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Nach hitziger Diskussion: Elternbefragung für IGS in Schöppenstedt

12. Januar 2016 von
Der Kreistag hat die Elternbefragung für eine IGS in Schöppenstedt, gegebenenfalls mit einer Außenstelle in Remlingen, beschlossen. Auf dem Foto: Ein erster Vorentwurf für den Fragebogen. Symbolfoto: Jan Borner

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Wolfenbüttel. Nach langer und hitziger Diskussion hat der Kreistag entschieden: In der Samtgemeinde Elm-Asse soll eine Elternbefragung zu einer möglichen Einrichtung einer IGS in Schöppenstedt durchgeführt werden. Damit könnte der Grundstein für die Errichtung der dritten IGS im Landkreis gelegt werden. Die Kreistagsgruppe CDU/FDP versuchte den Beschluss am Donnerstagabend zu verhindern, weil sie den Beschluss für eine vorschnelle Entscheidung hält, die eine einheitliche Schulentwicklungsplanung für den gesamten Landkreis über den Haufen werfe.


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In einer mehr als sechsstündigen Sitzung des Kreistages am Donnerstagabend war die Diskussion um eine Elternbefragung zu einer möglichen IGS in Schöppenstedt der umstrittenste Tagesordnungspunkt. Dennoch: Mit einer knappen Mehrheit hat der Kreistag nun entschieden: Die Elternbefragung soll stattfinden. Im Gebiet der Samtgemeinde Elm-Asse und in den Gemeinden Dettum und Evessen der Samtgemeinde Sickte mit den Ortsteilen Dettum, Weferlingen, Mönchevahlberg, Evessen, Gilzum und Hachum soll durch die Befragung ermittelt werden, ob es ausreichend Interesse an einer IGS in Schöppenstedt, gegebenenfalls mit einer Außenstelle in Remlingen, gibt. Nach der Verordnung für die Schulorganisation müssen neue Integrierte Gesamtschulen nämlich langfristig mindestens 96 Schüler pro Jahrgang aufweisen, weswegen vor der Errichtung einer IGS zunächst der tatsächliche Bedarf der Schulform durch eine Elternbefragung sichergestellt werden muss.

Schulorganisatorische Konsequenzen

Wie die Landkreisverwaltung erklärt, könnte eine IGS in Schöppenstedt aus organisatorischen Gründen frühestens zum Schuljahr 2017/2018 errichtet werden. Befragt werden sollen deshalb die Eltern der Grundschulkinder der Klassen 1 bis 3, sowie die Eltern der Kinder im letzten Kindergartenjahr aus den genannten Gemeinden.

Die Errichtung einer IGS in Schöppenstedt würde, so die Landkreisverwaltung, die schrittweise Aufhebung der Elm-Asse-Schule mit der Außenstelle in Remlingen notwendig machen. Eine zukünftige Beschulung der Haupt- und Realschüler, die die IGS nicht besuchen möchten, könnte dann beispielsweise in Sickte erfolgen. Mit der Elternbefragung in den genannten Gemeinden wird auch der entsprechende Schulbezirk für die IGS in Schöppenstedt festgelegt. Sollte der Kreistag also aufgrund eines positiven Ergebnisses bei der Elternbefragung die Einrichtung einer IGS in Schöppenstedt beschließen, dann bestünde für die Schüler aus den befragten Gemeinden kein Wahlrecht mehr für den Besuch einer Gesamtschule in Wolfenbüttel.

„Sie rennen weiter mit dem Kopf durch die Wand“

Die Kreistagsgruppe CDU/FDP versuchte den Beschluss zur Elternbefragung für eine IGS in Schöppenstedt zu verhindern. Wie unter anderem Kreistagsmitglied Klaus Hantelmann (CDU) betonte, werde mit dem Beschluss nämlich eine einheitliche Schulentwicklungsplanung für den gesamten Landkreis über den Haufen geworfen. Auch Björn Försterling (FDP) kritisierte, dass die Befürworter der Elternbefragung ohne ein einheitliches Konzept für den gesamten Landkreis handeln würden, weil nicht berücksichtigt werde, welche Folgen die Einrichtung der IGS in Schöppenstedt für andere Schulstandorte im Kreisgebiet habe. Deshalb solle zuerst ein einheitliches Konzept für den gesamten Landkreis erstellt werden, bevor es zu Elternbefragungen komme.“Sie rennen weiter mit dem Kopf durch die Wand und bringen alles zum Einsturz“, sagte Björn Försterling. Auch Kreistagsmitglied Reinhard Deitmar (SPD), zugleich Bürgermeister der Gemeinde Sickte, erklärte: „Hier wird eine Einzelfallentscheidung getroffen mit weitreichenden Folgen für andere Schulorte“. Kreistagsmitglied Frank Oesterhelweg (CDU) forderte deshalb von den Befürwortern der Elternbefragung für eine IGS in Schöppenstedt, klar zu äußern, welcher Schulstandort dafür denn über die Klinge springen solle.

knappe Mehrheit für Elternbefragung

Kreistagsmitglied Marcus Bosse betonte hingegen, dass im Rahmen der Schulentwicklungsplanung alle Zahlen und Fakten bereits vorliegen würden. Er warf der Kreistagsgruppe der CDU/FDP außerdem vor, dass es in der Arbeitsgruppe Schulentwicklungsplanung keinen Fortschritt mehr gebe, seitdem die CDU öffentlich sagte, dass sie alle Schulstandorte im Landkreis erhalten wolle. Dies sei nämlich, so Marcus Bosse, nicht möglich. Da er den Schulstandort Schöppenstedt in Gefahr sehe, brauche es nun aber eine schnelle Entscheidung, wie es die Fraktion der GRÜNEN mit ihrem Antrag auf eine Elternbefragung für eine IGS in Schöppenstedt fordert.

Mit einer knappen Mehrheit entschied sich der Kreistag schließlich für die Durchführung der Elternbefragung.


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