm wiegt der Schlauch, 15 Kilogramm die Ausrüstung. Zuzüglich dem Eigengewicht ist das was die Feuerwehrleute bei den Einsätzen leisten, ein ungeheurer Kraftakt. Neben der physischen Belastung ist es auch eine psychische Zerreißprobe. Alleine die Simulation, bei der für die Feuerwehrleute kaum Gefahr besteht, ist äußerst beängstigend. Nicht zu vergessen: Bei der Übung herrscht eine Durchschnittstemperatur von 200 bis 300 Grad, die im Ernstfall auf 600 bis 700 Grad Celsius ansteigen kann. Obwohl es im Container schon durch die Flammen sehr warm ist, wird es erst bei den Löscharbeiten so richtig heiß. Denn dann legt sich das verdampfte Wasser auf die Feuerwehranzüge, die sich in kürzester Zeit extrem aufheizen. Fazit: Die Heißausbildung ist äußerst anstrengend und fordert den Kameraden viel ab. Aber, was noch viel wichtiger ist, sie ist eine notwendige Erfahrung, um für den ersten Einsatz gewappnet zu sein und wichtige Fertigkeiten zu erweitern.

Zufriedene Teilnehmer: Die Heißausbildung war ein voller Erfolg.

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