ASF: Frauen wollen „keine kleinen Brötchen backen“

6. März 2017
Jutta Wegerich, stellv. ASF Bezirksvorsitzende, Stadtbezirksratsmitglied ; Angelica Schieder, IG Metall; Simone Wilimzig-Wilke, ASF Bezirksvorsitzende u. Ratsfrau und Bundestagsabgeordnete Dr. Carola Reimann, stellv. Vorsitzende der SPD Bundestagsfraktion (v. li.). Foto: SPD
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Braunschweig. Die Arbeitsgemeinschaft Sozialdemokratischer Frauen (ASF) im Bezirk Braunschweig hat am 28. Februar zum Thema "Entlohnung - eine Frage der Gerechtigkeit?" ins Haus der Kulturen eingeladen.

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Ein Zitat von Philipp Blom aus dem Jahr 1911: „Obwohl viele Frauen für einen Hungerlohn in Fabriken arbeiten und nebenher noch Erziehung und Haushalt bewältigen mussten, begannen die Veränderungen doch zu greifen: Durch ihre Arbeit verdienten sie ihr eigenes Geld (auch wenn es in den meisten Ländern rechtlich gesehen noch immer ihrem Mann gehörte), Haushaltsartikel und Konserven sparten Kraft und Zeit bei der Hausarbeit Mehr Mädchen als je zuvor besuchten eine Schule und begannen auch Vorlesungen an der Universität zu hören, mehr Frauen lasen Zeitung, bildeten sich eine Meinung unabhängig von ihrem Mann und engagierten sich in politischen Fragen.“

„Sind wir heute hoffentlich weiter? – oder wie ist die derzeitig bestehende Lohnlücke von 21 Prozent zu überwinden. Wir Frauen wollen nicht nur kleine Brötchen backen! Haben Frauen in Deutschland noch immer schlechtere Chancen als Männer. Das fragen sich auch schon seit etlichen Jahren die ASF des SPD Bezirks und die Unterbezirke. Wir legen stets den Finger in die Wunde“, so Simone Wilimzig- Wilke, ASF Bezirksvorsitzende und Ratsfrau der Stadt Braunschweig, in der Eröffnung.

Die SPD Bundestagsabgeordnete und stellvertretende Fraktionsvorsitzende der SPD Fraktion, Dr. Carola Reimann setzt sich immer wieder im Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend für eine gerechte Arbeitswelt ein, in der Frauen gleichberechtigt teilhaben und gleichen Lohn für gleichwertige Arbeit erhalten. Die SPD Bundestagsfraktion könne auf viele Erfolge Rückblicken. Reimann wies dabei zum Beispiel auf das eingeführte ElterngeldPlus und die Verbesserung der Familienpflegezeit hin. „Ein erster Weg zur Behebung der Lohnlücke ist das Lohngerechtigkeitsgesetz“, so Reimann.

Jutta Wegerich, stellvertretende ASF Bezirksvorsitzende nahm die verschiedenen Fragen der Zuhörerinnen und Zuhörer auf.

Angelica Schieder, Gewerkschaftssekretärin und Soziologin, IG Metall stellte in ihrem Beitrag dar, wie unterschiedlich sich die Entgeltlücke (Gender Pay Gap) in Betrieben mit und ohne Betriebsrat und angewandten Flächentarifvertrag entwickelt. “Wir können feststellen, dass sich die Arbeitswelt ebenso rasant wie zur Zeit der industriellen Revolution entwickelt“, erläuterte Angelica Schieder. „Eine besondere Herausforderung wird dabei auch die zunehmende Digitalisierung und deren Umsetzungsmöglichkeiten an Arbeitsplätzen zukommen“, so die Gewerkschaftsvertreterin.

Abschließend fasste die ASF Bezirksvorsitzende, Wilimzig-Wilke zusammen: „Der ASF Bezirk Braunschweig und die Unterbezirke werden auch weiterhin den Finger in die Wunde legen, dass endlich Frauen den gleichen Lohn für gleiche und gleichwertige Arbeit erhalten. Sei es zum Equal Pay Day Kino Tag in Wolfenbüttel oder bei Veranstaltungen wie dieser heute!“

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