JVA-Gedenkstätte. Umbau für fünf Millionen Euro

16. März 2015 von
Die Gedenkstätte der JVA Wolfenbüttel soll bis 2017 umgestaltet werden. Die Dauerausstellung soll in einem Neubau unterkommen. Die historischen Räume sollen erweitert werden. Fotos: JVA Wolfenbüttel/Weber

Wolfenbüttel. Im nächsten Jahr soll die Gedenkstätte der Justizvollzugsanstalt Wolfenbüttel einen Neubau erhalten. In diesem soll dann eine neue Dauerausstellung beheimatet werden und für die Öffentlichkeit frei zugänglich sein. 


Anzeige
Das Projekt-Team der JVA Gedenkstätte: Dr. Jens-Wagner (Geschäftsführer der Stiftung niedersächsische Gedenkstätten und Gesamtprojektleiter), Bianca Armbrecht (Verwaltung), Stefan Wilbricht (wissenschaftlicher Mitarbeiter), Anett Dremel (wissenschaftliche Mitarbeiterin), Dr. Thomas Kubetzky (wissenschaftlicher Mitarbeiter), Leon Kloke (wissenschaftlicher Mitarbeiter), Astrid Homann (Projektkoordinatorin) und Martina Staats (Leiterin der Gedenkstätte in der JVA Wolfenbüttel und Projektleiterin).

Das Projekt-Team der JVA Gedenkstätte: Dr. Jens-Wagner, Bianca Armbrecht, Stefan Wilbricht, Anett Dremel, Dr. Thomas Kubetzky, Leon Kloke, Astrid Homann und Martina Staats.

„Dieser Umbau und die Neugestaltung ist von nationaler Bedeutung. Es wird eine der wichtigsten Ausstellungen zur Justiz während der NS-Zeit“, erklärt Martina Staats, Leiterin der Gedenkstätte und erklärt, welche Veränderungen es ab dem kommenden Jahr geben wird. „Eine Besonderheit der ganzen Umgestaltung wird sein, dass durch den Neubau eine öffentlich zugängliche Ausstellung geschaffen wird. Man braucht sich dann vorher nicht mehr anzumelden, sondern kann spontan auf einen Besuch einkehren. Eine weitere Besonderheit wird sein, dass wir weitere historische Orte zeigen können. Zum Beispiel wird die Zelle 27, in der zur NS-Zeit die zum Tode verurteilten auf ihre Hinrichtung warteten, zugänglich sein“, erklärt Marina Staats.

Gedenkstätte soll erweitert werden

Weiter sollen die Räume der Hinrichtungsstätte erweitert werden. „Derzeit werden Teile der Hinrichtungsstätte von der JVA genutzt. Aufgrund von Umbauarbeiten werden diese aber frei und können zur Gedenkstätte genommen werden. Das ganze Erdgeschoss soll dann wieder in den Originalzustand versetzt werden, wie es bis 1945 genutzt wurde. So soll der historische Eingang wieder rückverlegt werden und der Sezierraum sichtbar werden“, so Martina Staats. Die derzeitige Dauerausstellung wird in einen multimedialen Lernort für Gruppen umgewandelt. Schon im Herbst sollen die Bauarbeiten in den Räumen der Gedenkstätte beginnen.

Seit 2010 wird die Umgestaltung der Gedenkstätte erarbeitet. Zuständig ist hierfür das Projekt-Team bestehend aus Dr. Jens-Wagner (Geschäftsführer der Stiftung niedersächsische Gedenkstätten und Gesamtprojektleiter), Bianca Armbrecht (Verwaltung), Stefan Wilbricht (wissenschaftlicher Mitarbeiter), Anett Dremel (wissenschaftliche Mitarbeiterin), Dr. Thomas Kubetzky (wissenschaftlicher Mitarbeiter), Leon Kloke (wissenschaftlicher Mitarbeiter), Astrid Homann (Projektkoordinatorin) und Martina Staats (Leiterin der Gedenkstätte in der JVA Wolfenbüttel und Projektleiterin).

Fünf Millionen Investitionssumme

Der ehemalige Hinrichtungsraum der JVA-Gedenkstätte.

Der ehemalige Hinrichtungsraum der JVA-Gedenkstätte.

Insgesamt investieren Bund und Land fünf Millionen Euro, um die Gedenkstätte zu sanieren und zu erweitern. Allein 3,8 Millionen Euro wird der Neubau kosten, der auf dem Gelände des Gefängnisses entstehen soll. „Der Neubau wird am Rande des JVA-Geländes gebaut und soll praktisch in die Gefängnismauern integriert werden. So kann allen Interessierten jederzeit ein Besuch der Gedenkstätte ermöglicht werden, ohne die Sicherheitskontrollen der JVA zu durchlaufen“, so Martina Staats. Im Neubau soll dann eine ausführliche und aktualisierte Dauerausstellung, sowie ein Multifunktionsraum untergebracht werden, in dem Vorträge und Seminare stattfinden können. „Wir werden die Dauerausstellung um einige Bereiche erweitern. So werden wir beispielsweise die Ausstellung um den Bereich ‚Justiz und Strafvollzug während der NS-Zeit´erweitern. Der Zugang von der Ausstellung im Neubau zu den Räumen der Gedenkstätte soll dann über eine Sicherheitsschläuse erfolgen. Denn die historischen Räume befinden sich ja dann immer noch auf dem gesicherten JVA-Gelände.“, erklärt die Gedenkstättenleiterin und betont, dass man auch die Barrierefreiheit im Blick behalten will.

Baubeginn soll nächstes Jahr sein. „Es ist wichtig, dass wir unsere Bauarbeiten mit denen an Haus eins abstimmen. So können wir schweres Gerät, das für den Bau notwendig wird, zusammen nutzen. Anders würde es auch gar nicht gehen, denn wir müssen immer auf die Sicherheitsmaßnahmen der JVA achten. Wenn alles gut geht, können wir den Neubau Ende 2017, oder Anfang 2018 eröffnen. Der Umbau am ehemaligen Hinrichtungsgebäude sollte hingegen 2016 fertig sein“, so Staats abschließend.

Anzeige
Medienpartner
Anzeigen
Kontakt zur Redaktion
Sie erreichen unsere Redaktion 24 Stunden am Tag, 7 Tage die Woche per
E-Mail: wolfenbuettel@regionalheute.de
und montags bis freitags von 9 Uhr bis 17.30 Uhr per
Telefon 05331 / 88 27-21
Anzeigen
Telefonnummern
Apotheken-Notdienst: 22 8 33
Ärztliche Bereitschaftspraxis: 05331-8553990
Elterntelefon: 0800 111 0 550

Deutsches Rotes Kreuz
- Servicestelle: 05331/ 9750 200
- Tafel: 05331/ 94 86 55
- Kleiderkammer: 05331/ 927 846 4
- ITZ: 05331/ 927 847-0
- Solferino: 05331/ 927 84 2880
- Pflege+Betreuung: 05331/ 9750 714
- Rettungsdienst: 05331/ 9750 612

Feuerwehr-Notruf: 112
Frauenschutzhaus Wolfenbüttel: 05331-41188
Gift-Notruf: 0551 / 19 24 0
Hospizverein Wolfenbüttel: 0171/6226606
Kartensperrungs-Notruf (für alle): 116 116
Kinder- und Jugendtelefon: 0800 / 111 0 333
Klinikum Wolfenbüttel: 05331-9340
Landkreis Wolfenbüttel: 05331-840
Polizei-Notruf: 110
Rettungsdienst-Notruf: 112
Stadt Wolfenbüttel: 05331-860
Strom-Gas-Wasser-Störungsstelle der Stadtwerke Wolfenbüttel: 05331-408111
Technisches Hilfswerk (THW) Wolfenbüttel: 05 33 1 / 96 99 40
Telefonseelsorge (evangelisch): 0800 / 111 0 111
Telefonseelsorge (katholisch): 0800 / 111 0 222
Weisser Ring Opfertelefon: 116 006