Social Freezing: Sollten Firmen junge Frauen unterstützen?

27. März 2017
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Symbolbild: Bild ID #131122472 | © adragan – fotolia.com
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Apple und Facebook haben es vorgemacht und hierzulande wird heftig diskutiert: Sollten Firmen Mitarbeiterinnen dabei unterstützen, ihre Karriere zeitlich vor die Familienplanung zu stellen? Viele junge Frauen sind dieser Möglichkeit gegenüber aufgeschlossen – doch ist es wirklich so einfach, das Kinderkriegen um Jahrzehnte nach hinten zu verschieben?

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Social Freezing: Befreiung von der biologischen Uhr

Das amerikanische Verfahren „Social Freezing“ verspricht Frauen mehr Zeit: Mehr Zeit für die Karriereplanung, mehr Zeit für Selbstverwirklichung, mehr Zeit, um eine der wichtigsten Entscheidungen ihres Lebens zu treffen. Indem gesunde Eizellen entnommen, in Stickstoff tiefgefroren und auf unbestimmte Zeit eingelagert werden, erhalten Frauen die Möglichkeit, ihren Kinderwunsch jenseits ihrer fruchtbarsten Jahre (20 bis 29) zu realisieren. Mutterschaft mit 40, 50 oder 60 Jahren wäre somit keine Ausnahme mehr, sondern eine Möglichkeit, die jeder Frau offensteht. Realisiert wird das Ganze mithilfe der sog. Kryokonservierung – einem Verfahren, das in den 80er Jahren entwickelt wurde, um jungen Krebspatientinnen nach der Chemotherapie die Möglichkeit zu geben, mittels In-vitro-Fertilisation ein Kind zu empfangen.

Bei der Kryokonservierung werden grundsätzlich mehrere gesunde Eizellen entnommen, deren Reifung im Vorfeld über Hormongaben stimuliert wird. Nach Entnahme und Qualitätsprüfung wird das enthaltene Wasser mit Gefrierschutzmittel ersetzt, damit die Zellen den Vorgang des Schockfrostens unbeschadet überstehen: Indem sie bei -196°C tiefgefroren werden, wird der natürliche Alterungsprozess augenblicklich gestoppt und die reifen Eizellen können in verifiziertem Zustand theoretisch über Jahrzehnte eingelagert werden. Anschließend können sie zu einem selbstgewählten Zeitpunkt mittels In-vitro-Fertilisation befruchtet und in die Gebärmutter eingesetzt werden – unabhängig vom Alter und Fruchtbarkeitszustand der Patientin.

Wer sich für das Verfahren des Social Freezings interessiert und mit dem Gedanken spielt, die Familienplanung vorübergehend auf Eis zu legen, sollte sich für einen professionellen und erfahrenen Anbieter wie Seracell entscheiden, der mit zertifizierten Kinderwunschkliniken im ganzen Land zusammenarbeitet. Unter www.seracell-freezing.de hält das Unternehmen umfassende Informationen rund um den Prozess, die Erfolgschancen und die Konditionen des Social Freezings bereit.

Emanzipation durch Social Freezing?

Was in Amerika als Meilenstein der Emanzipation gefeiert wird, löst in Deutschland Kontroversen aus. Insbesondere die Frage, ob Firmen ihre jungen Mitarbeiterinnen finanziell dabei unterstützen sollten, zusätzliche Jahre für die Familienplanung zu „erkaufen“, wird heftig diskutiert: Die einen betrachten es als wirtschaftliche Notwendigkeit, jungen Arbeitnehmerinnen die Möglichkeit zu geben, ihre „besten Jahre“ der Karriere zu widmen. Andere warnen davor, der Natur ins Handwerk zu pfuschen – zumal die wichtigen Karrieresprünge ohnehin erst im höheren Alter stattfänden und Frauen durch Social Freezing daher keine nachweisbaren Vorteile entstünden. Tatsache ist jedoch, dass die Karriere nicht der einzige Grund ist, warum rund zwei Drittel aller kinderlosen Frauen in Deutschland Social Freezing gegenüber aufgeschlossen sind. Als Gründe jenseits der Karriereplanung werden häufig genannt:

  • Kinderwunsch: Viele Frauen sind sich während ihrer fruchtbarsten Jahre noch gar nicht sicher, ob sie überhaupt Nachwuchs haben möchten.
  • Lebensumstände: Häufig fehlt es an einem stabilen sozialen Umfeld, an finanzieller Sicherheit oder einem geeigneten Partner.
  • Vorsorge: Viele Frauen entscheiden sich aus Angst vor einer späteren Erkrankung, die entweder zu Unfruchtbarkeit führt oder das Erbgut schädigen könnte, für Social Freezing.

Alle Vor- und Nachteile auf einen Blick

Vorteile

  • Selbstbestimmung unabhängig von der biologischen Uhr
  • Mehr Zeit für Karriere, Selbstverwirklichung und Entscheidungsfindung
  • Vorsorge für den Fall einer späteren (Krebs)erkrankung
  • Schwangerschaft in jedem Alter mit bestmöglichem genetischen Material

Nachteile/Risiken

  • Gesundheitliche Risiken (Blutgerinnungsstörungen, Entzündungen) bei der Hormonbehandlung, der Entnahme und der In-vitro-Fertilisation
  • Vollnarkose während der Entnahme erforderlich
  • Risiko einer Mehrlingsschwangerschaft durch In-vitro-Fertilisation
  • Risiken für Spätgebärende (Frühgeburt, Schwangerschaftsdiabetes, Bluthochdruck etc.)
  • Hohe Kosten (ca. 2000 Euro für die Kryokonservierung u. Rund 300 Euro/ Monat Lagerungskosten)
  • Keine Garantie (Erfolgsrate der Kryokonservierung liegt bei rund 90 %, die Erfolgschancen der anschließenden In-vitro-Fertilisation je nach Alter der Patientin zwischen 60 u. 70 %)
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