Kinokritik: King Arthur – Fantasy-Epos trifft Gangsterballade

14. Mai 2017
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Seit Donnerstag läuft im CineStar der neue Guy Ritchie-Film "King Arthur - Legend of the Sword". Foto: Alexander Dontscheff
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Wolfenbüttel. Er hat es wieder getan: Nachdem Guy Ritchie mit Sherlock Holmes bereits einen der ganz großen englischen Helden auf seine Weise neu interpretiert hat, ist nun mit König Artus der nächste Mythos dran. Seit Donnerstag ist der Film im CineStar Wolfenbüttel zu sehen.

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„King Arthur – Legend of the Sword“ ist der erste Teil einer (wenn der kommerzielle Erfolg stimmt) auf sechs Episoden angelegten Reihe um den sagenhaften König und seine Tafelrunde. Wer die Filme von Guy Ritchie kennt weiß, dass man auch hier keinen weiteren 08/15-Aufguss der schon oft verfilmten Geschichte rund um Camelot, Merlin und Excalibur erwarten sollte.

Zum Inhalt:

England im 5. Jahrhundert: König Uther hat gerade die entscheidende Schlacht gegen den bösen Magier Mordred für sich entschieden, als ihm sein Bruder Vortigern in den Rücken fällt. Während er und seine Frau getötet werden, kann er seinem kleinen Sohn Arthur in letzter Minute zur Flucht verhelfen. Arthur wird von Straßenmädchen gefunden und wächst in den Straßen von Londinum auf. Hier arbeitet er sich zu einem kriminellen, doch stets menschlich bleibenden Unterweltboss hoch. Während Vortigern dabei ist, seine Macht immer weiter auszubauen und mit schwarzmagischen Kräften hantiert, taucht wie aus dem Nichts Excalibur, das Schwert König Uthers, in einem Stein fest sitzend auf. Vortigern weiß, dass er das Schwert für seine Machtansprüche benötigt, aber nur der wahre König es aus dem Stein ziehen kann.

Vortigern, dem nun bewusst wird, dass sein Neffe noch am Leben sein muss, lässt alle Männer im in Frage kommenden Alter versuchen, das Schwert aus dem Stein zu ziehen. Auch Arthur, der nach einem Konflikt mit einem unter Schutz des Königs stehenden Wikingers seine Machtposition verloren hat, ist an der Reihe und befreit das Schwert aus dem Stein. Die davon ausgehende Magie überwältigt ihn aber und er fällt in die Gefangenschaft seines Onkels. Dieser will an ihm ein Exempel statuieren und ihn öffentlich hinrichten lassen. Er hat aber die Rechnung ohne die Magierin Mage und die örtliche Widerstandsgruppe gemacht. Doch nach der Befreiung geht für Arthur das Abenteuer erst richtig los. Er muss sich seiner eigenen Geschichte und Bestimmung stellen, Herr über das Schwert seines Vaters werden und mit einem kleinen Haufen Rebellen und Krimineller gegen das Heer seines Onkels bestehen.

Kritik:

Bereits 2004 hatte Regisseur Antoine Fuqua einen komplett neuen Ansatz gewählt, um sich der Artussage zu nähern. Auf alles Übernatürliche verzichtend, stellte sein Film eher ein Historiendrama – wenn auch mit einer recht freien Auslegung der historischen Tatsachen – dar, das den Konflikt zwischen abziehenden Römern, einheimischen Kelten und Pikten sowie den einfallenden Sachsen thematisierte. Guy Ritchie geht nun den anderen Weg: Aus der Sage wird ein Fantasy-Epos mit guten und bösen Magiern, Riesenelefanten und Blutopfer verlangenden Sirenen. 

Fantasy trifft auf Coolness und Humor

Ritchie wäre natürlich nicht Ritchie, wenn er dem Ganzen nicht seinen ganz persönlichen Anstrich geben würde. Arthurs Jugend und Aufstieg in den Straßen von Londinum ist natürlich Referenz an seine frühen Gangsterfilme „Snatch“ und „Bube, Dame, König, grAS“. Der typische Coolness-Faktor fehlt ebensowenig wie das passende Quentchen Humor. Die Kampfszenen in 3D-Technik sind ebenso 100 Prozent Ritchie-Style wie die atemberaubende Schnitttechnik oder der nicht immer lineare Erzählstil, der gerne auch mal nur von den Protagonisten diskutierte Handlungsoptionen bildlich darstellt. Auch die Geschwindigkeit ist teilweise atemberaubend, sei es Arthurs Jugend in Londinum, die im Zeitraffer an einem vorbeifliegt, sei es Arthurs gefahrenreicher Selbstfindungstripp in die Darklands. Aus letzterem hätte Peter Jackson wahrscheinlich allein einen Drei-Stunden-Film gemacht – bei Guy Ritchie ist es ein Fünf-Minuten-Video-Clip.

Hochwertiger Cast

Obwohl der Film über zwei Stunden lang ist, kommt keine Langeweile auf. Dass letztendlich in der Handlung die ganz großen Überraschungen fehlen, kann man genauso verschmerzen wie die historischen Unzulänglichkeiten (Die Wikinger fielen erst gut 300 Jahre später über England her). Es ist halt ein Fantasyfilm. Der stimmungsvolle Soundtrack trägt zu einem gelungenen Kinoabend ebenso bei wie der hochwertige Cast. Charlie Hunnam liefert sich als Arthur ein Duell mit seinem „bösen Onkel“ Jude Law. Àstrid Bergès-Frisbey gibt die mysteriöse Magierin Mage und der als Petyr Baelish aus Game of Thrones bekannte Aidan Gillen spielt den verschlagenen Rebellen und Meister-Bogenschützen Goosefat Bill. Der Film ist auch in den Nebenrollen – etwa Mikael Persbrandt als Wikingerfürst – gut besetzt. Selbst Ex-Fußballstar David Beckham erhielt einen Kurzauftritt als Scherge des Königs.

Infos, Tickets und weitere Trailer zum Film gibt es unter www.cinestar.de.

Das sagen die Zuschauer:

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