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11. Juli 2014
Feuer in der Wolfenbütteler Altstadt: Drei Menschen gerettet
von |
mit Fotogalerie

In der Wolfenbütteler Altstadt "brannte" ein Dachstuhl. Die Feuerwehr rückte mit 30 Kräften am Einsatzort an. Fotos: Anke Donner
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Wolfenbüttel. Um kurz nach sieben Uhr am Freitagabend ging der Alarm in der Feuerwache Wolfenbüttel ein. Ein Dachstuhl mitten in der Fußgängerzone brannte. Mindestens zwei Menschenleben waren in Gefahr.


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Einsatzbesprechung: Rouven Reiche (rechts) erklärt die Lage.

Einsatzbesprechung: Rouven Reiche (rechts) erklärt die Lage.

Die Feuerwehren Wolfenbüttel, Groß Stöckheim und Adersheim rückten mit rund 30 Einsatzkräften, Löschfahrzeugen und Drehleiter am Einsatzort ein und erkundeten schnell die Lage. Aus dem Dachstuhl des Altbaus drang dichter Rauch, zwei Menschen wurden in dem Gebäude vermisst und wurden vermutlich verletzt. Nun zählte jede Sekunde.

Die PA-Träger (Atemschutz) drangen durch das verqualmte Treppenhaus bis zum Dachstuhl vor und konnten eine verletze Person bergen, die eine Rauchvergiftung erlittenen hatte. Eine weitere verletze Person konnte in einem nahe gelegenen Schacht gefunden und in Sicherheit gebracht werden.

Die Einsatzkräfte bergen ihren Kameraden.

Die Einsatzkräfte bergen ihren Kameraden.

Besonders gefordert waren die Feuerwehrkräfte als ein durchdringendes Signal durch einen der verqualmten Räume drang. Der Totmann-Melder eines Kameraden schlug Alarm. Während des Einsatzes erlitt einer der Feuerwehrmänner einen Herzstillstand und musste von den Kameraden wiederbelebt werden. Hier kam erstmals der AED (Automatisierte Externe Defibrillator) zum Einsatz. Durch das schnelle Eingreifen und den lebensrettenden Pfeifton aus dem Melder konnte der Verletzte gerettet und über die Drehleiter aus der Gefahrenzone gebracht werden.

Der so genannte Totmann-Melder ist ein kleines Warn-Gerät, das die Einsatzkräfte am Körper tragen. Er reagiert auf Bewegungen, beziehungsweise dann, wenn keine Bewegung mehr erfasst wird. Setzt über eine gewisse Zeit keine Bewegung ein, gibt der Melder Alarm und signalisiert, dass etwas passiert ist.

Alles „nur“ Übung

Rouven Reiche erklärt das Vorgehen.

Rouven Reiche erklärt den Atemschutzträgern das weitere Vorgehen.

Unter der Leitung von Rouven Reiche von der Feuerwehr Wolfenbüttel wurde diese Übung am Abend durchgeführt und rief neben den Einsatzkräften auch zahlreiche Schaulustige auf den Plan.

Mindestens eine Alarmübung wie diese muss jede Feuerwehr im Jahr durchlaufen. So werden Leistungsstand und Defizite erkannt. Außerdem ist solch ein Szenario wichtig, um Arbeitsabläufe zu üben. „Wir haben diese Übung mit den Feuerwehren Adersheim und Groß Stöckheim gemeinsam gemacht, um auch das Zusammenspiel der Ortswehren zu verbessern und zu festigen. Dazu haben wir die Truppen auf den Fahrzeugen auch noch gemischt“, so Rouven Reiche, der die Übung zehn Tage lang vorbereitet hatte.

Mit der Drehleiter wurde der Verletze in Sicherheit gebracht.

Mit der Drehleiter wurde der Verletze in Sicherheit gebracht.

Einen besonderen Dank spricht die Feuerwehr den Inhabern des Übungsobjekts aus. „Das hat alles perfekt geklappt. Wir haben sehr viel Unterstützung von den Eigentümern und dem ansässigen Restaurant bekommen. Auch die Anwohner waren sehr verständnisvoll und haben uns unsere Arbeit hier machen lassen. Das ist toll und nicht immer selbstverständlich. Es war ein perfekter Einsatz“, freut sich Übungsleiter Reiche.

Ob der Einsatz wirklich perfekt war, oder ob hier und da noch Verbesserungen anstehen, wird in einer Übungs-Nachbesprechung geklärt.

Wer sein Unternehmen, Haus oder seinen Hof auch einmal für eine Übung zur Verfügung stellen möchte, kann sich gerne bei der Feuerwache Wolfenbüttel unter 05331-27574 melden. „Wir sind immer dankbar, wenn wir Übungs-Objekte zur Verfügung gestellt bekommen“, so Reiche abschließend.

 


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