Asse 2-Koordinationskreis: Protestbrief an Umweltminister

12. April 2017
Der Laugensumpf vor Kammer 9 auf der 750 Meter-Sohle. Laut Koordinationskreis will das BfS hier verfüllen lassen. Foto: Ralf Krupp/Koordinationskreis
Wolfenbüttel. In einer Pressemitteilung macht der Asse 2-Koordinationskreis ihre Sorgen bezüglich der weiteren Entwicklung des Atommüll-Lagers deutlich. In diesem Zuge haben die Mitglieder nun den verantwortlichen Umweltministern in Hannover und Berlin einen Protestbrief vorgelegt.

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„Hier wird nicht nach dem Stand von Wissenschaft und Technik gearbeitet, obwohl im ehemaligen Salzbergwerk bekanntlich zirka 50.000 Kubikmeter Atommüll und außerdem hochgiftige Stoffe lagern. Darunter rund 28 kg Plutonium, 102 Tonnen Uran, 87 Tonnen Thorium, Kernbrennstoffe und 500 Kilogramm Arsen. In den nächsten Monaten, vermutlich im Mai, will das Bundesamt für Strahlenschutz (BfS) einen Stollen auf der 750 Meter-Sohle mit Sorelbeton verfüllen lassen, die sogenannte „zweite südliche Richtstrecke nach Westen“. Dieser Stollen führt vor verschlossenen Einlagerungskammern mit Atommüll entlang“, erklärt der Koordinationskreis in der Mitteilung.

Die Asse 2-Begleitgruppe habe vielfach versucht, den Betreiber oder die Aufsichtsbehörden dazu zu bewegen, auf die formulierte wissenschaftliche Kritik an diesem Vorhaben im Genehmigungsverfahren einzugehen und sie zu diskutieren. Bislang ohne Erfolg erklären sie. Die Auswertung finden Sie hier.

Daher habe der Asse 2-Koordinationskreis einen Protestbrief an die verantwortlichen Umweltminister in Hannover und Berlin sowie an den Betreiber formuliert. Den Brief finden Sie hier. Die Verantwortlichen rufen dazu auf, die folgenden drei Forderungen zu unterstützen:

  1. Alle Arbeiten im Bergwerk sind in ihren Auswirkungen auf die Rückholung abzuwägen und zu dokumentieren. Der Betreiber muss endlich eine detaillierte Planung für die Rückholung des Atommülls vorlegen!
  2. Der fragliche Stollen, die ‚2. südliche Richtstrecke nach Westen auf der 750 m-Sohle‘, ist offen zu halten und zu pflegen, solange ausreichende Bergsicherheit gegeben ist!
  3. Das Notfallkonzept ist zu revidieren: Atommüll muss möglichst trocken gehalten werden, Durchnässung und Auflösung dürfen nicht billigend in Kauf genommen werden!“

Der Protestbrief habe bereits rund tausend Unterstützer gefunden.

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