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Karl-Heinz Kluschke: Nackt im Dunkeln?

20. Juli 2013 von

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Am Wolfenbütteler Fümmelsee fand am Freitag das erste Nachtschwimmen statt. Der ausrichtende Schwimmverein war ganz angetan von der Menge an Menschen, die auf das Naturbadgelände strömten. Zahlreiche Lessingstädter packten eilig ihre Schwimmflügel, Nachtsichtgeräte, Taschenlampen und Handtücher zusammen und eilten los, weil sie dachten es handele sich um ein Nacktschwimmen. Doch auf der vereinseigenen FKK-Wiese war es zu dunkel, um überhaupt etwas zu erkennen. Die Gaffer und Voyeure zogen deshalb schnell wieder ab, nur Schwimmer sind geblieben. 

Bereits am Nachmittag prallte ein 26jähriger Voyeur in Höhe des Fümmelsees gegen einen geparkten Lieferwagen, weil er damit beschäftigt war, schon mal nach unbedeckten Körperteilen Ausschau zu halten. Auch er war irrtümlich von einem Nacktschwimmen ausgegangen. Die Polizei Wolfenbüttel spricht diplomatisch von einem Fahrfehler. Wegen dieses Fehlers mussten die Stadtwerke Wolfenbüttel einen in Höhe des Bades stehenden Laternenmast samt Laterne abbauen. Deshalb war es auf dem Gelände des Fümmelsees noch dunkler als geplant.

Da es sich im Dunkeln gut munkeln lässt, gab es unter den Badegästen natürlich Geschwätz und Getratsche. Es wurde auch spekuliert, ob die beiden Landrats-Kandidatinnen in LED-Licht eingesäumten Badeanzügen oder Bikinis am Nachtschwimmen teilnehmen würden, um sich rund acht Wochen vor dem Wahltermin in Szene zu setzen und bekannter zu werden. Doch entweder waren sie gar nicht erst erschienen, oder die LED-Lichtnähte an ihrer Badekleidung waren defekt, denn gesehen hat sie niemand.

Komisch eigentlich, wo doch gerade jetzt das große Schaulaufen aller politischen Kandidaten beginnt: Neun Bundestagskandidaten gibt es. Auch die standen weder in der Schlange vor dem Sprungturm, noch waren sie im Bürger-, also Wähler-Gespräch auf den Fümmelsee-Terrassen. Ein Schwimmverein-Vertreter zeigte sich froh über das Wegbleiben der Bundestagskandidaten. Wäre ein erneut antretender Bundestagsabgeordnete ins Wasser gesprungen, hätte es vielleicht in unserer Region wieder Hochwasser gegeben, meinte er.

„Schwimmen im Dunkeln“ mag ja noch gehen. „Wahlkampf im Dunkeln“ sei blöd, weil ja niemand sieht, wer gewählt werden soll, heißt es aus Politikerkreisen. Da lässt man die wählenden Schwimmer lieber gleich im Dunkeln tappen, wer überhaupt in Berlin Schwimmer-Interessen der Region vertreten könnte. Lediglich von den kleineren Parteien war zu vernehmen, dass Nacht-Wahlkampf weniger schweißtreibend sei, als Sommer-Wahlkampf tagsüber. Und wenn sie nachts niemand wahrnehmen würde, könne man hinterher auch das Wahlergebnis besser begründen.

Staatssekretär Jörg Röhmann, der bis kurz nach der letzten Landtagswahl noch Landrat im Kreishaus war, sei auf dem Golf-Platz in Kissenbrück gesehen worden, berichten Augenzeugen übereinstimmend. Bei Tageslicht. Die Verantwortlichen dort denken wegen des erfolgreichen Nachtschwimmens gerade über Nacht-Golf nach, weisen aber explizit darauf hin, dass es sich nicht um Nackt-Golf handelt. Nicht auszudenken, wenn Staatssekretäre nackt putten würden. 

Axel Kohnert brachte deshalb schnell ein Nacht-Anlegen von Kanuten in Groß Stöckheim ins Gespräch. Hiltrud Bayer erinnerte daran, dass es in Fümmelse ein Piratenschiff gäbe und schlug ein Nacht-Entern vor. Arne Hattendorf soll sich von dieser Idee sofort begeistert gezeigt haben. Unzählige weitere Vorschläge von Nacht-Aktivitäten wurden gemacht. Die Selbsthilfegruppe „Schlafapnoe“ wies in einer ersten Stellungnahme darauf hin, dass auch tagsüber die Gefahr von „gefährlichem schnarchen“ bestünde, weil der Schlaf dann ja nur tageszeitlich verschoben werde.

Die Polizei warnt vor einer Zunahme von Nachtaktivitäten: Eine Personengruppe sei bereits nachts aktiv, und das seien keine Politiker. Ein nachtaktiver Pfandflaschensammler sei in Schladen vor wenigen Nächten beim Nacht-Sammeln im Leergutlager eines Getränkemarktes von Passanten gestört worden. Daraufhin habe er sich unerkannt entfernt. Wahrscheinlich war er nackt…


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