Asse: Gesundheitsmonitoring der Bevölkerung fand nicht statt

24. Juli 2017 von
Geht von dem in der Asse gelagerten Müll eine Gesundheitsgefahr für die Bevölkerung aus? Ein geplantes Monitoring wurde nicht durchgeführt. Foto: Archiv/Alexander Dontscheff
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Wolfenbüttel. Es sollte eine vertrauensbildende Maßnahme des damals für die Schachtanlage Asse zuständigen Bundesamtes für Strahlenschutz (BfS) sein. 2010 startete ein Gesundheitsmonitoring für die Mitarbeiter und eigentlich auch die Bevölkerung der Asse. Doch wie jetzt bekannt wurde, wurde mit der Untersuchung der Bevölkerung nie begonnen.

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In einem Bericht des Öko-Instituts e.V. vom 28. Februar 2011 (S. 45) heißt es bezüglich der Asse:

„Des Weiteren wurde im Jahr 2010 ein Gesundheitsmonitoring für besorgte BürgerInnen initiiert und das Projekt „Inkorporationsmonitoring der Bevölkerung in der Umgebung der Schachtanlage Asse II“ geplant. Das Projekt begann im Jahr 2010 und hat eine Laufzeit von fünf Jahren. Pro Jahr soll 100 interessierten Bürgerinnen und Bürgern die Möglichkeit geboten werden, sich durch Messung in einem Ganzkörperzähler (In vivo) und von Urinproben (In vitro) in Berlin kostenlos auf in den Körper aufgenommene Radioaktivität untersuchen zu lassen /BfS 2010b/. Das BfS demonstriert damit, dass es die Sorge um Gesundheitsbeeinträchtigungen durch die Freisetzung von Radioaktivität ernst nimmt.“

Bestätigung durch BGE

Dass dies nie stattgefunden hat, bestätigte Mitte Juli die mittlerweile zuständige Bundesgesellschaft für Endlagerung mbH (BGE) auf Anfrage der Wolfenbütteler AtomAusstiegsGruppe (WAAG). Offenbar habe das Gesundheitsmonitoring der Beschäftigten keine Auffälligkeiten ergeben, weswegen die Untersuchung der Bevölkerung einfach gestrichen wurde. Die BGE schreibt:

Das BfS plante 2010/2011 zunächst die Durchführung eines Gesundheitsmonitorings von Beschäftigten der Asse sowie im Anschluss die Durchführung eines Bevölkerungsmonitorings. Im Februar 2011 schloss das BfS den ersten Teil des Gesundheitsmonitorings, der ehemaligen Beschäftigten der Schachtanlage Asse II, ab. Dabei zeigte sich, dass bei den unter Tage und direkt mit der Einlagerung der Abfälle beschäftigten Personen, mit Ausnahme von drei sehr geringen Aufnahmen, keine Inkorporationen von Radionukliden festgestellt werden konnte. Auch eigene Messungen des BfS an einer Kontrollgruppe von Asse-Beschäftigten, die erst nach Übergang der Anlage vom Helmholtz-Zentrum München auf das BfS durchgeführt wurden, zeigten keinen Hinweis auf die Inkorporation von Radionukliden.

Vor dem Hintergrund der Ergebnisse des Gesundheitsmonitorings der Beschäftigten und der Umgebungsüberwachung gab es keine wissenschaftliche Veranlassung, ein entsprechendes Monitoring an der
Bevölkerung durchzuführen. Die Pläne wurden daher im November 2011 durch das BfS bis auf Weiteres zurückgestellt.

Eleonore Bischoff von der WAAG moniert nicht nur, dass wohl die vertrauensbildende Maßnahme und auch der Vorsorgeaspekt keine Rolle mehr spielten. Sie hat auch Zweifel an der Aussagekraft des Monitorings der Beschäftigten, da von den knapp 700 im Gesundheitsmonitoring berücksichtigten Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter nur 33 von dem Angebot Gebrauch gemacht hätten, ihre persönliche Strahlenbelastung ermitteln zu lassen. Nur 22 davon hätten den für die Abschätzung notwendigen Fragebogen ausgefüllt.

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