Meisen-Bestand deutlich geschrumpft

10. Januar 2017 von
Eine Blaumeise. Foto: Thorsten Readlein
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Region. Der NABU hat eine erste Bilanz der NABU-Mitmachaktion "Stunde der Wintervögel" gezogen, in deren Rahmen am Wochenende Vogelfreunde zum siebten Mal aufgerufen gewesen waren, alle innerhalb einer Stunde gezählten Gefiederten zu notieren und an den NABU zu melden.

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Der Haussperling liegt in der Region, wie auch niedersachsen-und bundesweit und in den vergangenen Jahren, klar in Front. Im Landkreis Wolfenbüttel dominiert der Haussperling vor der Wacholderdrossel und der Amsel. In Braunschweig liegen bisher Amsel, Blaumeise und Kohlmeise vorne, dann folgt auch hier der Haussperling. Einen deutlichen Negativtrend weisen die Kohl- und Blaumeisen auf. „Auch in Südost-Niedersachsen zeigt sich dieser Trend ganz deutlich.“ sagt Marlies Gräwe, Leiterin der NABU-Regionalgeschäftsstelle Südost-Niedersachsen. Die Beteiligung in der Region ist bereits jetzt sehr hoch. Momentan haben rund 670 Personen teilgenommen, knapp 15.500 Vögel wurden bereits gezählt und gemeldet. Niedersachsenweit haben momentan rund 1.500 Personen mehr mitgemacht als im Vorjahr. Dementsprechend genauer werden die erhobenen Daten der gezählten Vögel. „Die Beteiligung der Stunde der Wintervögel in Niedersachsen ist erneut sehr viel höher als im Vorjahr“, bilanziert Dr. Holger Buschmann, NABU-Landesvorsitzender: „Heute Morgen hatten wir bereits die Meldungen von knapp 7.500 Teilnehmern erhalten, ein fantastischer Wert, denn es wurden über 164.000 Vögel in über 4.800 Gärten gezählt“, freut sich Dr. Buschmann. (2015: über 5.800 Teilnehmer meldeten über 168.000 Vögel aus 4.000 Gärten).

„Das bedeutet neben den Hinweisen, die wir auf Trends bei den Garten- und Parkvögeln unserer Heimat bekommen, auch, dass sich die Menschen intensiv mit der Vogelwelt, der Natur und dem Naturschutz beschäftigt haben, ein wunderbarer Effekt in Zeiten schwindender Artenkenntnis. Denn: Nur was ich kenne, kann ich auch schützen“, begründet der NABU-Landesvorsitzende den umweltpädagogischen Effekt der Aktion.

Derzeit nur Trends möglich

Da die Ergebniseingabe noch bis zum 16. Januar möglich ist, kann der NABU Niedersachsen derzeit nur auf Trends zurückgreifen – diese seien aber bereits recht stabil. Demnach liegt der ‚niedersächsische Vorjahressieger‘ Haussperling auf Rang 1, die Amsel mit knapp fünf Exemplaren pro Garten auf Rang 2, dann die Kohlmeise mit einem Rückgang von 31 Prozent und 3,5 Exemplaren auf Rang drei, gefolgt von Feldsperling und Blaumeise. Die Zahl der je Garten beobachteten Vögel nimmt jedoch spürbar ab. So wurden, trotz steigender Beteiligung, bislang knapp 8.000 weniger Vögel als im Vorjahr gezählt. Betroffen sind besonders Grünfink, Kernbeißer und sämtliche Meisenarten.

Warum der Rückgang? 

Die große Frage nach dem Warum lässt sich laut NABU nicht eindeutig beantworten. Liegt es an schlechten Bedingungen bei uns oder sind weniger Wintergäste aus dem Norden und Osten eingeflogen? Ein näherer Blick am Beispiel der Kohlmeise zeige jedenfalls, dass der Rückgang regional sehr ungleich verteilt sei. In Niedersachsen wäre ein Rückgang von 30 Prozent zu verzeichnen. Es könne sein, dass ein Teil der vorhandenen Meisen sich nicht in den Gärten blicken lasse, weil sie im Wald mehr als sonst zu fressen finden würden. Man könne streng genommen also nur von Beobachtungsrückgängen als momentane Situationsbeschreibung sprechen. Eine weitere Vermutung sei, dass das nasskalte Frühjahr 2016 zu einer schlechten Fortpflanzungsrate gerade bei den höhlenbrütenden Arten geführt habe. Wenn die Elternvögel zum Beispiel über längere Perioden mit nassem Gefieder in die Bruthöhle fliegen müssten, käme es schnell zur Unterkühlung bei den Jungvögeln und sie sterben. Futter sei angesichts der nasskalten Witterung vermutlich ebenfalls Mangelware gewesen. Als weitere denkbare Ursache für die Probleme bei der Jungenaufzucht käme der allgemeine Rückgang der Insekten durch den vermehrten Pestizideinsatz in der Landwirtschaft hinzu.

Die Beobachtungen können per Post (NABU, Stunde der Wintervögel, 10469 Berlin) oder einfach im Internet unter http://niedersachsen.nabu.de/aktionen/sdw/ angegeben werden. Unter den Teilnehmern werden Preise verlost.

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