Langfristige Lösung? Kirchstraße soll gesperrt bleiben

9. Mai 2017 von
Die Verwaltung der Stadt Wolfenbüttel schlägt vor, die aktuelle Verkehrsführung und die Sperrung der Kleinen Kirchstraße beizubehalten. Foto: Stadt Wolfenbüttel/Archiv
Wolfenbüttel. Die Verkehrsführung in der südlichen Heinrichstadt und die Sperrung der Kleinen Kirchstraße für den Straßenverkehr vor der BMV Kirche soll beibehalten werden. Dies schlägt die Verwaltung im Ausschuss für Bau, Stadtentwicklung und Umwelt am heutigen Dienstag vor.

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Anlass für die aktuelle Verkehrsführung waren die Umbaumaßnahmen am Kornmarkt, die 2015 zu der Sperrung der Einmündung der Kleinen Kirchstraße führten. Im Zuge dieser Sperrung wurde die jetzige Verkehrsführung auf der westlichen Harzstraße mit direkter Verbindung vom Harztorplatz zur Fischerstraße eingerichtet.

Auswirkungen in der südlichen Heinrichstadt

Grundsätzlich seien bei der Bewertung und dem Vergleich von Verkehrszahlen tägliche Schwankungen von bis zu zehn Prozent einzukalkulieren. Für die Heinrichstadt ergebe sich zudem auch ein erheblicher Anteil an Parksuchverkehr im Verkehrsaufkommen, der aber insbesondere abhängig vom Parkraumangebot im Bereich Reichstraße und Kanzleistraße sei. Laut Verwaltung hätten die sehr unterschiedlichen Situationen seit Beginn der Baumaßnahmen 2015 daher keine einheitliche Bewertung zugelassen. Trotzdem werde seitens der Stadt Wolfenbüttel folgendes festgestellt: Mit der Durchbindung der Harzstraße auf die Fischerstraße wurde ein Teil des Verkehrs aus der Kleinen Kirchstraße umgeleitet. Diese Erhöhung auf der Fischerstraße sei durch den stärkeren Verkehr aus der Harzstraße in Richtung Norden begründet, aber insgesamt für eine innerstädtische Quartiersstraße immer noch als moderat einzustufen.

Die aktuelle Verkehrslage.

Auswirkungen der übergeordneten Baustellen

Eine deutlich veränderte Situation ergibt sich seit der Sperrung der Halchterschen Brücke und des Schulwals: Hierdurch kommt es aktuell zu einer starken Überlagerung des Verkehrs in der Südlichen Heinrichstadt durch fremde Ziel- und Durchgangsverkehre, die den Baustellen ausweichen. Zur Überprüfung dieser Effekte wurde im April eine erneute Zählung im Bereich der Fischerstraße durchgeführt.

Verkehrsführung vor der Sperrung Kleinen Kirchstraße.

Höheres Verkehrsaufkommen an der Fischerstraße

Das KFZ-Aufkommen an der Einmündung Fischerstraße in den Holzmarkt liegt aktuell bei 2800 Fahrzeugen pro Tag, gegenüber 1700 Kfz im Vorjahr. Im Bereich der Kreuzung zur Harzstraße liegt die Zahl auf dem nördlichen Ast der Fischerstraße bei rund 3300. Insbesondere falle auf, dass die 2016 noch deutlich erkennbare Spitzenstunde nicht mehr ausgeprägt sei – das Verkehrsaufkommen verteile sich also inzwischen über den ganzen Tag. Die unterproportionale Zunahme der Verkehrsstärke verweise zudem darauf, dass die Grenzen der Kapazität in diesem gewachsenen Straßenraum erreicht werden. Laut Vorlage dürften neben den großräumigen Verkehrsverlagerungen auch nahräumliche Ursachen, vor allem durch die hohe Belastung des Harztorwalls und die eingeschränkte Linksabbiegemöglichkeit in die Lange Straße, verstärkt zu Schleichverkehr über die Harzstraße/Fischerstraße führen. Die Erhebungen legen aber auch nahe, dass es nach der Beendigung der Baustellen an der Halchterschen Brücke und der Baumaßnahmen auf dem Schlossplatz wieder zu einem deutlichen Rückgang des Verkehrsaufkommens auf der Fischerstraße kommen dürfte – wobei jedoch das Niveau von vor 2015 nicht wieder erreicht werden sollte.

Die Fischerstraße in der Vogelperspektive.

Langfristig könnten Kosten entstehen

Kosten würden für den festen Einbau der bisher provisorischen Beschilderungen und Markierungen der Verkehrsführung absehbar entstehen. Aus der Perspektive des Tiefbaus würde zur Beibehaltung der jetzigen Führung der Rückbau einer Fahrbahneinengung an der Kreuzung Harzstraße/Fischerstraße erforderlich werden. Hierfür sind rund 10.000 Euro als Grundfinanzierung anzusetzen. Weitere bauliche Anpassungen im Straßenraum von Harzstraße und Fischerstraße wären absehbar sinnvoll, aber zunächst nicht zwingend erforderlich. Im Haushalt sei hierzu bisher nichts eingeplant, die Deckung der kurzfristig erforderlichen 10.000 Euro kann im Wege der flexiblen Haushaltsführung gewährleistet werden.

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