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Kluschke wieder: Hertie-Künstler bekommen die Wurst

17. November 2014 von
Der Entwickler entwickelt nichts mehr. Aber die Immobilie bleibt... Archivfoto: Karl-Heinz Kluschke
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Die Stadt Wolfenbüttel hat heute entschieden, dass der Reichstags-Verhüller Christo die ehemalige Hertie-Immobilie an der Löwenstraße nicht einwickeln darf. Statt Gewebe soll Gewerbe das Haus schmücken, sind sich fremdenführende Kommunalpolitiker einig. Doch das gestaltet sich schwierig. Bisher konnten nicht genug dumme Kaufleute gefunden werden, die bereit sind, sich mit eigenem Geld auf das Risiko der Innenstadt-mit-Entwicklung einzulassen. Da nun nichts mehr verhüllt, eingepackt und eingewickelt wird, hat der nicht-öffentlich tagende Verwaltungsausschuss im Rathaus heute wahrlich konsequent entschieden und sich auch vom, bereits vor langer Zeit sorgsam ausgewählten, Entwickler getrennt. Diesem Lebenskünstler, bekannt unter dem Künstlernamen „Amandla“ wurde einiges zugetraut. Spektakulär sollte die Entwicklung werden, mit zahlreichen dabeistehenden Ankermietern, obwohl unsere schöne Stadt an der Oker lediglich über einen Liegeplatz der Oker-Piraten-Molle, nicht aber über einen Hafen verfügt. Schon die Pläne des Einwickelns sorgten für Unmut in weiten Teilen der Bevölkerung. Die Befürworter schießen deshalb mit Stahlkugeln auf Schaufensterscheiben im Stadtgebiet, um die Sinnhaftigkeit der – auch Schaufenster schützenden – Verhüllung zu demonstrieren. Christo selbst hat sich von einer etwaigen Beteiligung distanziert. Nur von Amandla, oder dem Künstler, der sich hinter diesem Pseudonym verbirgt, war wie immer nichts zu hören. Wölfchen und Büttelchen sollen nun die künstlerisch genutzten Schaufensterscheiben der ehemaligen Hertie-Immobilie bewachen, damit sie auch mal etwas Sinnvolles tun. Dies soll die Weihnachtsmarkt-Organisatorin Viola Bischoff auf die Idee gebracht haben, mit dem gerade entstehenden Weihnachtsmarkt vom Stadtmarkt in das ungenutzte Hertie-Gebäude zu ziehen. Dann könnten die Wochen-Marktbeschicker vor dem Rathaus frieren und die Weihnachtsmarkt-Besucher hätten bei schlechtem Wetter sogar ein Dach über dem Kopf. Dies wollte Stadt-Pressesprecher Olaf Danell so aber nicht bestätigen. Auch eine Unterbringung von Flüchtlingen im Haus sei nicht geplant. Um allerdings die Kaufkraft in der Innenstadt zu erhöhen, sei schon eher die Einrichtung eines Patientenhotels – vis a vis des Schlosses – denkbar. Das Bauamt prüft zudem, ob ein Gebäudetausch mit der Samson-Schule infrage käme, lediglich die geografische Umsetzung der komplexen und tonnenschweren Gebäude mache enorme Probleme. Um die Bürger unserer Stadt von all dem abzulenken, hatte die Stadtverwaltung heute extra Wolfenbüttels erste Weihnachtstanne aufstellen lassen. Aber das interessierte heute kaum. Die Enttäuschung ist groß. Sogar das beliebte Eis-Café Martini hat heute aus Protest geschlossen und macht erst im kommenden Jahr wieder auf.  Nur die Wolfenbütteler Fleischer spenden nun Wurst und Fleisch, damit Christo und Amandla doch noch schöne Weihnachten haben können.


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Dieser Satire-Beitrag kommt aus dem meist nicht beanspruchtem Gehirn unseres Redaktions-Rüpel-Rentners Karl Heinz Kluschke. Die gesamte Redaktion distanziert sich vom Inhalt und seiner Person, weil er schon komisch war, bevor in Wolfenbüttel aus Karstadt Hertie wurde…


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