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Karl-Heinz Kluschke: Sonne, Hitze und Sommer-Wahlkampf

27. Juli 2013 von

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Das Durchschnittsalter eines Wolfenbüttelers liegt nach Angaben des Landesbetriebs für Statistik bei 44,3 Jahren. Dieses Alter vermögen auch die beiden Landratskandidatinnen nicht zu drücken, da beide älter als der Durchschnitt ihrer Wähler sind. In den lokalen Parteizentralen von Rot-Grün und Schwarz-Gelb ist man derzeit ratlos und weiß nicht so genau wie man diesem Problem begegnen will.

Zusätzliche Friseur- und Kosmetikstudiobesuche der jeweiligen Kandidatinnen machen wahrscheinlich nur noch schöner, aber nicht wirklich jünger, ist man in beiden politischen Lagern überzeugt. Außerdem seien Ausgaben für die Schönheit in den klammen Wahlkampfkassen nicht vorgesehen. Jugendlich wirkende Schuhe und Handtaschen bieten derzeit Wolfenbütteler Unternehmen an, leider nur nicht in der Fußgängerzone.

Martin Hortig, der zur Zeit kommissarisch das Amt des Landrates innehat, könnte zwar noch als plötzlicher Kandidat seinen Hut in den Ring werfen, dadurch aber nur der CDU schaden und den Alterdurchschnitt auch nicht senken. Die Bewerbungsfrist zur Landratswahl endet erst am 19. August und das Einsammeln von den zur Bewerbung erforderlichen 230 Unterstützer-Unterschriften hält vielleicht jung, macht aber nicht jünger.

Dabei hätten beide politischen Lager Kandidaten aufstellen können, die das Durchschnittsalter von Wolfenbüttelern deutlich unterschritten hätten. SPD und Grüne hätten sich auf Falk Hensel, der den Einzug in den Landtag verpasste, einigen können. Dann wäre der mit einem Posten versorgt. CDU und FDP hätten ihren jungen Landtagsabgeordneten Björn Försterling ins Rennen schicken können, zumal er in den letzten zwei Jahren zahlreiche Kilo verloren hat und dadurch noch jugendlicher wirkt.

Beide kennen den Kreistagssaal aus der Perspektive eines Abgeordneten und hätten als Landrat einen Blick zur Tür, die im Moment noch im Rücken eine Fluchtmöglichkeit darstellt. Als Landrat sitzt man mit dem Rücken an der Wand, vielleicht wollen sie das nicht und treten deshalb nicht an.

Hensel und Försterling sind nicht nur jünger als der durchschnittliche Lessingstädter, sondern auch als der durchschnittliche Niedersachse im Alter von 43,8 Jahren. Der durchschnittliche Deutsche ist übrigens 0,1 Jahr älter als der durchschnittliche Niedersachse, aber 0,4 Jahre jünger als der durchschnittliche Wolfenbütteler. Eines eint aber alle: Die Schweißperlenpartys dieser Tage.

Es wird im durchschnittlichen Deutschland, im durchschnittlichen Niedersachsen und im durchschnittlichen Wolfenbüttel getrieft und geschwitzt, was das Zeug hält. Eine im durchschnittlichen Wolfenbüttel durchschnittlich angesagte Online-Zeitung warnte sogar vor zuviel Sonne. Die Feuerwehr kühlt mit Wasser ein in Brand geratenes Elektroauto, statt es mit Schaum vor der gefährlichen UV-Strahlung zu schützen. Die Wolfenbütteler Polizei musste einen Hund vor dem Hitztod retten und die Freibäder des gesamten Landkreises sind so gut besucht, wie schon lange nicht mehr. Sogar die Wanderfalken sind wegen des angenehmen Sahara-Klimas in den Landkreis zurückgekehrt und in der Langen Herzogstraße erklingt karibische Musik.

Wegen der aktuellen Hitzewelle wird nun das Betreuungsgeld eingeführt und die Feuerwehr richtet im Oderwald im Schatten der Bäume ein Auffanglager für hitzegeplagte Kinder- und Jugendliche ein. Ein Graffiti-Sprayer wollte im freien Oberkörper am Neuen Weg „Neue Landräte braucht das Land“ an die Wand eines leerstehenden Supermarktes sprühen, tat es aber nicht.

Es wird ja auch eine Landrätin. Nur welche der CDU- und SPD-Kandidatinnen es wird, ist noch unklar. Mitglieder und Sympathisanten beider Parteien tranken sich bei Besuchen des Kräuterlikörherstellers Jägermeister Mut an und sich den Sommer-Wahlkampf schön. Welcher Mitglieder- oder Sympathisantengruppe die Frau zugeordnet werden muss, die von der Polizei alkoholisiert, unter Drogeneinfluss und ohne Führerschein aus dem Verkehr gezogen wurde, ist unklar.

Die SPD versucht innerhalb des Wahlkampfes offenbar auch im Lager der Piratenpartei zu fischen und bot eine Kaperfahrt auf der Oker an. Die CDU überrascht auch mit ungewöhnlichen Maßnahmen: Bürgermeister Pink bot an, er käme zu Besuch, um mit Bürgern zu diskutieren. Kurz danach wurde die Warnung vor Drückern und dubiosen Haustürgeschäften stadtbekannt…


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