Rückblick auf die Tschernobyl und Fukushima-Aktionswochen

17. Mai 2017
Die Schmuckumschläge und Tschernobyl/Fukushima-Briefmarken. Foto: Paul Koch
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Wolfenbüttel. Am Donnerstag, 18. Mai, von 11 bis 16 Uhr gibt es in der Trinitatiskirche noch einmal die Möglichkeit, Schmuckumschläge und Tschernobyl/Fukushima-Briefmarken zu erwerben. Zum Abschluss der Europäischen Aktionswochen blicken die Veranstalter auf die Aktionen zurück.

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Mit der Asse-Konzert-Auftaktveranstaltung 2017 in der Schünemanschen Mühle in Wolfenbüttel mit dem Titel „Und es ist das ewig Eine“ am 7. Mai mit Anna Stieblich, Hans Gröning und Byron Knutson endeten die diesjährigen „Europäischen Aktionswochen für eine Zukunft nach Tschernobyl und Fukushima“ (EuAW) in der Region Braunschweig mit einem musikalischen Hochgenuss.

Konzert zum Auftakt

Ein Asse-Konzert im Rahmen der EuAW hat inzwischen Tradition. Weitere musikalische Unterstützung für die EuAW gab es durch das Benefizkonzert des Akkordeonorchesters Gronau, durch Takashi Kunimoto mit der japanischen Bambuslängsflöte „Shakuhachi“ bei der Kerzenaktion, bei „Literatur und Musik“ mit Niklas Wohlt, Andreas von Einem und Familie Galter. Die Ausstellung in der Trinitatiskirche wurde eröffnet mit Ala und Gennady Vinogradskij (Akkordeon und Domra). Der Chor Nadeshda begleitete die Ausstellungs-Abschlussveranstaltung mit Liedern aus Belarus, Ukraine und Russland. Die teils heitere, teils meditative Musik, die sowohl das moderne als auch das klassische Spektrum abbildete, war in jedem Falle eine Bereicherung und gab die Möglichkeit den teils schwierigen und schweren Vortragsimpulsen den gedanklichen Raum zur Vertiefung und Orientierung.

Zeitzeugen berichteten

Vortragsimpulse gab es reichlich in dieser insgesamt acht Wochen andauernden Aktionswochen. Da gab es vor allem die Zeitzeugen der nuklearen Katastrophen von Tschernobyl und Fukushima (Shinobu Katsuragi, Takashi Kunimoto, Klaudzija und Adam Varanets) die in Schulen berichteten aber auch Statements bei unterschiedlichen Veranstaltungen abgaben. Und es gab Vorträge und Lesungen sowohl zu den Folgen der Katastrophen als auch zu der wichtigen Alternative, der erneuerbaren Energie.

Ausstellungen im Mittelpunkt

Der diesjährige Schwerpunkt lag bei den Ausstellungen „Das Kreuz von Tschernobyl und Fukushima“, „Das Kreuz von Asse und Konrad“ und „Entdeckung der Radioaktivität“. Eine spannende, thematische Breite, die deutlich macht, dass es hier noch viele offene Fragen gibt. Hier wurde weitere Forschung und eine offene und ehrliche Informationspolitik angemahnt. Für einen verantwortlichen Umgang und zur Umsicht in der Nutzung nuklearer Energien forderte auch der diesjährige Schirmherr, Staatssekretär im Niedersächsischen Ministerium für Soziales, Gesundheit und Gleichstellung, Jörg Röhmann, auf. Er eröffnet die Ausstellungen in der Trinitatiskirche Wolfenbüttel und sprach ein Grußwort zum Auftakt der Veranstaltung in Winnigstedt: „Energielandschaft Ostbraunschweigisches Hügelland im Werden“.

Im Mittelpunkt des Gedenkens standen die Nuklear-Katastrophen Tschernobyl und Fukushima. Jeweils zu den Jahrestagen finden inzwischen traditionsmäßige Veranstaltungen statt. Am Fukushima-Jahrestag ein „Mittagsgebet“ vorwiegend mit Schülern und am Vorabend des Tschernobyl-Jahrestages eine „Kerzenaktion“. Am Tschernobyl-Jahrestag findet seit fünf Jahren um 11:55 Uhr in Salzgitter auf der städtischen Wiese vor dem Bundesamt für Strahlenschutz eine „Andacht am Lutherbaum“ statt. Ein einmaliges Highlight war am diesjährigen Tschernobyl-Jahrestag das „Sonderpostamt“ im Rahmen der Ausstellungen in der Trinitatiskirche.

Briefmarken und Sonderstempel

Hier gab es dann auch anlässlich dieses Jahrestages einen Sonderstempel und eine „Tschernobyl/Fukushima-Briefmarke“ auf einem entsprechenden Schmuckumschlag. Hierzu hatte sich hoher Besuch angesagt. So konnte Sozialdiakon i.R. Paul Koch und Pastor Stefan Lauer noch vor der offiziellen Eröffnung des Sonderpostamtes einen Schmuckumschlag mit Tschernobyl/Fukushima-Briefmarke und Sonderstempel überreichen an: Landesbischof Dr. Christian Meyns, Propst Dieter Schultz-Seitz, Heinz-Rainer Bosse (Stellvertreter von Bürgermeister Pink), Konsul Vasiyl Marushchynets (Generalkonsulat der Ukraine in Hamburg), Ruslan Schamankov (Botschaft Belarus in Berlin), Tschernobyl-Zeitzeugen Klaudzija und Adam Varanets mit Dolmetscherin Svetlana Margolina, Fukushima-Zeitzeuge Takashi Kunimoto, Bodo Walther (Arbeitskreis Japan/Landeskirche und Mitglied im Trägerkreis „Europäische Aktionswochen“, Dr. Benno Dalhoff aus Soest / NRW, Ideen- und Vorlagegeber für die Schmuckumschlag und der individuellen Briefmarke (und Autor der Ausstellung „Das Kreuz von Tschernobyl und Fukushima“) sowie Axel und Dorothea Becker (Sponsoren der Aktion).

Ein Großteil dieses Personenkreises fuhr anschließend nach Salzgitter zur Andacht am Lutherbaum. Hier hielt der Landesbischof Dr. Meyns die Ansprache. Zusammen mit Oberbürgermeister Klingebiel enthüllte dann der Landesbischof im Beisein von Wolfram König (Präsident Bundesamt für Strahlenschutz) dem Konsul Vasiyl Marushchynets (Generalkonsulat der Ukraine in Hamburg), Ruslan Schamankov (Botschaft Belarus in Berlin) und vielen Besuchern der Andacht eine Stele, die den „Lutherbaum“ erklärt.

Ökumenischer Trägerkreis

Die vom Internationalen Bildungs- und Begegnungswerk Dortmund initiierten „Europäischen Aktionswochen für eine Zukunft nach Tschernobyl und Fukushima“ wird in der Region Braunschweig von einem ökumenischen Trägerkreis verantwortet und von Sozialdiakon i.R. Paul Koch organisiert und begleitet.

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