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Kinokritik zu „Split“ – Packender Thriller mit Kultpotenzial

29. Januar 2017
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Seit Mittwoch läuft der Thriller „Split" im CineStar Wolfenbüttel. Foto: CineStar
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Wolfenbüttel. Die Oscarnominierten sind nun offiziell bekannt. Obwohl einige Zuschauer, Hauptdarsteller James McAvoy schon vor dem Release von „Split" als Oscar-Kandidaten ins Spiel brachten, blieb er unberücksichtigt. Ob das ein Fehler war, erfahren Sie in unserer Kritik.

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Es ist nun ziemlich genau zwei Jahre her, dass Leonardo Di Caprio als Protagonist für den Film „The Crowded Room“ bekannt gegeben wurde. In dem Film soll es um die wahre Geschichte des Billy Milligan gehen, der unter einer 24-fachen Persönlichkeitsstörung litt. Obwohl der Film lange noch nicht erschienen ist, sahen viele schon den nächsten Oscar für Leo funkeln. Wer hätte aber gedacht, James McAvoy im Jahr 2017 für eine fast identische Rolle, ohne Frage auch für den Oscar hätte nominiert werden können? Während „The Crowded Room“ noch auf sich warten lässt, flimmert „Split“ nun seit diesem Mittwoch in den deutschen Kinos.

Kritik:

Beim neuesten Film von Regisseur M. Night Shyamalan (The Sixth Sense) folgt der Zuschauer der Geschichte von drei Mädchen, die von einem jungen Mann namens Kevin (James McAvoy) entführt werden. Es stellt sich heraus, dass Kevin mit dissoziativen Identitätsstörung diagnostiziert. Während er sich mit den Qualen in seinem Kopf kämpft, kämpfen die Mädchen um Leben und Tod. Casey (Anya Taylor-Joy) nimmt dabei die Führungsrolle in die Hand und zeigt sich aufmerksam und mutig. Mit einer neuen, noch gefährlicheren Identität auf dem Vormarsch, droht Kevin’s Geisteszustand völlig auseinander zu geraten. Um dies zu verhindern, versucht die vertrauenswürdige Psychiaterin Dr. Fletcher (Betty Buckley), Kevin vor sich selbst zu retten.

Viele Aspekte in Split wirken zunächst ziemlich vertraut. In feinster Manier des Alfred Hitchcock Streifens „Psycho“, verkörpert der unheimliche Protagonist eine strenge Mutterfigur, die besorgte Ärztin versucht alles, um das Schlimmste zu verhindern und das trotzende Mädchen, nimmt ihren Mut zusammen und wendet sich gegen das Böse. Der Grundstein für einen packenden Thriller sei damit gelegt. In jedem Film von M. Night Shyamalan warten Fans sekündlich auf einen Twist, der den kompletten Film umschmeißt. Auch Split zeigt wieder, dass kaum ein anderer Regisseur verschrobene und zunächst abstrus wirkende Geschichten so koordiniert erzählen kann, wie Shyamalan.

Ein hervorragendes Casting ist nicht alles

Besonders zu würdigen ist James McAvoys Darstellung des Kevin und besonders seine 23 Persönlichkeiten. Dabei sind es garnicht ein oder zwei Rollen die McAvoy so grandios spielt, sondern die komplette Bandbreite der Figuren. Um einen Film mit einer solchen Thematik annähernd realistisch auf die Leinwand zu bringen, trägt die Darstellung des Hauptprotagonisten eine besondere Verantwortung. Und die übertrifft James McAvoy gerade zu. Neben den anderen fünf Oscar-Nominierten, hätte die Jury ohne Frage auch ihn berücksichtigen könne, ohne das Kritik aufgekommen wäre. Obwohl McAvoy natürlich viel Anteil der Laufzeit in Anspruch nimmt, kommen auch seine Nebendarsteller nicht zu kurz. Neben der jungen Anya-Taylor-Joy (The Witch), überzeugt auch Betty Buckley (The Happening) als Psychologin und rundet damit das starke Casting ab.

Bei einem Film indem der Protagonist 23 Persönlichkeiten verkörpert, sollte es Priorität haben, dass der Regisseur die Figur möglichst realistisch wirken lässt und damit eine gewisse Bodenständigkeit erzeugt. Oder es bei der schwierigen Thematik zumindest versucht. Wenn man etwas an Split kritisieren mag, dann ist es sicherlich genau dieser Aspekt. Von Zeit zu Zeit wirkt die Figur von Kevin immer größer und unwirklicher. Obwohl die Menschlichkeit von Kevin im Ansatz zu erkennen bleibt, scheint er zum Ende des Film eher eine übernatürliche Kraft zu besitzen oder um es gar auf die Spitze zu treiben, ein nicht irdisches Wesen zu sein. Der Kritikpunkt bleibt aber sicherlich objektiv. Ein anderer Zuschauer mag vielleicht genau diesen Aspekt des Films.

Fazit:

Gerade durch die Performance von James McAvoy sollte das Kinoticket von Split für Filmfans bereits reserviert sein. Für Regisseur M. Night Shyamalan ist es der erste Schritt zurück in seine älteren, erfolgreichen Streifen – und damit in die richtige Richtung. Trotz der Kritik zum Ende des Films, bleibt Split ein packender und nervenaufreibender Thriller. Ohne in die Spoiler-Falle tappen zu wollen: Für den Kinogänger mit erweitertem Filmwissen gibt es im Film eine faustdicke Überraschung! Ob diese jetzt passend ist oder etwas weit hergeholt zu sein scheint, bleibt jedem selbst überlassen.

Das meinen die Kinobesucher:

Chance auf einen zweiten Teil? Zumindest die Rezessionen der Kinobesucher fielen alle sehr positiv aus. Foto: Nick Wenkel

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