Schwerer Unfall in Wolfenbüttel – oder doch nicht?

3. Mai 2017 von
Auf der Kleinen Breite übte die Feuerwehr einen schweren Verkehrsunfall. Fotos/Video: Christina Ecker
Wolfenbüttel. Am Dienstagabend kam es in der Straße Kleine Breite zu einem schweren Verkehrsunfall mit Personenschaden: Drei eingeklemmt; eine Person erlag ihren Verletzungen. regionalHeute.de war rechtzeitig vor Ort – denn das Ganze war eine Übung der Feuerwehr Wolfenbüttel.

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Schlimm sah der Unfallort aus. Die beiden Wagen – ein VW Polo und ein Wagen der Marke Honda – völlig ramponiert, Scheiben gerissen oder ganz aus dem Rahmen. Die Motorhaube des Hondas unter die Fahrerseite des Polos geschoben. Blut war zu sehen.

Was wirklich nach einem Horrorszenario klingt, war Gott sei Dank nur Mittel zum Zweck: Denn es handelte sich um eine Probe für den Ernstfall und allen Beteiligten geht es gut.

Einigermaßen harmlos sah der spätere Unfallort noch beim Herrichten aus. Fotos/Video/Podcast: Christina Ecker

„Mindestens eine eingeklemmte Person“

Die Probe war für den Dritten Zug der Freiwilligen Feuerwehr Wolfenbüttel gedacht. Nach der Herrichtung der Kulisse, wurde der Unfall gemeldet unter dem Stichwort „VU3“. „VU steht für ‚Verkehrsunfall‘ und 3 beschreibt die Schwere des Unfalls und deutet auf mindestens eine eingeklemmte Person hin“, erklärte Organisator und Zugführer Michael Pförtner und schilderte, welche Situation genau vorlag:

Die Unfallstelle war täuschend echt hergerichtet. Sogar an „Blut“ hatte man gedacht.

Das erste Rettungsmittel vor Ort war der Rettungswagen des DRK. Nach einer Ersteinschätzung der Lage kam es zur Nachforderung weiterer Einsatzkräfte. Kurz darauf folgten die Einsatzkräfte der Feuerwehr, die die Lageerkundung fortsetzten und einen Ablageplatz für das eventuell benötigte Rettungsmaterial herrichteten.

Ein Ablageplatz für Rettungsmaterial wurde aufgebaut.

Im Anschluss wurden – in Absprache mit dem Rettungsdienst – die ersten beiden eingeklemmten Personen aus dem Honda befreit, indem die Scheiben entfernt wurden. Danach folgte die Abnahme des Daches, da durch die Türen kein Zugang möglich war. Die dritte Person, der insgesamt vier Unfallbeteiligten, saß im VW Polo. Aus diesem wurde die junge Frau, die noch hinter dem Steuer saß, ebenfalls mittels hydraulischem Rettungsgerät aus dem Fahrzeug gerettet. Hier musste im Gegensatz zum ersten Fahrzeug nur die Tür entfernt werden. Eine vierte Person lag auf der Fahrbahn. Sie war bei dem Unfall aus dem Polo geschleudert worden und erlag noch am Unfallort ihren Verletzungen. Also, sie hätte ihren Verletzungen erlegen können, wäre die Situation real gewesen.

Das Dach des Hondas musste komplett abgenommen werden, da sich die Türen nicht mehr öffnen ließen.

28 Einsatzkräfte

Im Einsatz waren insgesamt 25 Kräfte der Feuerwehr, genauer: Der Rüstzug der Feuerwehr Wolfenbüttel, der aus einem Hilfeleistungslöschzug besteht sowie einem Rüstwagen; außerdem folgte ein Löschgruppenfahrzeug nach, das weitere Kameraden an die Einsatzstelle brachte. Vom Rettungsdienst waren zwei Kräfte vor Ort sowie eine Einsatzkraft der Polizei.

Welches Gerät zum Einsatz kam, erklärte Ortsbrandmeister Kurt Jacobi:

Schließlich zogen sowohl Pförtner als auch Jacobi ihr Fazit aus der Übung:

Also alles in allem eine erfolgreiche und realistische Übung. Für manche Anwohner offenbar ein bisschen zu realistisch, denn während manche von Häusereinfahrten und Fenstern aus die Situation beobachteten, sagte eine Frau, dass ihr das zu realistisch und das Ganze nicht mehr witzig sei. Hingegen konnte es manchem wohl nicht realistisch genug sein: Mancher Schaulustiger trat näher, um alles mit dem Handy aufzunehmen und sich nichts entgehen zu lassen. Gut, nun handelte es sich hier nur um eine Übung, jedoch käme es in echten Situationen vor, dass wesentlich mehr Gaffer an Einsatzorten seien, sodass der Unfallort mit Tüchern blickdicht gemacht werden müsse, heißt es von Seiten der Feuerwehr.

Dass Gaffer ein Problem sind und sogar Einsätze erschweren und gefährden können, ist bekannt und trotzdem soll an dieser Stelle noch einmal dazu gemahnt sein, ein solches Verhalten zu unterlassen. 

Zurück zur Übung: Es ist übrigens gar nicht selbstverständlich, dass solche groß angelegten Übungen im öffentlichen Straßenverkehr stattfinden können, wie Pförtner erklärte:

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