Eine Aktentasche schrieb Geschichte – Vortrag im Schloss Museum

9. November 2017
Aktentasche C. von Delbrücks, Nachlass. Fotos: Museum Wolfenbüttel
Wolfenbüttel. „Die Tasche des Staatssekretärs“ lautet der Titel des ersten Vortrages in der Reihe „Geschichte im Schloss“, die sich diesmal dem Thema Biografien in Objekten und Selbstzeugnissen widmet. Über die nächste Veranstaltung informiert das Schloss Museum in ihrer Pressemitteilung.

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Zum Auftakt referieren die Historiker Prof. Dr. Matthias Steinbach, Braunschweig, und Dr. Uwe Dathe, Jena, am Dienstag, 14. November, über Clemens von Delbrück, ein preußischer Tory. Die Veranstaltung beginnt um 19 Uhr im Schloss Museum Wolfenbüttel. Der Eintritt ist frei.

Clemens von Delbrück (1856-1921) war einer der bedeutenden deutschen Politiker des späten Kaiserreichs und der frühen Weimarer Republik. Als gelernter Verwaltungsjurist vereinte er beste preußische politbürokratische Tradition mit einem konservativen Modernismus, der zwischen rechts und links zu vermitteln wusste. Seit 1909 war Delbrück Vizekanzler des Reiches und Staatssekretär des Inneren, im Herbst 1918 noch letzter Chef des Geheimen Zivilkabinetts des Kaisers. In seiner Tasche trug er aber auch Entwürfe der Weimarer Verfassung von 1919, zu deren Vätern er ebenfalls zählte.

Die beiden Referenten haben den Nachlass dieses deutschen Torys vor Jahren auf einem verstaubten Dachboden entdeckt, tausende Briefe und Dokumente geordnet und können nun manches unbekannte Moment der deutschen Geschichte zwischen Bismarck und Hitler rekonstruieren.

„Geschichte im Schloss“ ist eine beliebte Veranstaltungsreihe des Museums Wolfenbüttel in Zusammenarbeit mit dem Institut für Geschichtswissenschaft der TU Braunschweig. An historischem Ort, dem Wolfenbütteler Schloss, soll über Geschichte berichtet, diskutiert oder gestritten werden.

 

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