Nach tödlichem Unfall: Muss eine Änderung der Verkehrsführung her?

7. November 2017 von
Nach dem tödlichen Unfall an der Kreuzung Grüner Platz gibt es Forderungen, die Verkehrsführung zu ändern. Karte: maps4news/HERE
Wolfenbüttel. Nach dem tragischen Unfall am Montagmorgen an der Kreuzung Grüner Platz wurden in den sozialen Netzwerken Stimmen laut, dass hier dringend etwas an der Verkehrsführung oder der Ampelschaltung geändert werden müsse. regionalHeute.de hat bei der Stadtverwaltung und beim ADFC nachgefragt, ob und wie man die Situation verbessern könnte.

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Wie die Stadtverwaltung durch ihren Sprecher Thorsten Raedlein mitteilte, wolle man zuerst das Gutachten zum Unfallhergang abwarten. „Grundsätzlich ist jeder Unfall ein Unfall zu viel, Allerdings können wir noch so viele Vorkehrungen treffen, ein Risiko oder Gefahren können wir nie zu 100 Prozent ausschließen. In diesem Moment sollten wir aber nicht diskutieren, sondern trauern“, so Raedlein auf Nachfrage von regionalHeute.de.

Auch den ADFC hat regionalHeute.de um eine Einschätzung der Gefahrenlage an der Kreuzung gebeten. Auch hier war die Frage, ob es zu überlegen ist, den Verkehr an dieser Stelle anders zu regeln. Dazu erklärt Thilo Neumann vom Allgemeinen Deutscher Fahrrad-Club Kreisverband Wolfenbüttel: „Der Unfall ist sehr bedauerlich und die Parallelen zu dem Unfall in 2005 sind in der Tat erschreckend“, erklärt Neumann eingangs.

Dann betrachtet er auf Bitten von regionalHeute.de die Gefahrenlage an der Kreuzung und mögliche Alternativen

Thilo Neumann vom ADFC Wolfenbüttel. Foto: Thorsten Raedlein

Wie sieht der ADFC diese Kreuzung?: „Glücklicherweise ist die Stelle kein Unfallschwerpunkt, dennoch herrscht eine sehr hohe Belastung auf beiden Verkehrsbeziehungen (Rad- und Autoverkehr). Es kommt häufig zu „Fast-Unfällen“ durch Unachtsamkeit der Autofahrer. Radfahrer verzichten häufig auf ihr Vorfahrtsrecht, um Unfälle/Konflikte zu vermeiden.“

Sind auch Sie und der Verein der Meinung, dass hier etwas, beispielsweise etwas an der Ampelschaltung, passieren muss?: „Die Ampel hat einen geringen Grünvorlauf des Radverkehrs, wodurch Probleme zu Beginn der Grünphase vermieden werden. Problematisch ist es dann, wenn man als Radfahrer angefahren kommt und es bereits grün ist. Noch schlechter ist es, wenn bereits Radfahrer durchgelassen wurden und der Autofahrer denkt, es käme keiner mehr. Die beiden Grünphasen können vermutlich nicht voneinander getrennt werden, weil das die Leistungsfähigkeit der Kreuzung stark einschränken würde.“

Welche Lösung wäre nach Meinung des ADFC hier angebracht?: „Eine Ausstattung mit zusätzlichen Spiegeln (Trixi-Spiegel) würden das Problem des toten Winkels verringern, setzt aber eine entsprechende Achtsamkeit des Fahrers voraus. Außerdem entsteht eventuell eine Überforderung.“

Zudem regt der ADFC Wolfenbüttel eine Verkehrssicherheitskampagne an. Hier könnten das Problem „Schulterblick“ thematisiert und das Bewusstsein, dass Radfahrer kommen und Vorfahrt haben, thematisiert werden. Gegenseitige Rücksichtnahme sei im Straßenverkehr unabdingbar. Außerdem könnte die freiwillige Ausstattung mit Assistenzsystemen für alle in Wolfenbüttel ansässigen Unternehmen mit Bussen und LKW seitens der Politik empfohlen werden, rät der ADFC Wolfenbüttel. 

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