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Landkreis: Neue Pegel sollen Hochwasser vorhersehbarer machen

25. Dezember 2017
Das Hochwasser sorgte im Sommer unter anderm in Schladen für Probleme. Daher will der Landkreis jetzt weitere Maßnahmen planen. Foto: Archiv/Anke Donner
Wolfenbüttel. Bessere Prognosen über den Verlauf von Hochwasser-Ereignissen sowie eine bessere Planbarkeit für Schutzmaßnahmen der Mitgliedsgemeinden – das erhofft sich der Landkreis von einer besseren Vernetzung der Daten der Gewässerpegel sowie der Daten des DWD (Deutscher Wetterdienst).

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Die Untere Wasserbehörde im Landkreis Wolfenbüttel prüft zudem, wo neue Pegel eingerichtet werden müssen. Dazu führt der Landkreis derzeit Gespräche mit dem NLWKN (Niedersächsischer Landesbetrieb für Wasserwirtschaft, Küsten- und Naturschutz) sowie mit den Gemeinden. Nach Umsetzung sollen Einsatzkräfte, Gemeinden sowie Bürgerinnen und Bürger diese Daten über das Internet jederzeit einsehen können. Finanzmittel dafür sind in den Haushalt eingeplant, über den der Kreistag voraussichtlich im Januar 2018 beschließen wird.

Daten vernetzen, Vorhersagen verbessern

„Die Prognosen während des Hochwassers im Juli waren zu ungenau. Gerade die Nebenflüsse waren für uns nur schwer überschaubar. Jetzt prüfen wir mit den Gemeinden, an welchen Stellen weitere Pegel eingerichtet werden müssen, um Informationslücken zu schließen“, sagt Rolf Teletzki, Leiter des Umweltamtes im Landkreis. Jetzt sollen die Daten von allen für den Landkreis wichtigen Pegeln aus der Region vernetzt werden.

Acht neue Pegel geplant

In einem ersten Schritt wird mit dem NLWKN geprüft, wo die Behörde Pegel betreibt. Während die Pegelstände im Bereich Schladen und Ohrum vom NLWKN im Internet veröffentlicht werden, fehlen Informationen über Pegelstände an den Nebenflüssen, etwa an Wabe und Wedde. Der Landkreis plant, acht neue Pegel einzurichten, damit eine bessere Datenlage aus den Nebengewässern vorliegt. Auch mit der Hochwasserzentrale des Landes Sachsen-Anhalt, dem Wasserverband Peine und den Harzwasserwerken stehe das Amt im Austausch, so Teletzki.

Damit die Frage geklärt werden kann, welche Wetterereignisse wo ihre Wirkung entfalten, fließen die Daten des DWD in die Prognosen mit ein. Gerade bei Stark- und Dauerregen, wie im vergangenen Sommer, wird so eine bessere Vorhersagbarkeit angestrebt. Der Verlauf eines Hochwasserereignisses ist abhängig von der Jahreszeit. Im Sommer halten Pflanzen im Wasser und auf dem Land das Wasser zurück – der Abfluss der Wässer dauert länger. Im Winter kann das Wasser auf gefrorenen Flächen hingegen schneller abfließen. Ein Beispiel: Im Sommer beträgt die Fließzeit vom Pegel in Schladen zum Pegel nach Ohrum rund acht Stunden, im Winter sind es vier bis sechs Stunden.

Bestehende Schutzmaßnahmen, etwa eine Schutzmauer oder ein Wall, verändern die Abflusseigenschaften. Das sollen die Prognosen ebenfalls berücksichtigen. Die Untere Wasserbehörde des Landkreises führt aktuell Gespräche mit den Mitgliedsgemeinden. Darin wird auch geprüft, welche Informationen die Gemeinden zu den Pegeln benötigen. So können die Gemeinden genaue Schutzmaßnahmen planen und umsetzen. Zudem können die Einsatzkräfte dann besser beurteilen, wann und wie sie tätig werden müssen.

Umsetzung ab dem Frühjahr 2018 möglich

Über eine Software sollen alle Pegelstände öffentlich zugänglich sein. Feuerwehren, Gemeinden und die Einwohnerinnen und Einwohner im Landkreis sollen auf diese Daten zugreifen können. Dafür sind im Haushalt 2018 insgesamt 92.000 Euro eingestellt. Ursprünglich waren nur 30.000 Euro eingeplant. Die Umsetzung der Maßnahmen kann im kommenden Frühjahr erfolgen. Vorausgesetzt, die Abgeordneten stimmen dem Mehrbedarf im Haushalt in der Kreistagssitzung am 15. Januar 2018 zu.

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